Getreide auf den Teller statt in den Trog

Ernährungskrise: Özdemir und Verbände demonstrieren für nachhaltige Landwirtschaft

12.04.2022, Berlin: Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, steht auf einer Kundgebung verschiedener Menschenrechts-Organisationen unter dem Motto «Frieden säen, Krieg beenden» vor einem Traktor vor dem Landwirtschaftsministerium. Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden weltweiten Nahrungsmittelkrise fordern die zivilgesellschaftlichen und bäuerlichen Vertreter eine globale Antwort des UN-Welternährungsausschusses.

12.04.2022, Berlin: Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, steht auf einer Kundgebung verschiedener Menschenrechts-Organisationen unter dem Motto «Frieden säen, Krieg beenden» vor einem Traktor vor dem Landwirtschaftsministerium. Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden weltweiten Nahrungsmittelkrise fordern die zivilgesellschaftlichen und bäuerlichen Vertreter eine globale Antwort des UN-Welternährungsausschusses.

Berlin. Die sich verschärfende globale Ernährungskrise ist nach Einschätzung von Landwirtschafts- und Entwicklungsorganisationen nicht mit alten Rezepten zu lösen. Bei einer Kundgebung vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin kritisierten sie am Dienstag Forderungen nach weiteren Produktionssteigerungen, einem Wegfall ökologischer Maßnahmen und zunehmende Exportorientierung der Agrarmärkte.

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12.04.2022, Berlin: Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen,4.v.l.), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, steht auf einer Kundgebung verschiedener Menschenrechts-Organisationen unter dem Motto «Frieden säen, Krieg beenden» Peace-Zeichen aus Gras vor dem Landwirtschaftsministerium. Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden weltweiten Nahrungsmittelkrise fordern die zivilgesellschaftlichen und bäuerlichen Vertreter eine globale Antwort des UN-Welternährungsausschusses., Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

12.04.2022, Berlin: Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen,4.v.l.), Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, steht auf einer Kundgebung verschiedener Menschenrechts-Organisationen unter dem Motto «Frieden säen, Krieg beenden» Peace-Zeichen aus Gras vor dem Landwirtschaftsministerium. Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden weltweiten Nahrungsmittelkrise fordern die zivilgesellschaftlichen und bäuerlichen Vertreter eine globale Antwort des UN-Welternährungsausschusses., Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Die Organisationen forderten Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) auf, sich dafür einzusetzen, dass Tierbestände und die Abhängigkeit von Futtermittelimporten reduziert und die Beimischung von Agrarkraftstoffen, die aus Ölpflanzen und Getreide erzeugt werden, umgehend beendet werden. „Dann steht auch genügend Getreide für die Ernährung zur Verfügung“, hieß es in der gemeinsamen Erklärung unter anderem Von „Brot für die Welt“, Misereor und Oxfam.

Auch Özdemir betonte, „Rezepte, die uns in die Klimakrise geführt haben, führen uns auch heute nicht weiter“. 60 Prozent der erzeugten Lebensmittel würden in Deutschland verfüttert, weltweit seien es 47 Prozent: „In der Frage Tank, Teller oder Trog muss deshalb 'Teller first' gelten.“

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Özdemir: Nachhaltige Landwirtschaft auch „vor unserer eigenen Haustür“

Die Organisationen betonten, Hunger, Krieg, Biodiversitäts- und Klimakrise dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. Nötig sei ein Ernährungssystem, das auf ökologische Landwirtschaft statt auf industrielle Lebensmittelproduktion setze. So werde Bäuerinnen und Bauern eine Zukunft ermöglicht, der Klimakrise begegnet und ausreichend gesundes Essen produziert. Dem Einsatz von Mineraldünger, Pestiziden sowie Gentechnik müsse eine deutliche Absage erteilt werden.

Özdemir verwies darauf, dass der Hunger dort am größten sei, wo die Klimakrise bereits Existenzen bedrohe, so wie Ostafrika, das vor der schlimmsten Hungersnot seit 40 Jahren stehe. Nachhaltige, klimagerechte Landwirtschaft müsse vor Ort und auch „vor unserer eigenen Haustür“ gestärkt werden. „Nur so sichern wir das Recht auf Nahrung.“

Laut den Vereinten Nationen ist der Nahrungsbedarf von inzwischen 40 Prozent der Bevölkerung in Somalia nicht gesichert. Dürre, explodierende Lebensmittelpreise und enorme Lücken bei der Finanzierung der Hilfe bedrohe Millionen von Somalierinnen und Somalier, erklärten mehrere UN-Organisationen und forderten eine sofortige Aufstockung der Mittel für die Nothilfe. Die Zahl der Menschen ohne genug zu Essen habe sich seit Jahresbeginn fast verdoppelt auf sechs Millionen.

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An der Aktion vor dem Landwirtschaftsministerium beteiligt waren die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), „Brot für die Welt“, die Christliche Initiative Romero, das entwicklungspolitische Inkota-Netzwerk, die Menschenrechtsorganisation Fian, das katholische Hilfswerk Misereor, Greenpeace und Oxfam.

RND/epd

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