Kommentar zu Pestiziden

Die EU-Kommission und ihre Chefin handeln wenig glaubwürdig

Auf einem Feld wird Flüssigdünger ausgebracht (Symbolfoto).

Auf einem Feld wird Flüssigdünger ausgebracht (Symbolfoto).

Berlin. Es könnte der Anfang vom Ende sein für die Agrarwende und damit auch ein Schlag gegen den Klimaschutz. Die EU-Kommission hat die Vorlage eines Entwurfs verschoben, der regeln sollte, den Pestizideinsatz in der Landwirtschaft bis 2030 zu halbieren.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Für ein Zehntel der Fläche sollte Artenreichtum vorgeschrieben werden. Und statt den Düngereinsatz wie geplant zu reduzieren, sollen nun wohl auch auf ökologischen Vorrangflächen chemische Hilfen erlaubt werden zum Futtermittelanbau. Das alles geschieht unter dem Vorwand des Kriegs gegen die Ukraine und der davon ausgelösten Angst vor Versorgungslücken.

Tatsächlich ist es nicht zuletzt die Angst des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der im Wahlkampf die Auseinandersetzung mit den Bauern scheut und daher als aktuelles EU-Vorsitzland auf die Bremse getreten hat. Andere EU-Länder sind ihm nur zu gerne gefolgt auf dem bequemeren Weg. Statt den Umbau als Chance zu begreifen, hält man lieber an alten Mustern fest und bekämpft selbst Minimalziele wie die der Vier-Prozent-Flächenstilllegung.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das ist so kurzsichtig wie unlogisch: Je deutlicher der Klimawandel ausfällt, umso schwieriger wird schließlich die Versorgungslage. Und in Europa wird derzeit nun wirklich nicht zu wenig gedüngt und gespritzt, sondern zu viel. Daran verdienen manche sehr gut, für andere ist es vor allem praktisch oder eine lang gehegte Gewohnheit. Aber letztlich ist es ein Verlustgeschäft für alle.

Der deutsche Agrarminister Cem Özdemir scheint dennoch auf ziemlich verlorenem Posten zu stehen. Die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen zeigt sich alles andere als glaubwürdig: Es reicht nun mal nicht, vollmundig einen Green Deal zu verkünden. Man muss ihn dann auch umsetzen.

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen