Wieder ein Corona-Weihnachten: Telefonseelsorge stark gefragt

Auch im zweiten Jahr der Pandemie ist die Telefonseelsorge wieder sehr gerfragt (Symbolbild).

Auch im zweiten Jahr der Pandemie ist die Telefonseelsorge wieder sehr gerfragt (Symbolbild).

Halle/Magdeburg. Die Nachfrage nach seelsorgerlichen Angeboten per Telefon oder Chat ist auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie in Sachsen-Anhalt bislang hoch gewesen. „Eigentlich klingelt unser Telefon rund um die Uhr“, sagte die Leiterin der Telefonseelsorge Halle, Gundula Eichert. „Sobald eine Seelsorgerin oder ein Seelsorger das Telefon hinlegt, klingelt es sofort wieder.“ Auch an den Feiertagen und zwischen den Jahren steht das Telefon erfahrungsgemäß nicht still.

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Bei vielen Anrufen spiele Corona nicht immer unmittelbar eine Rolle, sagte Eichert. „Aber die Folgeerscheinungen von Corona spielen eine Rolle, also die Einsamkeit auch schon unter jungen Menschen.“ Es würden etwa Studierende anrufen, weil sie ihre Kommilitonen noch gar nicht kennengelernt hätten. Aber auch Menschen, die durch Quarantäne sehr einsam geworden sind würden sich an die Ehrenamtlichen wenden.

Etwa 24 Porzent der Anrufenden fühlen sich einsam

Für rund 24 Prozent der Anrufenden sei im Jahr 2021 Einsamkeit das bestimmende Thema gewesen, sagte Anette Carstens, Leiterin der Telefonseelsorge in Magdeburg. „Es zeichnet sich ab, dass das eine stetig zunehmende Zahl ist“, so die Pfarrerin. Es gehe aber auch oft um depressive Stimmungen, um familiäre Beziehungen oder Ängste. Bei ungefähr elf Prozent der Anrufe sei es um das Virus gegangen.

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Die Corona-Situation sei wie ein Gradmesser, so Carstens weiter. Im Lockdown sei die Nachfrage nach den Angeboten der Telefonseelsorge höher gewesen, im Sommer wieder etwas geringer. In den vergangenen Wochen sei die Verunsicherung im Kontext der Pandemie und der Maßnahmen wiederum groß gewesen. Das berichtet auch Gundula Eichert aus Halle: „Die Stimmung ist gereizter in der letzten Zeit. Wie es eigentlich in der Gesellschaft so auch ist - das spiegelt sich in den Anrufen eben auch wieder“. Leute seien wirklich genervt, dass es Einschränkungen gebe oder eine Impfpflicht drohe, sagte sie.

Abgefedert wird das alles durch die Ehrenamtlichen der Telefonseelsorge. In Halle engagieren sich den Angaben zufolge rund 90 Menschen, in Magdeburg 76. Trotz der Pandemie haben beide Einrichtungen eigenen Angaben zufolge keine Probleme, neue Freiwillige zu finden. „Es gibt immer mal jemanden, der oder die aufhört. Aber wir bilden ja auch jedes Jahr aus. Das hält sich so die Waage“, sagte Gundula Eichert.

Auch über den Jahreswechsel hören Ehrenamtlich zu

Auch über Weihnachten und den Jahreswechsel haben die Ehrenamtlichen ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Anrufer. Gerade die Festtage seien für viele einsame Menschen besonders schwer, weil die Zeit so voller Erwartungen sei, sagte Anette Carstens aus Magdeburg. Nach den Feiertagen würden immer wieder Menschen anrufen und sagen, wie froh sie seien, dass die Tage um seien, so Carstens.

RND/dpa

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