Atomchef wittert politische Motive

„Grundlos“: Iran weist Kritik an Urananreicherung zurück

Mohammad Eslami, Leiter der Atomenergie-Organisation des Iran.

Mohammad Eslami, Leiter der Atomenergie-Organisation des Iran.

Teheran. Der Iran hat internationale Kritik an der Urananreicherung in der Untergrundanlage Fordo zurückgewiesen. Dies sei Irans Recht, sagte Atomchef Mohammed Eslami nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna am Mittwoch. Er räumte zugleich ein, dass der Schritt als Reaktion auf eine Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) vergangene Woche getroffen wurde. Diese bezeichnete er als „grundlos“ und politisch motiviert.

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Der Iran hat nach eigenen Angaben am Dienstag in der Untergrundanlage Fordo im Zentraliran mit der Urananreicherung auf 60 Prozent begonnen und dabei die neuen, schnelleren IR-6 Zentrifugen verwendet. Der Vorgang wurde international kritisiert. Für diesen Ausbau gebe es „keine zivile Begründung“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Der Schritt berge ein „signifikantes Risiko“ einer militärischen Nutzung von Atomtechnologie.

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Es ist die bislang ausführlichste Äußerung der iranischen Führung zum Vorwurf der Drohnen-Lieferung, den die Ukraine wiederholt erhoben hat.

Teheran betont, das Atomprogramm sei ziviler Natur. Eslami wies Vorwürfe über „Geheimanlagen“ im Land erneut zurück. „Die IAEA erklärt einen Kuhstall und einen Schuppen für Altmetall als Standort für eine geheime Atomanlage“, sagte der Atomchef weiter. Hintergrund sind Fragen der IAEA zu radioaktiven Spuren an drei bisher nicht deklarierten Standorten.

Das IAEA-Lenkungsgremium hatte in der Resolution dem Iran mangelnde Transparenz in Bezug auf das iranische Atomprogramm vorgeworfen und indirekt mit der Einschaltung des UN-Sicherheitsrats gedroht. Eine entsprechende Resolution wurde in Wien verabschiedet. Teheran hatte kurz danach mit „angemessenen Gegenmaßnahmen“ gedroht.

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Nachdem die USA im Jahr 2018 aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausstiegen, begann Teheran die in dem Deal vereinbarten Beschränkungen zu brechen und IAEA-Kontrollen zu erschweren. Derzeit reichert der Iran Uran bis zu einem Reinheitsgrad von 60 Prozent an, der nach IAEA-Angaben nur knapp unter dem für Atomwaffen benötigten 90 Prozent liegt.

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RND/dpa

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