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Sinti und Roma

Sinti und Roma: Daimagüler wird erster Beauftragter gegen Antiziganismus

01.03.2022, Schleswig-Holstein: Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler, Vertreter der Nebenklage, steht vor Beginn des Prozesstages im Gerichtssaal. Seit Mittwoch ist Daimagüler der erste Beauftragte für Antiziganismus.

Berlin, Siegburg. Deutschland hat erstmals einen Beauftragten für Antiziganismus und das Leben der Sinti und Roma. Das Bundeskabinett berief am Mittwoch in Berlin den Rechtsanwalt Mehmet Daimagüler zum Antiziganismusbeauftragten, wie Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) mitteilte. Daimagüler werde die Maßnahmen gegen Antiziganismus koordinieren, erklärte sie. Seine Berufung sei ein klares Signal, dass die Bundesregierung der Anfeindung und Ausgrenzung von Sinti und Roma nicht tatenlos zusehe.

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Daimagüler erklärte, er wolle Bund und Länder gleichermaßen einbinden, um den Antiziganismus zu bekämpfen und die Herausforderungen gemeinsam mit den Gemeinschaften der Sinti und Roma bewältigen. Einen Schwerpunkt seiner Arbeit sehe er außerdem in der Aufarbeitung des Unrechts nach 1945. Die Ermordung Hunderttausender Sinti und Roma durch die Nationalsozialisten sei weitgehend ungesühnt geblieben, Ausgrenzung und Diskriminierung dauerten bis heute an.

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Daimagüler hat sich als Anwalt von Opfern politisch motivierter Hassverbrechen einen Namen gemacht. Er war Vertreter der Nebenklage im Münchener NSU-Prozess und vertrat jüdische Überlebende und Überlebende des Völkermords an den Sinti und Roma. Daimagüler wurde 1968 in Siegen geboren und betreibt seine Kanzlei heute in Siegburg. In den Jahren 1989 bis 1996 war er Berater und Assistent führender FDP-Politiker, darunter des heutigen Bundestagsvizepräsidenten Wolfgang Kubicki. Er wurde 1997 in den FDP-Bundesvorstand gewählt, trat aber zehn Jahre später aus der Partei wieder aus.

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Neben seinem beruflichen Engagement veröffentlichte Daimagüler regelmäßig Kolumnen in Tageszeitungen und ist Autor des Buches „Kein schönes Land in dieser Zeit“, in dem er das Gefühl der Ausgrenzung durch die fortgesetzte Diskriminierung von Einwanderern in Deutschland thematisiert.

RND/epd

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