Lieferengpässe

„Alarmsignal“: Auch Kliniken haben Probleme bei der Beschaffung von Kinderantibiotika

Dieses achteinhalb Monate alte Kind liegt mit einem schweren Atemwegsinfekt auf einer Intensivstation. Viele Kinderkrankenhäuser sind wegen der aktuellen Welle von RSV- und Influenza-Infektionen extrem belastet.

Dieses achteinhalb Monate alte Kind liegt mit einem schweren Atemwegsinfekt auf einer Intensivstation. Antibiotikamangel kann eine ernst zu nehmende Gefahr für Kinder wie dieses werden.

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Berlin. Der Mangel an Antibiotika für Kinder zeigt sich nun auch in den Kliniken, die normalerweise besser mit Medikamenten versorgt sind als der niedergelassene Bereich. Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), der Arbeitsaufwand, den die Kliniken für die Beschaffung von Medikamenten mit Lieferengpässen betreiben müssten, sei bereits „überbordend“.

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Er sprach von einem „Alarmsignal“, wenn Antibiotika oder Krebsmedikamente in Deutschland plötzlich nicht mehr flächendeckend vorhanden seien. „Bis dato können die Krankenhäuser die Probleme durch einen erheblichen Mehraufwand im Rahmen der Beschaffung noch ausgleichen, aber dauerhaft wird es so nicht möglich sein, die Probleme zu lösen“, betonte der Verbandschef.

Nach einem Vorschlag des Apothekerverbands sollen bald auch Apotheken gegen Corona impfen dürfen. Dadurch könnte die Impfkampagne noch schneller umgesetzt werden. (Themenbild, Symbolbild) Köln, 28.04.2021

Wie es zur Medikamentenknappheit kommen konnte – und welchen Ausweg es gibt

In vielen Regionen Deutschlands sind aktuell diverse Arzneimittel knapp, darunter Fiebersäfte und Antibiotika für Kinder. Wir erklären, wie es dazu kommen konnte und welche Lösungsvorschläge auf dem Tisch liegen.

Gaß bestätigte die Angaben von Kinderärztinnen und ‑ärzten, dass Kinder in Kliniken eingewiesen würden, weil in der ambulanten Versorgung eine Antibiotikabehandlung aufgrund des Medikamentenmangels nicht oder nur verzögert möglich ist. Er sprach allerdings von „bisher nur einzelnen Hinweisen“ aus den Kliniken auf eine derartige Entwicklung. „Aber alleine die Ankündigung durch den Verband der Kinderärzte verdeutlicht, vor welchem Problem wir stehen“, betonte der DKG-Chef.

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Versorgungsmangel festgestellt

Das Bundesgesundheitsministerium hatte vergangene Woche einen Versorgungsmangel bei antibiotikahaltigen Säften für Kinder im Bundesanzeiger bekannt gemacht. Der Schritt basiert auf einem Frühwarnsystem beim zuständigen Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Mit der Bekanntmachung wird es Landesbehörden ermöglicht, flexibler auf Lieferengpässe zu reagieren.

Eine Reihe von Ländern hat bereits darauf reagiert. Sie haben per Sonderregelung den Apotheken und dem pharmazeutischen Großhandel befristet erlaubt, eigentlich nicht zugelassene Arzneimitteln aus dem Ausland einzuführen und hierzulande abzugeben.

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