Umstrittener Altkönig Juan Carlos feiert 84. Geburtstag im Exil

Der von Korruptionsvorwürfen bedrängte spanische Altkönig Juan Carlos hat zum zweiten Mal in Folge seinen Geburtstag fern seiner Heimat verbracht.

Madrid. Der von Korruptionsvorwürfen bedrängte spanische Altkönig Juan Carlos hat zum zweiten Mal in Folge seinen Geburtstag fern seiner Heimat verbracht. Ob und wie der Vater von König Felipe VI. (53) am Mittwoch im Exil in Abu Dhabi seinen 84. feierte, wurde zunächst nicht bekannt. Nach Medienberichten wurde Juan Carlos im Emirat bisher nur von seinen beiden Töchtern, den Infantinnen Elena (58) und Cristina (56) besucht. Seit seiner überstürzten Abreise aus Spanien im August 2020 dürfte er weder seine Gattin Sofia (83) noch Felipe oder eines seiner vielen Enkelkinder um die 16-jährige Kronprinzessin Leonor wieder persönlich getroffen haben.

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Meinungen zu Juan Carlos in Spanien geteilt

Juan Carlos lebt bereits seit eineinhalb Jahren im Exil. Er hatte am 3. August 2020 seine Heimat heimlich verlassen, um - wie es in einem später veröffentlichten Brief hieß - die Arbeit Felipes vor dem Hintergrund der Vorwürfe zu „erleichtern“. Seitdem zeigt sich der Mann, der zwischen 1975 und 2014 Staatsoberhaupt Spaniens war, kaum in der Öffentlichkeit. Im Dezember saß er jedoch bei einem Match des spanischen Tennisstars Rafael Nadal in Abu Dhabi auf der Tribüne. Stellungnahmen des Königshauses gibt es praktisch keine.

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Die spanische Behörden leiteten gegen Juan Carlos insgesamt drei Ermittlungen ein. Es geht um den Verdacht der Geldwäsche und des Steuerbetrugs, um mutmaßliche Schmiergeldzahlungen, um angeblich nicht deklarierte Spendeneinnahmen und auch um geheime Bankkonten im Ausland. Zur Abwendung eines Strafverfahrens wegen Steuerbetrugs zahlte Juan Carlos vor etwa einem Jahr mehr als fünf Millionen Euro an Steuerschulden nach, wie sein Anwalt damals bestätigte.

Die Meinungen zu Juan Carlos sind in Spanien geteilt. Die Zeitung „El Mundo“ veröffentlichte am Mittwoch eine Umfrage, nach der circa 33 Prozent eine Rückkehr befürworten und circa 28 dagegen sind. Weitere knapp 28 Prozent würden nur dann eine Rückkehr gutheißen, wenn er endlich eine Erklärung zu den vielen Vorwürfen abgibt.

Spanische Medien berichteten, Juan Carlos vermisse Spanien und seine Familie immer mehr, sei aber zuversichtlich, dass er bald werde zurückkehren können. Gerüchte über eine Einstellung der Ermittlungen gegen ihn hatten vor Kurzem die Hoffnungen des „Emérito“, des emeritierten Königs, und seiner Anhänger genährt. Doch die Ermittlungen wurden Anfang Dezember um weitere sechs Monate verlängert. „Eines steht nun fest: Vorerst kann er nicht zurückkehren“, kommentierte damals die Königshausexpertin der Zeitung „La Vanguardia“, Mariángel Alcázar. Es heißt, König Felipe widersetze sich einer Rückkehr seines Vaters vor Ende der Ermittlungen.

RND/dpa

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