„Ins Gefängnis muss niemand“: Gesundheitsminister Lauterbach will allgemeine Corona-Impfpflicht

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (Archivbild)

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (Archivbild)

Hamburg. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dringt auf eine allgemeine Corona-Impfpflicht. Diese gehöre zu den zwei Dingen, die aus der Corona-Krise herausführen können. „Ins Gefängnis muss niemand“, sagte der SPD-Politiker dem „Spiegel“. „Aber die Verhängung von Bußgeldern ist unvermeidbar.“

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Das sagte Lauterbach dem „Spiegel“ in einem am Freitag online veröffentlichten Interview: „Das zweite ist eine erfolgreiche Boosterkampagne.“

Adressaten der Impfpflicht seien jene Menschen, die durch medizinische Argumente nicht erreicht werden. Zur Höhe der Strafe wollte Lauterbach sich nicht festlegen. Man müsse mit Psychologen und Ökonomen reden, ab wann Strafen eine Wirkung erzielen. Wenn jemand nicht zahlt, müssten die Bußgelder erhöht werden. „Aber ich bin mir sicher, dass wir allein mit der Ankündigung der allgemeinen Impfpflicht schon sehr viele Menschen erreichen werden“, sagte Lauterbach.

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Infektionsschutzgesetz im Bundestag

Bundestag und Bundesrat stimmen bereits am Freitag in Berlin über eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes ab, die erstmals eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Gruppen vorsieht. Ab Mitte März 2022 sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Einrichtungen, in denen besonders durch Covid-19 gefährdete Menschen behandelt oder betreut werden, einer Impfpflicht unterliegen. Das gilt unter anderem für Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeheime.

Stimmt der Bundestag den Änderungen am Vormittag zu, kommt bereits am Nachmittag der Bundesrat zu einer Sondersitzung zusammen, um ebenfalls darüber abzustimmen. Über eine allgemeine Impfpflicht soll im nächsten Jahr im Bundestag fraktionsübergreifend beraten und entschieden werden.

Zahlreiche Politiker hatten sich zuletzt für eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona ausgesprochen. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist dafür.

Lauterbach warnt vor Omikron

Gesundheitsminister Lauterbach warnte, es sei kaum zu verhindern, dass die neue Omikron-Variante des Coronavirus sich auch bei uns ausbreite. „Die Analysen von Expertinnen wie Sandra Ciesek und anderen zeigen alle in dieselbe Richtung: Mit der zweifachen Impfung haben wir einen sehr beschränkten Schutz gegen Infektionen, möglicherweise gar keinen mehr nach Monaten“, sagte er. „Dann wären die Ungeimpften und diejenigen ohne Boosterimpfungen im vollen Risiko in Bezug auf die Infektion.“ Wahrscheinlich bliebe ein Schutz gegen schwere Krankheit. „Deshalb brauchen wir unbedingt eine allgemeine Impfpflicht“, so Lauterbach.

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RND/epd/dpa

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