30 Jahre nach Rostock-Lichtenhagen

Verfassungsschutz­präsident warnt vor rechtsextremem Gewaltpotenzial

Thomas Haldenwang, Präsident vom Bundesamt für Verfassungsschutz, ist entschlossen, gegen rechte Gewalt vorzugehen.

Thomas Haldenwang, Präsident vom Bundesamt für Verfassungsschutz, ist entschlossen, gegen rechte Gewalt vorzugehen.

Berlin. Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, hat 30 Jahre nach dem rassistischen Pogrom von Rostock-Lichtenhagen vor der fortbestehenden Gefahr durch rechtsextreme Gewalt gewarnt.

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„Die abscheulichen, menschenfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen jähren sich in diesen Tagen zum dreißigsten Mal. Rechtsextremismus und Menschenhass haben sich damals über mehrere Tage in einem Gewaltexzess entladen“, sagte Haldenwang dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND). „Auch dreißig Jahre später ist das von Rechtsextremisten ausgehende Gewaltpotenzial hoch, was nicht zuletzt die rechtsterroristischen Anschläge der letzten Jahre belegen“, erklärte der Verfassungs­schutzchef.

Haldenwang: Verfassungsschutz entschlossen

Ereignisse wie in Rostock-Lichtenhagen dürften sich nicht wiederholen, so Haldenwang. „Dies erreichen wir nur durch ein starkes zivilgesellschaftliches Engagement und ein energisches Vorgehen der Sicherheitsbehörden im Kampf gegen Rechtsextremismus.“ Der Verfassungsschutz sei sich seiner Verantwortung bewusst und handele entschlossen.

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Duc Ta Minh haben die Ereignisse in Lichtenhagen vor 30 Jahren noch lange bis in seine Träume verfolgt. Heute lebt er in Warnemünde.

„Ich war doch hier zu Hause“: Erinnerungen an Rostock-Lichtenhagen 1992

Die rassistischen Ausschreitungen von Rostock-Lichtenhagen jähren sich in diesem Jahr zum 30. Mal. Damals wurde das Sonnenblumenhaus, Aufnahmestelle für Asylbewerber und das Wohnhaus für vietnamisische Arbeiter, attackiert. Ein damals Dreijähriger erzählt von seinen Erinnerungen und wie es ihm heute geht.

Zwischen dem 22. und 26. August 1992 randalierte ein rassistischer Mob lange Zeit ungestört und unter Beifall von Anwohnern vor einem Asylbewerberheim und einer Unterkunft für vietnamesische ehemalige DDR-Vertragsarbeiter im Rostocker Stadtteil Lichtenhagen. Das Wohnheim der vietnamesischen Arbeiter wurde mit Molotow-Cocktails in Brand gesetzt. Zuschauer behinderten Löscharbeiten der Feuerwehr. Die Polizei zog sich zeitweise vollständig zurück und überließ die im Haus gefangenen Menschen ihrem Schicksal. Etwa 150 Menschen, darunter 120 vietnamesische Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses und ein Kamerateam des ZDF, konnten sich vor den Flammen auf das Dach retten. Anlässlich des Jahrestages der rassistischen Ausschreitungen finden in dieser Woche Gedenkveranstaltungen in Rostock statt.

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