Streit unter Nato-Partnern

Neue Spannungen zwischen der Türkei und Griechenland: Erdogan bricht bilaterale Gespräche ab

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bricht die bilateralen Gespräche mit seinem Nachbarn Griechenland ab und sorgt damit für neue Spannungen in der Ägäis.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bricht die bilateralen Gespräche mit seinem Nachbarn Griechenland ab und sorgt damit für neue Spannungen in der Ägäis.

Istanbul. Zwischen den Nato-Partnern Türkei und Griechenland ist es zu neuen Spannungen gekommen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat dazu aufgerufen, keine bilateralen Kontakte mehr mit Griechenland zu unterhalten. „Ich habe das auch meinen Freunden gesagt. Mit denen pflegen wir keine bilateralen Gespräche mehr“, so Erdogan am Mittwoch in Ankara. An Griechenland gerichtet fügte er hinzu: „Wage es nicht, dich auf einen Tanz mit der Türkei einzulassen. Du würdest nur müde auf der Strecke bleiben.“

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Die Türkei und Griechenland haben sich unter anderem wegen Bodenschätzen im östlichen Mittelmeer und Inseln in der Ägäis überworfen. Die Gespräche wurden im vergangenen Jahr nach einer fünfjährigen Pause wiederaufgenommen. Dabei wurden aber kaum Fortschritte erzielt.

Türkei und Griechenland wollten Beziehungen verbessern

Erdogan war über Aussagen des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis bei einer Reise in die USA verärgert. Mitsotakis sei für ihn gestorben, sagte Erdogan. Er warf dem Ministerpräsidenten vor, den Kauf von Kampfflugzeugen vom Typ F-16 durch die Türkei verhindern zu wollen. Die Türkei bemüht sich seit längerem in den USA um den Kauf von neuen Kampfjets.

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220518 -- ANKARA, May 18, 2022 -- Turkish President Recep Tayyip Erdogan gives a speech in Ankara, Turkey, on May 18, 2022. Turkey will not approve Sweden s NATO membership if the country does not extradite terrorists upon Turkish request, Erdogan said Wednesday. Photo by /Xinhua TURKEY-ANKARA-PRESIDENT-SPEECH MustafaxKaya PUBLICATIONxNOTxINxCHN

Erdogan spielt sein Lieblings­spiel – aber diesmal könnte er verlieren

Präsident Recep Tayyip Erdogan brüskiert die Partner der Türkei. Es ist nicht das erste Mal. Damit will er sich beim eigenen Publikum profilieren. Aber diesmal läuft Erdogan Gefahr, sich zu verzocken.

Erst Mitte März hatten beide Länder nach Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine beschlossen, ihre stark belasteten Beziehungen verbessern zu wollen. Griechenland hat in den vergangenen Wochen verstärkt scharfe Kritik an Überflügen türkischer Kampfjets über griechische Inseln in der östlichen Ägäis geäußert. Die Türkei hat die Vorwürfe ihrerseits zurückgewiesen und behauptet, Athen versuche eine „Fehlwahrnehmung“ über die Türkei zu kreieren.

Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis (l.) während seines Besuches im Weißen Haus am 16. Mai mit dem US-Präsidenten Joe Biden. Erdogan wirft dem Griechen vor, den Verkauf amerikanischer Kampfflugzeuge vom Typ F-16 an die Türkei verhindern zu wollen.

Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis (l.) während seines Besuches im Weißen Haus am 16. Mai mit dem US-Präsidenten Joe Biden. Erdogan wirft dem Griechen vor, den Verkauf amerikanischer Kampfflugzeuge vom Typ F-16 an die Türkei verhindern zu wollen.

Berlin liefert Athen Schützenpanzer Marder

Deutschland plant die Lieferung von Schützenpanzern des Typs Marder an Griechenland im Rahmen eines Ringtauschs. „Wir werden deutsche Schützenpanzer zur Verfügung stellen“, hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nach Abschluss des EU-Gipfeltreffens in Brüssel gesagt. Er habe mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis über eine Vereinbarung nach dem Vorbild des geplanten Ringtausches mit Tschechien gesprochen, sagte Scholz. Im Gegenzug liefert Athen Schützenpanzer des sowjetischen Typs BMP-1 an die Ukraine, was einer Modernisierung der griechischen Streitkräfte entspräche.

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Auch innerhalb der Nato sorgt die Türkei für Irritationen. Bei den Verhandlungen um einen Beitritt Schwedens und Finnlands zum Verteidigungsbündnis bekräftigte Erdogan zuletzt noch einmal Ende vergangener Woche seine ablehnende Haltung. „Solange Tayyip Erdogan an der Spitze des türkischen Staates steht, können wir nicht ‚Ja‘ zu einem Nato-Beitritt von Ländern sagen, die den Terror unterstützen“, hatte Erdogan nach Angaben der Zeitung Hürriyet am Sonntag geäußert.

RND/stu/AP/dpa

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