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Der „Händler des Todes“

Gefangenentausch von Brittney Griner: Wer ist Wiktor But?

Brittney Griner muss ins russische Gefängnis – für neun Jahre. US‑Präsident Joe Biden will das offenbar verhindern. Im Austausch für Griner soll er Wiktor But vorgeschlagen haben.

„Wiktor But“ – der Name eines der berühmtesten Waffenhändler der Welt macht aktuell wieder Schlagzeilen. Dabei sitzt der 55‑Jährige seit knapp zehn Jahren im Gefängnis. Grund für das Interesse an dem berüchtigten Russen ist aktuell der Prozess der US‑Basketballspielerin Brittney Griner in Moskau, die am Donnerstag wegen illegalen Drogenbesitzes von einem russischen Gericht zu einer neunjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Unmittelbar nach der Urteilsverkündung begannen bereits die Gerüchte über einen möglichen Gefangenen­austausch, mit dem Fokus auf Wiktor But, der aktuell in den USA wegen seiner Waffengeschäfte einsitzt.

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Wer ist der Russe, über den alle sprechen?

Mit nur 25 Jahren gründete But eine Transportfirma. Weltweit belieferte der Russe seine Kunden offiziell mit Blumen oder Haushaltswaren. Doch in seinen Fliegern soll der Händler vor allem Kriegswaffen versteckt haben, so Medienberichte. Die vor allem aus Osteuropa geschmuggelte Militärausrüstung machte den Waffenhändler schnell erfolgreich: In den 1990er-Jahren boomte das Geschäft des Waffenhändlers. Zu seinen Kunden sollen laut den Vereinten Nationen besonders afrikanische Terrorgruppen und Rebellen gehört haben, aber auch kriegslustige Regierungen. Namenhafte Empfänger seiner Waffendeals: Al-Kaida, die Taliban und die Farc. But habe sein Geld an Bürgerkriegen in Afghanistan, Liberia, Togo oder Angola verdient, behaupten später Ermittler.

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Aber er arbeitete auch mit dem Westen zusammen, transportierte UN‑Blauhelme nach Somalia, arbeitete für Großbritannien und die USA. Doch um die Jahrtausendwende nahmen diverse Geheimdienste die Fahndung des Waffenhändlers auf. Brüssel suchte den Waffenschmuggler wegen des Diamantenschmuggels und der Geldwäsche. Auch die CIA nahm die Ermittlungen auf. Mit 33 wurde But schließlich auch der Titel „Händler des Todes“ gegeben. Damals sagte der britische Minister Peter Hain:

But ist der führende Händler des Todes. Die UNO hat But als Zentrum eines Spinnennetzes von zwielichtigen Waffenhändlern, Diamantenmaklern und anderen Agenten entlarvt, die die Kriege auf der Welt befeuern. Ohne jemanden wie ihn wären wir in der Beendigung der Konflikte viel, viel weiter.

Peter Hain,

britischer Minister für Außenpolitik

Lange jagten ihn diverse Geheimdienste vergeblich, bis er 2008 in Bangkok verhaftet und an die USA ausge­liefert wurde. 2012 wurde Wiktor But schließlich von einem New Yorker Gericht wegen der Verschwörung zur Tötung von US‑Bürgern und US‑Regierungsmitarbeitern sowie zum Abschuss von Flugzeugen schuldig gesprochen. „Sie waren ein weltbekannter Waffenhändler, der die schlimmsten Regime der Welt versorgt hat“, sagte Richterin Shira Scheindlin bei der Urteilsbegründung damals. But sei es stets nur ums Geld gegangen, Menschen seien ihm einfach egal gewesen: „Er war skrupellos.“ 25 Jahre Haft und 15 Millionen Dollar Geld­strafe waren das Ende vom „Händler des Todes“ – bis jetzt.

Neun Jahre Haft für US-Sportlerin: Teamkolleginnen entsetzt über Urteil gegen Griner

Ein russisches Gericht hat die US-Basketballerin wegen Drogenschmuggels zu neun Jahren Haft verurteilt.

Basketballprofi im Austausch gegen den „Händler des Todes“?

Russland forderte seit 2012 immer wieder die Freilassung Buts. Mit der Inhaftierung von US‑Basketballerin Brittney Griner kommt Moskau diesem Ziel nun einen Schritt näher. Tatsächlich ist es jedoch US‑Präsident Joe Biden, der den Gefangenentausch angeboten haben soll. Laut dem US-Sender CNN wolle Biden den Waffen­händler But gegen Basketballerin Griner und Ex-US‑Soldat Paul Whelan handeln. Der Medienbericht bezieht sich auf Insiderkreise, die mit dem Austausch vertraut seien.

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Ein „skrupelloser“ Waffenhändler im Tausch gegen eine Basketballerin, die nach eigenen Aussagen versehent­lich Cannabisöl nach Russland brachte? Laut dem „Spiegel“ könnte sogar mehr hinter dem Tausch stecken. In einem entsprechenden Bericht erklärt Mark Galeotti, Historiker und Experte für russische Sicherheitspolitik, das russische Interesse am Waffendealer: But sei über seine Handelsbeziehungen hinaus auch „ziemlich sicher ein GRU-Agent, oder zumindest ein Informant“.

But besuchte als Jugendlicher das sowjetische Militärinstitut für Fremdsprachen und die Militärakademie. Seine filmische Laufbahn legen eine Beziehung zum KGB zwar nahe. Das bestreitet dieser allerdings vehement. Auch jegliche Form des Waffenhandels dementiert der verurteilte Dealer von Kriegsgerät bis heute. Tatsächlich wurde Buts Lebenswerk 2005 auf die Leinwand gebracht: Nicolas Cage verkörperte in „Lord of War – Händler des Todes“ den internationalen Waffenschieber Yuri Orlov, der an den berüchtigten Russen angelehnt ist.

RND/hyd

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