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Corona-Epidemie

Eindringlicher Appell der Landesregierung: „Bleiben Sie zu Hause“

Ministerpräsident Weil, Ministerin Reimann: „Uns ist bewusst, dass wir das öffentliche Leben nicht auf unbefristete Zeit herunterfahren können.“

Ministerpräsident Weil, Ministerin Reimann: „Uns ist bewusst, dass wir das öffentliche Leben nicht auf unbefristete Zeit herunterfahren können.“

Hannover.Auch in Niedersachsen kommt es ab Dienstag, 17. März, 6 Uhr morgens, zu radikalen Maßnahmen wegen der Corona-Gefahr. Bis zum 18. April müssen alle Läden und Einrichtungen mit Publikum geschlossen bleiben – bis auf Geschäfte „für den täglichen Bedarf“. Selbst das Spielen auf Spielplätzen wird wegen der Ansteckungsgefahr untersagt. Schwimmbäder bleiben ebenso geschlossen wie Fitnessstudios, Discotheken, Sportclubs, Bars, Kinos und Bordelle. Gaststätten und Restaurants dürfen nur unter strengen Vorlagen bis 18 Uhr geöffnet bleiben. Versammlungen in Moscheen, Synagogen und Kirchen werden untersagt. Diese Regelungen stellten Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Sozialministerin Carola Reimann (SPD) am Montag in Hannover vor.

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Viele Patienten haben sich im Skiurlaub angesteckt

Weil betonte, dass die niedersächsischen Regelungen eng mit dem Bund abgestimmt seien. Er habe stets darauf geachtet, dass es keinen unsinnigen Schließungswettlauf unter den Bundesländern gebe. Den Notfall ausrufen wie Bayern wolle er nicht, weil dies wenig bringe. Die Zahl der Corona-Infizierten in Niedersachsen ist nach Angaben von Ministerin Reimann innerhalb eines Tages um 104 Infizierte auf nun 390 Erkrankungen hochgeschnellt. Viele hätten sich in Österreich im Skiurlaub angesteckt.

Lebensmittelläden auch sonntags offen

Lebensmittelgeschäfte sollen in Niedersachsen geöffnet bleiben. Um Hamsterkäufe zu vermeiden, werde das Sonntagsöffnungsverbot aufgehoben, sagte Weil. Erst einmal für die Zeit von einem Monat; so lange darf auch der übrige Handel nicht öffnen. Apotheken bleiben weiterhin geöffnet.

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Das Verbot der Nutzung von Spielplätzen werde sicherlich zu viel Kritik führen, räumte Weil ein. Man sehe sich aber zu diesem Schritt gezwungen, weil auch auf Spielplätzen Infektionsketten entstehen könnten. Ein direktes Verbot der Zusammenkünfte in Kirchen wolle man vermeiden, sagte Weil.

Auflagen für Mensen und Restaurants

Für Restaurants und Mensen werde es Auflagen geben, etwa einen bestimmten Mindestabstand zwischen den Tischen. Verschärft werden nach Reimanns Angaben die Auflagen für Krankenhäuser und Altenheime: Hier gibt es jetzt ein durchgehendes Besuchsverbot. Nur für Palliativstationen, auf denen Sterbende liegen, soll es Ausnahmen geben. Man werde nach Ostern Bilanz ziehen, sagte Weil: „Uns ist bewusst, dass wir das öffentliche Leben nicht auf unbefristete Zeit herunterfahren können“, sagte Weil.

„Bleiben Sie zu Hause!“

Zum Schluss richtete Sozialministerin Reimann noch einen persönlichen Appell an alle Niedersachsen. „Die Bevölkerung ist sensibilisiert, aber es gibt einen großen Teil, der das nicht so sieht. Vermeiden Sie öffentliche Kontakte, bleiben Sie zu Hause. Ich weiß, nichts ist schwerer, als auf Gewohnheiten zu verzichten.“

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Von Michael B. Berger

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