Zusammenstöße bei Massenprotesten gegen Militärführung im Sudan

Menschen skandieren während einer Demonstration gegen den Militärputsch vom Oktober 2021 Parolen. Nach dem überraschenden Rücktritt von Ministerpräsident Hamdok sind in vielen Städten im Sudan Demonstranten auf die Straße gegangen.

Menschen skandieren während einer Demonstration gegen den Militärputsch vom Oktober 2021 Parolen. Nach dem überraschenden Rücktritt von Ministerpräsident Hamdok sind in vielen Städten im Sudan Demonstranten auf die Straße gegangen.

Bei Massenprotesten gegen die Militärführung im Sudan hat es am Dienstag Zusammenstöße gegeben. Sicherheitskräfte setzten in der Hauptstadt Khartum Tränengas ein, um Demonstranten auseinander zu treiben. Videoaufzeichnungen zufolge warfen Demonstranten Steine und leere Tränengasbehälter auf Sicherheitskräfte. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

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In Khartum, der Zwillingsstadt Omdurman, Port Sudan und anderen Städten forderten Tausende erneut den Übergang zur Demokratie unter ziviler Kontrolle. „Unsere drei derzeitigen Bedingungen nach dem Putsche sind: Keine Verhandlungen, keine Machtteilung, kein Kompromiss, zuzüglich der Hauptforderungen der Revolution: Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit“, sagte ein Demonstrant, Waddah Hussein.

Die seit dem Putsch im Oktober angespannte Lage hatte sich am Sonntag mit dem Rücktritt des dabei entmachteten zivilen Ministerpräsidenten Abdullah Hamdok verschärft. Hamdok wurde von den Putschisten abgesetzt, im November aber unter dem Druck aus dem In- und Ausland im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Militär wieder eingesetzt.

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Die Proteste dauerten dennoch an und richteten sich nicht nur gegen den Staatsstreich, sondern auch gegen diese Vereinbarung. Bei seinem Rücktritt am Sonntag sagte Hamdok, es sei ihm nicht gelungen, einen Kompromiss zwischen den Generälen und der prodemokratischen Bewegung zu finden.

Ein Mann zeigt während einer Demonstration gegen den Militärputsch vom Oktober das «Victory» Zeichen. Die Machtübernahme durch das Militär im Oktober verhinderte den geplanten Übergang zu einer demokratischen Regierung und führte zu Demonstrationen im ganzen Sudan.

Ein Mann zeigt während einer Demonstration gegen den Militärputsch vom Oktober das «Victory» Zeichen. Die Machtübernahme durch das Militär im Oktober verhinderte den geplanten Übergang zu einer demokratischen Regierung und führte zu Demonstrationen im ganzen Sudan.

Seit dem Putsch wurden nach Angaben einer sudanesischen Ärzteorganisation fast 60 Demonstranten getötet und Hunderte Menschen verletzt. Die Protestbewegung besteht auf einer vollständig zivilen Regierung, die den Übergang zur Demokratie führen soll.

Die Generäle lehnen das ab und erklären, die Macht könne nur an eine gewählte Regierung übergeben werden. Gemäß einem Verfassungsdokument, das die Übergangszeit regelt, sind für Juli 2023 Wahlen geplant.

Das Militär hatte 2019 nach Massenprotesten den langjährigen Machthaber Omar al-Baschir gestürzt. Starker Mann ist derzeit der Chef des Souveränen Rats, General Abdel-Fattah Burhan. Er kündigte an, nach Hamdoks Rücktritt solle ein „unabhängiges Kabinett“ mit „spezifischen Aufgaben“ gebildet werden. Das Militär werde „den demokratischen Übergang schützen“ bis Sudan in der Lage sei, freie und faire Wahlen abzuhalten.

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UN-Generalsekretär António Guterres rief zu einem Dialog zwischen allen sudanesischen Parteien auf, um eine umfassende, friedliche und dauerhafte Lösung zu erreichen, wie UN-Sprecher Stéphane Dujarric mitteilte.

RND/AP

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