CDU-Chef will so Gas einsparen

„Tut es für Deutschland“: Merz fordert Grüne zu Umdenken bei Laufzeiten für Atomkraftwerke auf

Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz spricht während einer Sitzung des Bundestags. (Archivbild)

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Berlin. Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz hat an die Grünen appelliert, einer weiteren Nutzung der Atomkraft in Deutschland zuzustimmen.

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„Liebe Grüne, springt über Euren Schatten. Keine Denkverbote. Tut es für Deutschland“, schrieb Merz in einem Beitrag für die „Bild“-Zeitung (Dienstag). Angesichts der Energiekrise „sollten wir uns nicht die Möglichkeit nehmen, unsere Kraftwerke weiter laufen zu lassen, um damit Gas bei der Stromerzeugung einzusparen“. Auch die Union wolle ein „baldiges Ende der alten Atomkraft“ - aber nicht jetzt.

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In Deutschland sind noch drei Atomkraftwerke am Netz. Sie sollen zum Jahresende abgeschaltet werden. Wirtschaftsminister Robert Habeck und Umweltministerin Steffi Lemke (beide Grüne) argumentieren, dass eine längere Laufzeit „große wirtschaftliche, rechtliche und sicherheitstechnische Risiken“ mit sich bringe. Auch die Betreiber lehnen einen weiteren Betrieb ab. Merz forderte die Regierung zudem auf, Energiesparpläne für alle öffentlichen Gebäude aufzustellen.

Auch FDP will Atomkraftwerke über den Winter hinaus weiterbetreiben

Auch die FDP erhöht innerhalb der Ampel-Koalition den Druck für längere Laufzeiten der noch verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland. Fraktionschef Christian Dürr sagte der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die Debatte um Gaslieferungen aus Russland: „Wir wollen nicht den Teufel an die Wand malen. Aber wir müssen uns auf ein Szenario einstellen, das weitreichende Konsequenzen für private Haushalte und die deutsche Industrie haben könnte. Kein Kubikmeter Gas sollte mehr verstromt werden müssen. Deswegen wäre es jetzt richtig, die Laufzeiten der Kernkraftwerke über den Winter hinaus zu verlängern.“

Die Gas-Wasser-Installateure Marcel Ciechanowski (l.) und Stefan Bohn sowie Azubi Zadran Bakhtzaman in einem Heizungskeller in Berlin-Kreuzberg.

Seelenklempner im Heizungskeller

Drei Viertel aller Deutschen heizen mit Gas oder Öl. Angesichts knapper werdender Rohstoffe und explodierender Preise bekommen viele Verbraucher Angst vor dem kommenden Winter. Monteure der Heizungsfirmen haben derzeit alle Hände voll zu tun – mit Wartungen, der Optimierung von Heizanlagen und nervösen Kunden. Ein Report aus dem Heizungskeller.

Seit Montag wird wegen Wartungsarbeiten kein Gas mehr über die Ostseepipeline Nord Stream 1 geliefert. Dies dauert in der Regel bis zu zehn Tage. Wegen des Ukraine-Kriegs und der westlichen Sanktionen gegen Russland besteht nun jedoch große Sorge, dass der Gashahn zubleibt. FDP-Fraktionschef Dürr sagte dazu: „Es kann passieren, dass nach den Wartungsarbeiten an Nord Stream 1 kein Gas mehr fließt.“ Der russische Präsident Wladimir Putin mache, was er wolle. „Es wäre kaum verwunderlich, wenn er technische Gründe vorschiebt, um uns den Gashahn endgültig abzudrehen.“

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Dürr sagte außerdem: „Zudem sollten wir auch über die Förderung von Gas in der Nordsee sprechen. Wer in diesen Wochen von kaltem Duschen und warmen Pullovern spricht, verkennt den Ernst der Lage. Ideologische Debatten helfen uns im Winter kein bisschen, wenn Versorgungsengpässe drohen.“ Oberstes Ziel der Bundesregierung müsse eine sichere Energieversorgung sein. „So sinnvoll ein sparsamer Einsatz von Energie grundsätzlich auch ist, jetzt steht die sichere Versorgung an erster Stelle. Dafür müssen wir alle Möglichkeiten ausschöpfen.“

RND/dpa

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