Parteitag in Hannover

CDU berät Dienstpflicht für alle jungen Menschen

Friedrich Merz spricht mit Christina Stumpp, der stellvertretenden CDU Generalsekretärin

Friedrich Merz spricht mit Christina Stumpp, der stellvertretenden CDU Generalsekretärin

Sollen künftig alle jungen Menschen zu einem Dienst für die Gesellschaft verpflichtet werden? Das berät die CDU am Samstag bei ihrem Parteitag in Hannover. Sollte der Antrag durchkommen, müssen junge Männer und Frauen nach dem Willen der CDU ein soziales, ein ökologisches oder ein Jahr im Wehrdienst absolvieren, bevor sie nach der Schule ins Studium oder Ausbildung gehen.

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Das Thema ist in der CDU hoch umstritten. Parteivizechef Carsten Linnemann macht sich für ein solches Jahr stark, während sich beispielsweise die Junge Union klar dagegen stellt. Auch Parteichef Friedrich Merz tendiert eher zu einem Ausbau der freiwilligen Angebote und mehr Anreizen dafür.

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Ganz klar festgelegt hat sich Merz noch nicht – anders als bei der Frauenquote, für die er am Freitagabend mit einer lautstarken Rede Position bezogen hatte. Zuvor drohte der Antrag der Parteiführung durchzufallen, wonach die CDU bis 2025 in Führungsgremien und für Wahllisten schrittweise eine Frauenquote von 50 Prozent einführen will. Einschränkung: Es müssen sich ausreichend viele Frauen zur Wahl stellen. Nachdem die Delegierten zunächst den Gegnerinnen der Regelung viel Applaus gespendet hatten, gingen die frühere CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer und die frühere Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ans Rednerpult.

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„Das größte Johlen ist dann, wenn Frauen gegen Frauen in Stellung gebracht werden”, schleuderte Klöckner den Delegierten entgegen. Nach Einschätzung vieler Zuhörerinnen und Zuhörern im Saal der Messehalle war sie diejenige, die die Stimmung drehte.

Als schlechtes Beispiel für eine nie befriedete Debatte um die Frauenquote dient der CDU die Schwesterpartei CSU, die bis heute keine Regelung hat. Ihr Chef Markus Söder wird zu einem Gastauftritt in Hannover erwartet. Nach den für die Union existenziell bedrohlichen Auseinandersetzungen im Wahlkampfjahr 2021 versprach Merz den Delegierten am Freitag, dass sich so etwas „nie wieder” wiederholen werde. Auch das Verhältnis von Merz und Söder galt lange als schlecht. Die Nagelprobe für das Miteinander von CDU und CSU wird erneut die Frage um die Kanzlerkandidatur sein. Söder muss aber erst einmal im Herbst 2023 eine Landtagswahl bestehen.

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