15-jähriger Sohn starb durch Bombe: IS-Rückkehrerin steht jetzt vor Gericht

Vor Gericht muss sich eine 40-Jährige Frau verantworten, die sich dem IS angeschlossen haben soll.

Hamburg. Knapp vier Jahre nach dem Tod ihres Sohnes bei einem Bombenangriff in Syrien muss sich eine deutsche IS-Rückkehrerin vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht verantworten. Die 44-Jährige aus Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) ist wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung in mehreren Fällen und Kriegsverbrechen angeklagt.

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Die weiteren Vorwürfe lauten Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht sowie fahrlässige Tötung. Der Prozess soll am nächsten Mittwoch in Hamburg vor einem Staatsschutzsenat beginnen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Mutter und Sohn reisten nach Syrien

Die Schleswig-Holsteinerin soll im Sommer 2016 zusammen mit dem damals fast 14-jährigen Sohn ihrem Mann nachgereist sein, um sich dem Islamischen Staat (IS) anzuschließen. Der Ehemann sei bereits ein Jahr zuvor zu der Terrormiliz gegangen, hieß es.

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Den gemeinsamen Sohn gab die Mutter laut Anklage zur religiös-ideologischen und militärischen Ausbildung an eine IS-nahe Islamisten-Miliz. Infolge eines Bombenangriffs auf ein Haus in der Nähe der Familienwohnung sei der Junge im Februar 2018 im Alter von 15 Jahren gestorben.

Wegen Eingliederung ihres Sohnes in bewaffnete Gruppen als Kämpfer und wegen Beihilfe zur aktiven Teilnahme an Feindseligkeiten wirft der Generalbundesanwalt der Angeklagten Kriegsverbrechen nach dem Völkerstrafgesetzbuch vor. Die 44-Jährige soll in Syrien einen Sprengstoffgürtel und ein Gewehr besessen und geführt haben.

Die Angeklagte war am 24. März 2021 von der Türkei nach Deutschland abgeschoben worden. Seitdem sitzt sie in Untersuchungshaft. Zusammen mit ihrem Ehemann soll sie sich im Februar 2019 kurdischen Kräften nahe der irakischen Grenze ergeben haben. Über das Schicksal des Mannes ist nichts bekannt. Die Frau soll einen weiteren, älteren Sohn haben, den sie jedoch nicht mit nach Syrien nahm. Das Gericht hat zwölf Verhandlungstermine bis zum 15. Februar angesetzt.

RND/dpa

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