Brand in Berliner Grunewald

Giffey will über Schließung des Sprengplatzes reden - Evakuierung der Bevölkerung nicht notwendig

Franziska Giffey (l), Regierende Bürgermeisterin von Berlin, und Innensenatorin Iris Spranger (beide SPD) nachdem sie sich bei Feuerwehr und Polizei über den Brandherd im Grunewald vor Ort informiert haben.

Franziska Giffey (l), Regierende Bürgermeisterin von Berlin, und Innensenatorin Iris Spranger (beide SPD) nachdem sie sich bei Feuerwehr und Polizei über den Brandherd im Grunewald vor Ort informiert haben.

Berlin. Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey hat angekündigt, über den Standort des Sprengplatzes der Berliner Polizei reden zu wollen. „Wir müssen uns darüber Gedanken machen, wie wir in Zukunft mit diesem Sprengplatz umgehen und ob auf Berliner Stadtgebiet ein solcher Ort der richtige ist“, sagte die SPD-Politikerin nach einem Besuch im Grunewald, in dem es seit den Morgenstunden auf und rund um den Sprengplatz brennt.

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Giffey sagte, sie werde auch mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) über die Möglichkeiten für eine Kooperation in der Metropolregion sprechen. „Das muss man bereden“, sagte Giffey. Der Sprengplatz sei seit vielen Jahren im Grunewald, sagte die Bürgermeisterin. „Er ist der einzige auf Berliner Territorium in dieser Form.“ Er liege im Wald, nicht in einem Wohngebiet. „Insofern ist das eine Situation, die jetzt, wie wir sie bewerten können, die Lage noch eher entspannt.“

Explosion auf Sprengplatz verursacht Großbrand im Berliner Grunewald

Die Löscharbeiten gestalten sich nach Angaben der Feuerwehr schwierig, da es immer wieder zu Explosionen und umherfliegenden Trümmerteilen kommt.

CDU-Fraktion fordert Schließung des Sprengplatzes im Grunewald

Auch die CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus fordert, den Sprengplatz der Berliner Polizei im Grunewald zu schließen. „Dieser hoch gefährliche explosive Ort hat nichts in einem Naherholungsgebiet zu suchen“, teilte die Fraktion am Donnerstag mit. „Dieses schreckliche Unglück wäre vermeidbar gewesen“, so die Berliner Christdemokraten. „Mit dem Land Brandenburg sollten Gespräche geführt werden, Kampfmittelbeseitigung und notwendige Sprengungen länderübergreifend auf dem Brandenburger Sprengplatz in Kummersdorf-Gut zu konzentrieren.“

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Die CDU-Fraktion wies darauf hin, sie habe sich bereits 2004 für die Schließung des Sprengplatzes eingesetzt. „Doch leider wurden unsere Antragsinitiativen von der SPD-Linken-Koalition abgelehnt.“ Nun müsse die Aufklärungsarbeit beginnen, etwa zur Menge der Munition, zur Art der offensichtlich nicht ausreichenden Sicherung, zur Lagerung und Bewachung. „Warum werden solche hochexplosiven Materialien nicht sicher in Bunkeranlagen gelagert, so dass von ihnen keine Gefahren ausgehen können?“

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) habe die Pflicht zu unverzüglicher Aufklärung und Transparenz. „Eine Sondersitzung des Innenausschusses zu Aufklärung und Konsequenzen im Sommer halten wir für notwendig und beantragen einen dementsprechenden Beratungspunkt.“

Berlin sei schnell eingeholt worden von der rot-grün-roten Ablehnung eines Landesamtes für Katastrophenschutz, kritisierten die Christdemokraten. „Dies hatte die CDU-Fraktion in den Haushaltsberatungen gefordert und mit Vorschlägen zum Waldbrandschutz erweitert: ein befahrbares Wegenetz im Wald, Hydranten, Brandmeldestationen und eine bessere personelle Ausstattung der Berliner Forsten zur Waldpflege und Prävention.“

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Giffey: Keine Notwenigkeit zur Evakuierung

Trotz der schwere des Brandes sieht die Regierende Bürgermeisterin aktuell keine Notwendigkeit zur Evakuierung: „Im Moment bin ich sehr froh, dass hier keine Wohnbebauung im näheren Umfeld ist und wir niemandem evakuieren müssen“, so Giffey weiter, denn „Es ist kein Personenschaden zu beklagen“, teilte die SPD-Politikerin am Donnerstag nach einem Besuch an der Brandstelle mit. „Es gibt keine Notwendigkeit für eine Evakuierung von Bevölkerung“, sagte sie. „Das haben wir in Brandenburg ja anders erlebt, wo ganze Dörfer evakuiert werden mussten. Das ist hier nicht der Fall, weil hier im Umkreis von zwei Kilometern niemand wohnt.“

Giffey sagte, bei dem Brand im Grunewald handele es sich um ein Ereignis, das in der Berliner Nachkriegsgeschichte einmalig sei. „Das Entscheidende ist, dass wir es schaffen, diesen Sicherheitskreis einzugrenzen, es schaffen, dass das Feuer nicht darüber hinaus geht.“

04.08.2022, Berlin: Rauch steigt bei einem Brand im Grunewald auf. Wegen eines Brandes im Grunewald wurde die Avus und der angrenzende S-Bahn-Verkehr gesperrt. Im Berliner Grunewald ist nach einer unbeabsichtigten Explosion auf dem dortigen Sprengplatz am Donnerstagmorgen ein Feuer ausgebrochen und hat den angrenzenden Wald in Brand gesetzt. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

04.08.2022, Berlin: Rauch steigt bei einem Brand im Grunewald auf. Wegen eines Brandes im Grunewald wurde die Avus und der angrenzende S-Bahn-Verkehr gesperrt. Im Berliner Grunewald ist nach einer unbeabsichtigten Explosion auf dem dortigen Sprengplatz am Donnerstagmorgen ein Feuer ausgebrochen und hat den angrenzenden Wald in Brand gesetzt. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Giffey dankt Einsatzkräften

„Ich bin sehr dankbar, dass wir das interdisziplinär tun, also zusammen mit der Bundeswehr und in engem Schulterschluss von Berliner Polizei und Berliner Feuerwehr“, so die Regierende Bürgermeisterin. Giffey dankte allen Einsatzkräften, ausdrücklich auch denen aus Brandenburg und der Bundeswehr, für ihre schnelle Unterstützung. „Für uns ist ganz entscheidend, dass wir sehr zügig ein Übergreifen der Flammen verhindern und alle Kräfte, die wir haben, bündeln. Das geschieht gerade.“

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Am frühen Donnerstagmorgen war auf oder um den Sprengplatz ein Feuer ausgebrochen, das sich ausbreitete. Auf dem Sprengplatz lagern Polizeiangaben zufolge rund 25 Tonnen unter anderem an beschlagnahmten Feuerwerkskörpern und Weltkriegsmunition, die zu bestimmten Terminen im Jahr kontrolliert gesprengt werden.

RND/ab/dpa

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