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Aufarbeitung von Kindesmissbrauch: Mehr Staat wäre gut

Im Jahr 2020 wurden fast 15.000 Kinder sexuell missbraucht.

Berlin. Zuletzt sind die an Kindern verübten Verbrechen gestiegen. 2020 kamen laut polizeilicher Kriminal­statistik 152 Kinder gewaltsam zu Tode. Die Zahl der misshandelten Kinder stieg um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und mit über 14.500 Fällen hat der Kindes­miss­brauch um knapp 7 Prozent zugenommen.

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Es sind bedrückende Zahlen. Parallel stieg die Verbreitung von Kinder­porno­grafie um 53 Prozent sowie die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die selbst kinder­porno­grafisches Material weiter­verbreiteten, seit 2018 um mehr als das Fünffache.

Gründliche Aufarbeitung am Anfang

Vor diesem Hintergrund ist der Appell des Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung Johannes-Wilhelm Rörig, dass die Politik sich fokussierter um das Gesellschafts­problem Kindes­miss­brauch kümmern solle, gut zu verstehen. Am Anfang muss dafür eine gründliche und unabhängige Aufarbeitung stehen, um schützende Strukturen aufbauen zu können.

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In den letzten Jahren ist einiges passiert. Dabei ging es etwa um die Verlängerung von Verjährungs­fristen oder schärfere Strafen. Aber auch Rörigs Amt und die Arbeit der unabhängigen Aufarbeitungs­kommission wurden verstetigt – allerdings rechtlich unverbindlich. Die Ampel­koalition bleibt hier in ihrem Bündnisvertrag unklar.

Missbrauchsopfer an den Rand gedrängt

Dass mehr Staat gut täte, zeigen aktuell die Aufarbeitungsprozesse in den beiden großen christlichen Kirchen, aber auch in Sport­verbänden oder in der Jugendhilfe. Es geht dabei häufig zuerst um den Schutz der Institution, dann erst um die Miss­brauchs­opfer. Dabei sind sie es, die vom Rand ins Zentrum der Aufarbeitung gerückt werden sollten. Erst durch die Betroffenen können anfällige Strukturen erkannt und gebannt werden.

Warum sich der Staat hierbei zurückhält, ist angesichts der erklärten Bestrebungen der meisten Parteien, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern, kaum erklärlich.

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