Paris zögert noch

Spanien will Gaspipeline nach Frankreich fertigstellen – und fordert Unterstützung von Berlin

Teresa Ribera, Ministerin für Ökologischen Wandel von Spanien, spricht zu Journalisten (Archivbild).

Teresa Ribera, Ministerin für Ökologischen Wandel von Spanien, spricht zu Journalisten (Archivbild).

Madrid. Spanien hat Deutschland zur Unterstützung für den Bau einer Erdgas-Pipeline von der iberischen Halbinsel über Frankreich nach Mitteleuropa aufgerufen.

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Die Regierung in Berlin solle sich in die Gespräche zwischen Spanien und Frankreich über die Erdgas-Verbindung über die Pyrenäen einschalten, um so „den Weg zu ebnen“, sagte Spaniens Ministerin für Ökologischen Wandel, Teresa Ribera, am Freitag dem staatlichen TV-Sender RTVE. Zuvor hatte sich auch Bundeskanzler Olaf Scholz für den Bau der Pipeline stark gemacht, um angesichts des Krieges in der Ukraine und eines möglichen Endes russischer Gaslieferungen neue Energiequellen zu erschließen.

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Bundeskanzler Olaf Scholz hat seine Hoffnung erneuert, dass die Kosten der kommenden Gasumlage für die Bevölkerung eine „bewältigbare Aufgabe“ werden.

Dabei geht es um die Wiederbelebung eines 2017 wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit abgebrochenen Projekts, der Erdgaspipeline Midcat von Barcelona über die Pyrenäen bis zur Anbindung an das französische Netz im südfranzösischen Barbairan. In Spanien ist die Röhre bis Hostalric 106 Kilometer südlich der Grenze fertig, in Frankreich fehlen etwa 120 Kilometer.

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Spanien will seinen Teil der Pipeline in acht bis neun Monaten fertigstellen

Auf spanischer Seite könne die Röhre in acht bis neun Monaten fertig gestellt sein, sagte Ribera. Experten veranschlagen aber zwei bis drei Jahre für die Fertigstellung der ganzen Pipeline bis nach Barbairan. Frankreich, das stark auf Atomkraft setzt, steht dem Projekt Medienberichten zufolge verhaltener gegenüber.

Ribera betonte, es handele sich um ein Projekt von europäischer Bedeutung, das deshalb auch von der EU finanziert werden müsse. Das Erdgas, das durch die Röhre Richtung Norden fließen soll, könnten Spanien und Portugal aus verschiedenen Quellen beziehen, da beide Länder zusammen über insgesamt sieben Flüssiggasterminals verfügen.

Zudem gibt es zwei Pipelines zum Gaslieferanten Algerien in Nordafrika. Später solle im Zuge der Energiewende auch sogenannter grüner Wasserstoff durchgeleitet werden, der mit Hilfe von Wind oder Sonne erzeugt wird, betonte Ribera.

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RND/dpa

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