IAEA soll Arbeit einstellen

Bedingung für Atomabkommen: Iran fordert Abzug der internationalen Inspekteure

Der iranische Präsident Ebrahim Raisi im Juni 2022 während einer Zeremonie in der zentraliranischen Stadt ShahreKord.

Der iranische Präsident Ebrahim Raisi im Juni 2022 während einer Zeremonie in der zentraliranischen Stadt ShahreKord.

Der iranische Präsident Ebrahim Raisi hat ein Ende der Untersuchungen der IAEA zur Bedingung für eine Rückkehr zum internationalen Atomabkommen gemacht. Raisi sagte am Montag in einer Pressekonferenz in Teheran, die Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde müssten ihre Ermittlungen zu künstlichen Uranpartikeln einstellen, die im Iran gefunden wurden.

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In der Pressekonferenz anlässlich seiner Amtsübernahme vor einem Jahr stieß der Präsident auch Drohungen gegen Israel aus und zeichnete ungeachtet der internationalen Sanktionen ein optimistisches Bild der iranischen Wirtschaft. Erst nach weit über einer Stunde kam Raisi auf die Verhandlungen über das Atomabkommen in Wien zu sprechen.

Die IAEA fordert von der iranischen Regierung seit Jahren Antworten auf Fragen zu künstlich hergestellten Uranpartikeln, die an nicht deklarierten Standorten im Iran entdeckt wurden. US-Geheimdienste, westliche Staaten und die IAEA geben an, der Iran habe bis 2003 ein Atomwaffenprogramm betrieben. Der Iran bestreitet seit langem, jemals den Besitz von Atomwaffen angestrebt zu haben. Als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrags ist der Iran verpflichtet, die radioaktiven Spuren zu erklären und zu versichern, dass sie nicht im Rahmen eines Atomwaffenprogramms entstanden.

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USA und Iran klären Details

Der Iran wurde im Juni vom Gouverneursrat der IAEA kritisiert, weil er Fragen zu den Anlagen, in denen die Partikel gefunden wurden, nicht zur Zufriedenheit der Inspektoren beantwortete. Raisi sagte am Montag, ohne eine Beilegung dieses Themas seien Gespräche über ein Atomabkommen bedeutungslos.

Teheran und Washington tauschten in den letzten Wochen schriftlich Details zu dem Abkommen aus, das eine Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran im Gegenzug für die Einschränkung seines Atomprogramms vorsieht.

Israel wird verdächtigt, eine Reihe von Anschlägen auf iranische Atomanlagen und einen prominenten Wissenschaftler verübt zu haben. Raisi nahm in seiner Pressekonferenz Bezug auf den Verdacht und drohte dem Land. Wenn Israel beschließe, seine Drohungen zur Zerstörung des iranischen Atomprogramms wahr zu machen, werden man sehen, „ob etwas vom zionistischen Regime übrig bleibt oder nicht“, sagte er.

Ein mögliches Treffen mit US-Präsident Joe Biden während der UN-Vollversammlung im kommenden Monat schloss Raisi aus. Auf diese Möglichkeit angesprochen sagte er, ein solches Gespräch sei weder nützlich für ihn noch für das iranische Volk.

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RND/AP

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