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Masken und Tabletten für Nordkorea

Südkoreaner schicken Ballons mit Corona-Hilfsmitteln in Norden

Plastiktüten mit Masken und Medikamenten stehen in der Grenzstadt Gimpo. Ein nordkoreanischer Überläufer und Aktivist sagte am Donnerstag, er habe weitere riesige Ballons mit Covid-19-Hilfsgütern in Richtung Nordkorea starten lassen, nachdem der Norden versprochen hatte, streng gegen solche Aktivitäten vorzugehen, und die fragwürdige Behauptung aufgestellt wurde, sie seien eine Quelle des Virus.

Seoul. Südkoreanische Aktivisten haben Ballons mit Hilfsmitteln gegen die Corona-Pandemie in Richtung Nordkorea geschickt. Die 20 Ballons seien am Mittwoch in einer Grenzstadt gestartet worden, sagte der Aktivist Park Sang Hak, der einst aus Nordkorea in den Süden geflohen war, am Donnerstag. Sie hätten 20.000 Masken sowie Zehntausende Fiebertabletten und Vitamin-C-Präparate transportiert. Zwei ähnliche Aktionen habe seine Gruppe bereits im Juni gestartet.

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Nordkorea hat Ballon-Aktionen immer wieder scharf verurteilt, mit denen oft Propagandaflugblätter gegen die Führung des diktatorisch regierten Landes über die Grenze geflogen wurden. In Südkorea sind Flugblattaktionen mit Ballons inzwischen verboten. Vor wenigen Tagen warnten nordkoreanische Staatsmedien vor „ausländischen Dingen“ und legten in Berichten nahe, möglicherweise seien Ballons die Ursache für den Corona-Ausbruch in Nordkorea.

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Experten halten das für äußerst fragwürdig. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO wird das Virus durch winzige Tröpfchen in der Atemluft übertragen. Das ist vor allem dann möglich, wenn Menschen dicht gedrängt in schlecht belüfteten Innenräumen stehen.

Ballons sollen auch in Zukunft weiter fliegen

Park sagte, die jetzt gestarteten Ballons hätten keine Flugblätter transportiert. Nur einer habe ein Plakat dabei gehabt, auf dem die Corona-Vorwürfe Nordkoreas zurückgewiesen würden und Machthaber Kim Jong Un als Heuchler bezeichnet werde. Auch künftig sollten Ballons mit medizinischen Hilfsgütern starten, die Nordkoreaner dringend brauchten.

Nordkorea hatte gut zwei Jahre lang beteuert, innerhalb seiner Grenzen gebe es keine Corona-Infektionen, bevor es im Mai schließlich doch einen Ausbruch einräumte. Eine genaue Zahl positiv getesteter Menschen nannte es nicht. Die Behörden sprachen lediglich von 4,8 Millionen Fieberfällen und 74 Toten. Ausländische Experten halten diese Zahlen für manipuliert.

RND/AP

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