Rezession droht in Deutschland

Bundesagentur-Chefin Nahles warnt vor Krisenfolgen

Andrea Nahles, Chefin der Bundesagentur für Arbeit.

Andrea Nahles, Chefin der Bundesagentur für Arbeit.

Berlin. Die Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, fürchtet eine Rezession, geht aber davon aus, dass der Arbeitsmarkt fürs Erste stabil bleibt. „Ja, uns droht eine Rezession“, sagte Nahles dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Die gute Nachricht ist aber: Der Arbeitsmarkt ist robust“, sagte Nahles.

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Nahles, die von 2013 bis 2017 Arbeitsministerin war, stellte fest: „Wir haben seit der Finanzkrise im Jahr 2008 festgestellt, dass sich die Arbeitsmarktentwicklung ein ganzes Stück von der Wirtschaftsentwicklung entkoppelt hat.“ Sie erläuterte: „Früher war das eine gemeinsame Bewegung nach unten und nach oben. Das ist vorbei.“ Zur Begründung sagte sie: „In Deutschland haben wir in vielen Bereichen Fachkräftemangel. Wer jetzt seinen Job verliert, findet offene Stellen vor.“ Wenn die Krise doch noch auf den Arbeitsmarkt durchschlagen würde, würde das zeitversetzt erfolgen.

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Arbeitsmarkt insgesamt stabil

„Auch wenn der Arbeitsmarkt insgesamt stabil ist, kann es in einzelnen Regionen und in ganzen Branchen Probleme geben“, sagte die Chefin der Bundesagentur allerdings. „Angesichts der Energiekrise müssen wir die Situation der Industrie im Auge behalten“, betonte Nahles. „Für die Stahlindustrie, die energieintensiv produziert, kann die Lage sehr schwierig werden.“

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Es erkundigten sich mehr Unternehmen danach, unter welchen Bedingungen sie Kurzarbeit anmelden könnten, so die Chefin der Bundesagentur. „Das ist ein Frühindikator dafür, dass es wieder zu mehr Kurzarbeit kommen könnte.“

Nahles warb dafür, dass die Politik für Kurzarbeit in der Krise im Vergleich zu den derzeitigen Regeln ein deutlich vereinfachtes Verfahren finden solle. Sie führte aus, in diesem Fall hätte die Regierung in einer großen Krise die Möglichkeit zu sagen: „Jetzt erfordert die Situation ein Krisenkurzarbeitergeld – mit einer vereinfachten Beantragung und womöglich auch mit pauschalen Beträgen, die an die Unternehmen gezahlt werden.“ Das würde die Sache gerade für kleinere und mittlere Firmen leichter machen, argumentierte sie.

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