Nach Vorwürfen über häusliche Gewalt: Perus Präsident entlässt Regierungschef

Der peruanische Präsident Pedro Castillo (Mitte) hat seinen Regierungschef Héctor Valer Pinto entlassen.

Der peruanische Präsident Pedro Castillo (Mitte) hat seinen Regierungschef Héctor Valer Pinto entlassen.

Lima. In der Regierungskrise in Peru ist Ministerpräsident Héctor Valer nach Berichten über Vorwürfe der häuslichen Gewalt zurückgetreten. Die Zeitungen hätten ihn als gewalttätig dargestellt, teilte Valer am Samstag (Ortszeit) mit. Er war nur drei Tage im Amt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Örtliche Medien hatten Beschwerden gegen Valer aus dem Jahr 2016 veröffentlicht, denen zufolge ihm seine Frau und Tochter körperliche Gewalt vorwarfen. Valer bestreitet die Angriffe. Der peruanische Präsident Pedro Castillo hatte vor dem Rücktritt bekannt gegeben, dass er sein Kabinett erneut austauschen werde. Valer war bereits der dritte Ministerpräsident seit dem Amtsantritt von Castillo im Juli.

Castillos Regierung ist mit einer Krise behaftet. Erstmals seit seiner Wahl protestieren einstige Unterstützer von ihm gegen seine Regierung. Sie werfen ihm vor, bei der Auswahl seiner Minister nicht gut genug aufzupassen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Er habe sich entschieden, die Regierung umzubilden, sagte Präsident Castillo am Freitag. Die nächste Regierung, die ihr Amt antritt, wird bereits die vierte seit Castillos Amtsbeginn vor sechs Monaten sein.

Vorwürfe häuslicher Gewalt gegen den Ministerpräsidenten

Regierungschef Valer Pinto war zuvor unter Druck geraten, als Zeitungen berichteten, seine Frau und seine Tochter hätten ihn 2016 wegen häuslicher Gewalt angezeigt. Demnach habe es mindestens zwei Beschwerden bei der Polizei gegeben. Die Opposition und Teile der Regierung forderten daraufhin seinen Rücktritt. Der Regierungschef sagte, er sei kein „Missbrauchstäter“ und sei auch nie wegen häuslicher Gewalt verurteilt worden. Valer Pinto räumte jedoch ein, er habe „Probleme“ mit seiner Tochter gehabt.

In einer am Freitag im peruanischen Fernsehen ausgestrahlten Aufzeichnung verkündete Präsident Castillo, dass Gewalt an Frauen nicht akzeptiert werden könne. Das nächste Kabinett werde demnach Stimmen aus „diversen politischen Sektoren“ beinhalten.

Der frühere Lehrer Castillo ist Mitglied einer marxistisch-leninistischen Partei in Peru. Die politische Ausrichtung seiner Regierung hat sich in kürzester Zeit nach der Wahl jedoch nach rechts bewegt. Der nun aus dem Amt entlassene Valer Pinto war lange Mitglied einer extrem rechten Partei, bevor er sich Castillo anschloss.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Der Präsident übt in Peru eine mächtige Funktion aus. Der Premierminister dient als eine Art Chefberater für den Präsidenten. Gemeinsam wählen Präsident und Premierminister das Kabinett aus. Ein Zeitplan für eine neue Kabinettsbildung besteht noch nicht.

RND/alx/AP

Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken