„Ich halte Putin für berechenbar“: Wagenknecht verteidigt russische Ukraine-Politik

Die neue Sammlungsbewegung von Linksfraktionschefin Wagenknecht trägt den Namen „Aufstehen“. Jetzt hat sich eine Regionalgruppe in Göttingen gegründet.

Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht.

Hannover. Nach ihrer überstandenen Corona-Infektion hat Sahra Wagenknecht in der Talkshow von Markus Lanz am Donnerstagabend über den Konflikt in der Ukraine gesprochen. Dabei geriet die Linken-Politikerin immer wieder mit ihrer FDP-Kollegin Marie-Agnes Strack-Zimmermann aneinander. Wagenknecht zeigte sich verständnisvoll für Putins Vorgehen an der Grenze zur Ostukraine.

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Moskau verfolge mit der Verlegung von Truppen legitime Sicherheitsinteressen, so Wagenknecht. Außerdem störe sie die negative Berichterstattung über Russland. Bei einer Truppenverschiebung im eigenen Land sei von „Aggression“ die Rede, aber amerikanische Militärübungen im Schwarzen Meer würden als „Landesverteidigung“ bezeichnet.

„Man kann Putin halten, wofür man will, aber ich halte ihn für berechenbar“, sagte Wagenknecht. Auch sei die Ukraine nicht unschuldig an der Eskalation der Lage; der russische Staatschef habe die Kanäle immer offen für Gespräche gehalten. Strack-Zimmermann konterte, dass Putin das Gespräch auch tatsächlich suchen und nicht 130.000 Soldaten an die Grenze verlegen solle.

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Einig waren sich die beiden Politikerinnen allerdings in der Causa Gerhard Schröder, der der Ukraine zuletzt Säbelrasseln vorgeworfen hatte. Strack-Zimmermann warf dem Altkanzler vor, durch seine finanziellen Verbindungen zu Russland nicht objektiv zu sein. Sie stellte infrage, ob Schröder überhaupt noch Zuwendungen vom deutschen Steuerzahler bekommen sollte.

Unklar, wann sich Wagenknecht impfen lassen will

Wagenknecht stimmte zu, dass ein Gesetz sinnvoll sein könnte, dass Politiker nach ihrer Karriere als Berater oder Mitarbeiter von Wirtschaftsunternehmen arbeiten dürften. Das müsse allerdings für alle Unternehmen und Länder gelten, nicht nur für Russland.

Ein weiterer kontroverser Moment der Sendung war Wagenknechts Antwort, ob sie sich mittlerweile eine Impfung vorstellen könne. Bislang hatte sie erklärt, sich mit einem Totimpfstoff immunisieren zu wollen. Diesmal wich Wagenknecht allerdings aus. Sie verwies auf ihren Genesenenstatus und kritisierte im Weiteren die strengen und „nicht logischen“ Corona-Maßnahmen der Regierung. Wagenknecht erklärte anschließend, dass eine Impfung für sie nur infrage komme, sollten aggressivere Varianten des Virus auftreten.

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Kritik übte die Linken-Politikerin außerdem an der Versicherung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), dass eine Impfpflicht nur auf drei Impfungen beschränkt bleibe. Ob allerdings noch weitere Impfungen nötig seien, könne niemand absehen. Sie forderte von der Regierung daher, ehrlicher in der Kommunikation zu werden.

RND/dre

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