ZdK-Präsidentin sieht „GAU für Glaubwürdigkeit“ in katholischer Kirche

Irme Stetter-Karp ist Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

Irme Stetter-Karp ist Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

Frankfurt/Main. Das Münchner Missbrauchsgutachten und das Eingeständnis einer Falschaussage des emeritierten Papstes Benedikt XVI. stellen nach Einschätzung von ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp eine schwere Belastung für die Glaubwürdigkeit dar. Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken sprach von einem „GAU“. Sie kritisierte zugleich die „Salamitaktik“ des emeritierten Papstes im Umgang mit Fehlverhalten nach dem Bekanntwerden von vier Fällen aus seiner Zeit als Erzbischof von München, in denen er sich als Vorgesetzter selbst falsch verhalten haben soll.

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„Es wird nur das zugestanden, was nicht mehr zu leugnen ist. Und das ist definitiv zu wenig“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist schon eine Grenze, die erreicht ist. Sowohl die erste als auch die zweite Reaktion vom Papst emeritus enttäuscht sehr viele Katholikinnen und Katholiken – auch mich – wirklich sehr, weil keine persönliche Verantwortung übernommen wird“, sagte Stetter-Karp. Es sei „extrem bitter“, nach den Veröffentlichungen des Gutachtens erneut zu sehen, „dass die Schutzmechanismen der Institution immer noch stärker sind als die Anerkennung des Leids der Betroffenen und die moralische Übernahme der Verantwortung“.

Bei ihren Begegnungen in den vergangenen Tagen und Wochen, ob nun mit Katholikinnen und Katholiken oder mit Menschen, die der Kirche eher fernstehen, sei Enttäuschung über „eklatantes Führungsversagen der katholischen Kirche“ wahrzunehmen, sagte Stetter-Karp. „Ich höre viele, die einer Kursänderung von oben keine Chance mehr geben. Schlimmer noch, die es aufgegeben haben, diese zu erwarten.“

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Hoffnung setzte sie in den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland, der in der kommenden Woche mit der dritten Vollversammlung in Frankfurt den Reformprozess fortsetzen soll. Hier werde es notwendig sein, Beschlüsse zu fassen, die geeignet seien, die systemischen Ursachen von Missbrauch in der katholischen Kirche langfristig zu beseitigen, sagte sie.

RND/dpa

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