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Nach Sexismus-Vorwürfen und Anklage

Kein Rücktritt, kein Austritt: Feldmann will Oberbürgermeister von Frankfurt bleiben

Der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD).

Nach seinem jüngsten umstrittenen Verhalten hat der Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann (SPD) in einem Statement Fehler eingestanden.

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„Ja, ich habe Fehler gemacht. Und dafür stehe ich zurecht in der Kritik“, sagte Feldmann am Mittwochmittag im Frankfurter Römer. „Ich war selbst erschrocken, als ich das Video aus dem Flieger gesehen habe.“ Als Vater zweier Töchter, tue er alles dafür, dass diese zu starken Frauen werden. Auch deswegen sei seine Aussage falsch gewesen. „Ich kann nur noch einmal aus tiefstem Herzen um Entschuldigung bitte, vor allem bei den Betroffenen selbst. Es kommt nicht mehr vor.“

Weiterhin entschuldigte sich Feldmann für sein Verhalten beim Eintracht-Empfang am vergangenen Freitag. Dabei sei der Eindruck entstanden, dass es um ihn gegangen sei, nicht um die Mannschaft, bedauerte Feldmann. „An diesem Abend sind mir als überzeugtem Eintracht-Fan die Gäule durchgegangen. Ich wollte den Pokal unbedingt anfassen.“

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Als Konsequenz wolle Feldmann bis Ende der Sommerpause auf die Medienarbeit bei seinen öffentlichen Terminen verzichten. „Repräsentative Termine sind kein Selbstzweck“, stellte der SPD-Bürgermeister fest. „Deshalb habe ich beschlossen, bis zum Ende der Sommerpause auf repräsentative Termine weitestgehend verzichten.“ Er habe das Hauptamt dementsprechend angewiesen. Stattdessen wolle er Ziele vorantreiben, „an denen mein Herz hängt“. Feldmann werde „nicht weniger arbeiten, sondern anders“.

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Mit Blick auf ein laufendes Verfahren sagte der OB: „Ich bin fest davon überzeugt, meine Unschuld beweisen zu können.“ Sein Wohlwollen sei nicht käuflich, „ich bin nicht korrupt“. Angesichts von Forderungen aus seiner eigenen Partei nach einem Rücktritt hoffte er dem Beispiel seines Tübinger Amtskollegen Boris Palmer (Grüne) folgen zu können. Dieser habe sich mit seiner Partei verständigt, die Mitgliedschaft vorerst ruhen zu lassen.

Feldmanns eigene Partei forderte Rücktritt

Zuvor hatten sich bereits der SPD-Ortverband, aber auch Grüne, CDU, FDP und Volt für einen Rücktritt ausgesprochen. „Die sexistische Äußerung des Oberbürgermeisters auf dem Flug nach Sevilla ist kein Kavaliersdelikt sondern eine zu verurteilende Entgleisung“, stellte der stellvertretende SPD-Parteivorsitzende Kolja Müller am Montag fest. Das Verhalten reihe sich in eine Reihe weiterer Fehlleistungen ein. „Sollte auch dieser Appell verhallen, werden wir gemeinsam mit den Koalitionsparteien die weiteren Schritte bis hin zu einem Abwahlverfahren erörtern“, hieß es etwa bei den Grünen.

Am Wochenende war ein Video im Netz aufgetaucht, in dem Feldmann auf dem Flug zum Eintracht-Finale nach Sevilla von Flugbegleiterinnen spricht, „die mich hormonell am Anfang erst mal außer Gefecht gesetzt haben“.

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Irritationen bei Pokalfeier von Eintracht Frankfurt

Am vergangenen Donnerstag hatte Feldmann zudem auf der Pokalfeier im Römer für Irritationen gesorgt. Dort nahm er zunächst Eintracht-Kapitän Sebastian Rode und Trainer Oliver Glasner den Pokal aus der Hand, um damit in Richtung Kaisersaal vorwegzuschreiten.

Und bei seiner Rede sprach der OB, der sich selbst als Eintracht-Fan bezeichnet, dann mehrere Namen der Spieler falsch aus. Feldmann selbst bedauerte sein Auftreten bei der Party und auch für seinen Spruch im Flieger entschuldigte er sich später.

Im März hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft Anklage wegen eines hinreichenden Tatverdachts der Vorteilsannahme erhoben. Feldmanns Frau soll als Leiterin einer Awo-Kita „ohne sachlichen Grund“ ein übertarifliches Gehalt bezogen haben, wie es hieß. Zudem habe die Arbeiterwohlfahrt (Awo) Feldmann im Wahlkampf 2018 durch Einwerbung von Spenden unterstützt. Im Gegenzug habe er die Interessen der Awo Frankfurt „wohlwollend berücksichtigen“ wollen.

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RND/sic/dpa

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