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Staatsmedien sprechen von „Strafmaßnahmen“

Tankerstreit spitzt sich zu: Iran protestiert gegen Schiffsbeschlagnahmung – und kapert selbst Schiffe

Ein Öltanker (Symbolbild).

Teheran. Die iranische Küstenwache hat zwei griechische Tanker im Golf beschlagnahmt haben soll. Das berichten iranische Medien übereinstimmend. Schiffe hätten maritime Vorschriften missachtet, hieß es auf dem IRGC-Webportal am Freitag. Weitere Details zu den beiden Tankern und der Crew sollten demnächst bekanntgegeben werden. Griechenland sprach von „Piraterie“, so die Nachrichtenagentur AFP. Das griechische Außenministerium bestellte am Freitag den iranischen Botschafter ein.

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Beobachter sehen darin eine Vergeltungsmaßnahme und in staatlichen iranischen Nachrichtenmedien ist von „Strafmaßnahmen“ die Rede. Denn zuvor hatte Griechenland ein Schiff mit iranischem Öl beschlagnahmt, angeblich auf Druck aus Washington. Das iranische Außenministerium bestellte Staatsmedien zufolge den schweizerischen Botschafter ein und legte diplomatischen Protest gegen den Zwischenfall ein. Das Ministerium sprach von einer Verletzung des internationalen Seerechts und internationaler Konventionen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete.

Der Schweizer Gesandte vertritt die USA in Teheran, die dort keine Botschaft haben. Griechische Medien hatten das beschlagnahmte Schiff als Tanker beschrieben, der unter Verstoß gegen internationale Sanktionen iranisches Rohöl transportiert habe. Am Mittwoch hatte der Iran den griechischen diplomatischen Geschäftsträger wegen der Angelegenheit einbestellt. Tags darauf erklärte ein Vertreter Griechenlands, dass nach einer rechtlichen Intervention von US-Behörden wegen der Fracht des Schiffs dessen Öl auf ein anderes Schiff vor dem Hafen von Karystos auf der Ägäis-Insel Evia umgeladen worden sei.

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Griechenland forderte nun die sofortige Freilassung der Besatzungen. Den Schiffen solle die Weiterfahrt erlaubt werden. Diese Aktionen hätten „sehr negative Auswirkungen“ auf die griechisch-iranischen Beziehungen, so das Außenministerium.

Nach Angaben aus Athen hatte die Besatzung eines Hubschraubers der iranischen Kriegsmarine am Freitag das griechische Schiff „Delta Poseidon“ in internationalen Gewässern rund 22 Seemeilen (rund 35 Kilometer) vor der Küste Irans geentert. Bewaffnete Iraner hätten dann die Besatzung festgenommen. Auch ein zweites griechisches Schiff sei gestoppt worden und die Besatzung sei festgenommen worden, teilte das griechische Außenministerium mit.

Athen habe alle zuständigen Internationalen Organisationen über die Zwischenfälle informiert und alle griechischen Bürger aufgerufen, Reisen in den Iran zu meiden, hieß es weiter. Auch seien alle griechischen Schiffe, die sich in der Region des Persischen Golfes bewegten, benachrichtigt worden.

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Griechische Medien wie die Zeitung „Kathimerini“ haben über den Zwischenfall mit dem russischen Tanker berichtet. Demnach herrschte am 14. April in der Ägäis ein schwerer Sturm. Die aus dem türkischen Marmaris kommende „Lana“ suchte Zuflucht in einer Bucht der griechischen Insel Euböa vor dem Kleinhafen von Karystos. Dort stellten die griechischen Behörden fest, dass der Tanker der russischen Promswjasbank gehörte. Weil die EU gegen die Bank Sanktionen verhängt hatte, wurde der Tanker gestoppt. Als klar wurde, dass die Bank den Tanker bereits im März an eine nicht sanktionierte russische Bank verkauft hatte, sollte er eigentlich weiterfahren.

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Inzwischen wurde aber festgestellt, dass der russische Tanker iranisches Öl transportierte. Deshalb meldeten sich nach Angaben der griechischen Medien US-Behörden und forderten, dass die Griechen Unterstützung leisten und die „Lana“ weiter festhalten. Wegen der gegen den Iran verhängten US-Sanktionen hätte das Öl auf einen anderen Tanker gepumpt und auf US-Kosten in die USA gebracht werden sollen.

Offensichtlich scheint dies gerade im Golf von Karystos zu geschehen. Das Marineportal MarineTraffic zeigt, dass ein anderer Tanker neben der „Lana“ im Golf von Karystos liegt und allen Anzeichen nach das Öl aus dem Schiff tankt.

RND/AP/dpascs

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