Sarah-Lee Heinrich: „Immer mehr Menschen kommen nicht über die Runden“

Sarah-Lee Heinrich, Vorsitzende der Grünen Jugend, fordert mehr Geld für von Armut bedrohte Menschen.

Sarah-Lee Heinrich, Vorsitzende der Grünen Jugend, fordert mehr Geld für von Armut bedrohte Menschen.

Berlin. Frau Heinrich, die Inflation macht uns zu schaffen: Strom wird massiv teurer, Gas ebenfalls, Lebensmittel auch – welche Preissteigerungen machen den Alltag für von Armut bedrohte Menschen gerade besonders prekär?

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Wir haben schon lange eine soziale Krise in der Gesellschaft; die Lage wurde durch die Corona-Pandemie noch verschärft. Und immer mehr Menschen kommen nicht über die Runden. Das war schon vor den ansteigenden Strom- und Gaspreisen der Fall. In den Ballungsräumen sind die Mieten für viele unerschwinglich, in vielen Betrieben die Löhne zu niedrig. Jede fünfte Person arbeitet im Niedriglohnsektor.

Die steigenden Energiepreise sorgen nun akut dafür, dass diese Menschen gar nicht mehr über die Runden kommen und auf noch mehr verzichten müssen. Die Politik hat in den vergangenen Jahren darin versagt, alle Menschen finanziell so sicher aufzustellen, dass schwankende Energiepreise und Preissteigerungen nicht eine sofortige Krise für viele auslösen. Wir brauchen jetzt ganz schnell kurzfristige Hilfen.

Welche könnten das sein?

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Um arme Familien zu unterstützen, brauchen wir dringend den Kindersofortzuschlag, der monatlich ausgezahlt werden soll. 25 Euro sind eigentlich schon viel zu wenig, wenn die SPD ernsthaft denkt, 10 Euro würden reichen, ist das eine Unverschämtheit und überhaupt nicht zu erklären. Zudem müssen Stromsperren zurzeit komplett ausgesetzt werden. Der Heizkostenzuschlag muss um einiges höher sein, als das bisher diskutiert wurde. Er muss auch für weit mehr Menschen gelten.

Die steigenden Preise merkt man bis in die Mittelschicht hinein. Rentnerinnen und Rentner, die Grundsicherung erhalten, beziehen aber kein Wohngeld und würden daher auch den Heizkostenzuschuss nicht bekommen. Und wir haben es immer stärker mit generell ansteigenden Preisen zu tun. Die 3 Euro Hartz-IV-Erhöhung zum Jahresbeginn sind durch die Inflation längst aufgefressen. Der Satz muss dringend angepasst werden.

Wenn Menschen anfangen, an Obst und Gemüse für ihre Kinder zu sparen, ist der Handlungsdruck jedenfalls hoch. Aber Landwirtschaftsminister Özdemir will, dass die Preise für Lebensmittel weiter steigen. Ist das noch akzeptabel?

Natürlich kann es nicht angehen, dass Menschen an der eigenen gesunden Ernährung so stark sparen, weil sie kaum über die Runden kommen. Betroffen sind nicht nur die Transferleistungsempfänger, das geht bis in die Mittelschicht hinein. Es ist eine politische Aufgabe, sicherzustellen, dass sich alle Menschen gesunde Lebensmittel leisten können – und dass Erzeugerinnen und Erzeuger besser bezahlt werden.

Wer soll das finanzieren?

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Fangen wir doch einmal bei den Discountern an: Die Unternehmensführungen von Aldi, Lidl und Co. haben von der Corona-Krise profitiert. Was machen sie mit ihren Gewinnen? Sorgen sie für bessere Bezahlung ihrer Mitarbeitenden? Sorgen sie dafür, dass Landwirtinnen und Landwirte mehr bekommen? Wenn sie hier zu wenig tun, fände ich es legitim und erstrebenswert, dass wir ihnen härtere politische Auflagen diesbezüglich geben und ihre Gewinne ebenfalls höher besteuern, um die Mittel für eine Unterstützung der Landwirte zu nutzen.

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