Strafzölle gegen USA: EU will zuerst auf Verhandlungen setzen

Eine Boeing 737 Max: Die EU darf Strafzölle im Umfang von knapp vier Milliarden Dollar gegen die USA verhängen, weil diese jahrelang rechtswidrig den US-Flugzeugbauer Boeing subventioniert hat.

Eine Boeing 737 Max: Die EU darf Strafzölle im Umfang von knapp vier Milliarden Dollar gegen die USA verhängen, weil diese jahrelang rechtswidrig den US-Flugzeugbauer Boeing subventioniert hat.

Brüssel. Die EU will vorerst auf die Möglichkeit verzichten, wegen der jahrelangen rechtswidrigen Subventionen für den US-Flugzeugbauer Boeing Strafzölle auf US-Importe zu erheben. “Wir bevorzugen ganz klar eine Verhandlungslösung”, kommentierte der für Handelspolitik zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Valdis Dombrovskis, am Dienstag. Die EU werde unverzüglich auf positive und konstruktive Weise Kontakt mit den USA aufnehmen, um dann über die nächsten Schritte entscheiden zu können.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Demnach will die EU nur dann die möglichen Strafzölle verhängen, wenn keine Einigung zustande kommt. Wenn es keine Verhandlungslösung gebe, werde die EU gezwungen sein, ihre Interessen zu verteidigen und angemessen zu reagieren, teilte Dombrovskis mit.

Schlichter erlaubten vier Milliarden Dollar Strafzölle gegen USA

Unabhängige Streitschlichter hatten zuvor entschieden, dass die EU wegen rechtswidriger Subventionen für den US-Flugzeugbauer Boeing Strafzölle auf US-Importe im Umfang von knapp vier Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) im Jahr verhängen darf.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

In einem ähnlich gelagerten Fall hatten Schlichter den USA wegen unerlaubter Subventionen für Airbus bereits Strafzölle auf Produkte aus der EU im Umfang von 7,5 Milliarden Dollar genehmigt. Die USA hatten danach bereits Sonderabgaben auf Produkte aus der EU eingeführt, die noch heute gültig sind.

USA kündigen Gegenmaßnahmen auf EU-Strafzölle an

Die US-Regierung hat nach der Entscheidung der Welthandelsorganisation (WTO) Gegenmaßnahmen angekündigt. Der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer teilte am Dienstag mit, die von der WTO beanstandeten Beihilfen in den USA seien bereits Anfang des Jahres aufgehoben worden.

Die EU habe daher “keine gültige Grundlage für Vergeltungsmaßnahmen gegen US-Produkte”. Zölle auf Basis einer aufgehobenen Maßnahme widersprächen WTO-Prinzipien und zwängen die USA zu einer Reaktion.

Lighthizer kritisierte am Dienstag die “massiven Subventionen”, die EU-Staaten dem Boeing-Konkurrenten Airbus hätten zukommen lassen. “Wir warten auf eine Antwort der EU auf einen kürzlich vorgelegten US-Vorschlag und werden unsere laufenden Verhandlungen mit der EU intensivieren, um einen fairen Wettbewerb und gleiche Wettbewerbsbedingungen in diesem Sektor wiederherzustellen.”

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

RND/dpa

Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken