Verharmlosung des Atlanta-Attentats? Sheriff bedauert Erklärung des Polizeisprechers

Vor dem Gold Spa, dem Ort des Attentats, haben viele Trauernde Blumen abgelegt.

Vor dem Gold Spa, dem Ort des Attentats, haben viele Trauernde Blumen abgelegt.

Atlanta. Für große Aufregung in den sozialen Netzwerken hat der Chef der Bezirkspolizei von Cherokee County gesorgt, als er über den Angriff auf drei Massagesalons mit acht Toten in Atlanta informierte. Mittlerweile hat sich auch der Sheriff des Sprechers öffentlich zu dem Vorfall geäußert und seinen Sprecher in Schutz genommen.

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Es sei nicht das Ziel gewesen, es an Respekt gegenüber den Opfern vermissen zu lassen. Baker habe eine schwierige Aufgabe erfüllen müssen, die zu den härtesten Jobs des Mannes in 28 Jahren bei den Strafverfolgungsbehörden gehört habe.

„Harter Tag“ und achtfacher Mord

In einer Pressekonferenz am Mittwoch schien Sprecher Jay Baker die Taten des 21-jährigen Robert Aaron Long zu verharmlosen: „Er sagt, seine Tat war nicht rassistisch. Er hat ein Problem, was er als Sexsucht ansieht, und wollte die Versuchung für ihn eliminieren. Er war einfach mit den Nerven am Ende, denn Dienstag war ein wirklich harter Tag für ihn. Und das war, was er dann getan hat.“ Vorgeworfen wird dem 21-Jährigen achtfacher Mord.

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Für diese verharmlosende Beschreibung gab es viel Kritik für den Polizeisprecher. Illinois’ Senatorin Tammy Duckworth, die selbst chinesische Wurzeln hat und in Bangkok geboren wurde, teilte in einem Interview mit: „Offenbar hat hier eine offizielle Person den mutmaßlichen Täter verteidigt. Das war nicht einfach ein ‚harter Tag‘, das war ein Massaker.“

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Inzwischen wird Baker in den sozialen Netzwerken zudem vorgeworfen, rassistisch zu sein. Denn Baker hatte im April 2020 auf Facebook das Bild eines T-Shirts geteilt, auf dem das Etikett der Marke Corona-Bier zu sehen ist. Darauf steht: „Covid-19 importierter Virus aus Chy-Na“. Präsident Trump hatte China als „Chy-na“ intoniert. Dazu schrieb der Polizist: „Liebe mein Shirt. Besorgt euch auch eins, solange der Vorrat reicht.“

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Sechs Opfer waren Asiatinnen

Sechs der acht Todesopfer waren asiatische Mitarbeiterinnen der Massagesalons. Die beiden weißen Opfer, Delaina Ashley Yaun (33) und Paul Andre Michels (54), waren Kunden. Ebenso wie Elcias R. Hernandez-Ortiz (30), der zwar angeschossen wurde, aber überlebt hat. Von den sechs Mitarbeiterinnen der Massagesalons, die ums Leben kamen, wurden bislang nur die Namen Xiaojie Yan (49) und Daoyou Feng (44) bekannt.

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Der Tatverdächtige hatte gegenüber Polizisten behauptet, die Tat sei nicht rassistisch motiviert gewesen. Er gab an, an einer Sexsucht zu leiden. Die Polizei erklärte, es habe den Anschein gegeben, dass der Mann Orte angegriffen habe, die er als Quellen der Versuchung angesehen habe. Man arbeite immer noch daran, das Motiv zu klären.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass der Schütze womöglich weitere Angriffe plante. Der 21-Jährige sei nach den tödlichen Schüssen auf sieben Frauen und einen Mann in Richtung Florida gefahren, wo er es wohl auf „irgendeine Art von Pornoindustrie“ abgesehen habe, hatte Baker erklärt.

RND/sin/naw/dpa

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