Papagei in Neuseeland stiehlt Gopro und filmt seine Flucht

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Ein Kea in Neuseeland hat eine Gopro geklaut und ist damit geflüchtet (Symbolbild).

Dass der unauffällige neuseeländische Kea (Nestor notabilis) ein schlauer und gleichzeitig frecher Vogel ist, ist kein Geheimnis: Er ist dafür bekannt, sich mit Schafen anzulegen, Verkehrshütchen zu verrücken oder Brieftaschen zu klauen.

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Einer dieser kleptomanisch veranlagten Vögel klaute nun einer Familie, die auf dem Kepler Track im Fiordland Nationalpark auf der Südinsel Neuseelands unterwegs war, eine Gopro-Kamera. Die Familie hatte die Kamera auf der Brüstung ihres Ferienhauses abgestellt, um die Keas zu filmen. Doch einer der frechen Vögel lief schnurstracks auf die Kamera zu, packte sie und nahm sie auf eine Tour über die Berglandschaft mit.

Tierischer Regisseur und Kameramann

Die Gopro filmte das Abenteuer aus der Luft, und der tierische Regisseur und Kameramann produzierte dabei recht eindrucksvolle Luftaufnahmen der alpinen Region. Die Kamera fing auch die Landung des Papageis ein, produzierte eine Nahaufnahme des Vogelgesichts und filmte, wie er an Plastikstückchen kaute.

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Die Familie folgte dem Papagei derweil am Boden und konnte die Kamera noch rechtzeitig zurückholen, bevor der Vogel größeren Schaden anrichten konnte. „Wir sind einfach dem Gekreische gefolgt“, sagte Alex Verheul gegenüber dem neuseeländischen Sender Seven Sharp. „Mein Sohn beschloss, auf ein paar Felsen zu suchen, wo es so aussah, als sei es ein guter Platz für einen Vogel zum Landen.“ Und tatsächlich habe der Kea da gesessen, und die Kamera habe noch immer gefilmt.

Aktion ist nicht ungewöhnlich für die Vögel

Die Aktion ist nicht ungewöhnlich für die Vögel, die als außergewöhnlich intelligent gelten. Wie schlau Keas sind, haben Forscher inzwischen mit verschiedenen Studien belegen können. So fanden neuseeländische Wissenschaftler beispielsweise heraus, dass die Vögel Wahrscheinlichkeit in Betracht ziehen, wenn sie Entscheidungen treffen. Der schlaue Bergpapagei ist zudem eines der wenigen Tiere, die verschiedene Arten von Informationen kombinieren können, um ein Urteil zu fällen. Ähnlich hohe Intelligenz kennt man im Tierreich bisher nur von Menschenaffen.

Bei den Experimenten zeigten die Forscher den Keas zwei Gläser mit schwarzen und orangefarbenen Token. Den Vögeln wurde beigebracht, dass die schwarzen Token gegen eine Futterbelohnung eingetauscht werden konnten. In dem Experiment mussten die Keas dann das Glas auswählen, von dem sie dachten, dass es ihnen die beste Chance geben würde, eine Belohnung zu erhalten.

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Experimente mit Keas zeigen ihre Intelligenz

Obwohl die Forscher die Anzahl der schwarzen und orangefarbenen Token in beiden Gläsern veränderten, wählten die Keas stets so, dass die Wahrscheinlichkeit höher war, einen schwarzen Token zu greifen. Auch ein zweites Experiment, bei dem eine Barriere in der Mitte der Gläser mit unterschiedlichen Anteilen an schwarzen und orangefarbenen Token oben und unten platziert wurde, zeigte, dass die Vögel das Glas auswählten, das mehr schwarze Token über der Barriere enthielt. Im letzten Experiment mussten die Keas zwischen zwei Forschern wählen, die die Token auswählten. Einer davon nahm grundsätzlich nur schwarze Token, selbst wenn weniger davon im Glas waren, während der andere beide Farben auswählte. Auch hier erinnerten sich die Vögel daran, welcher der Forscher stets nach einem schwarzen Token griff.

Im vergangenen Jahr wurde zudem die Geschichte eines Keas bekannt, der Werkzeuge zur eigenen Körperpflege nutzt. Der Papagei, dem die Forscher den Namen Bruce gegeben haben, lebt im Willowbank Wildlife Reserve in Christchurch. Der Kea wurde 2013 als junger Vogel schwer verletzt in freier Wildbahn gefunden – die gesamte obere Hälfte seines Schnabels fehlt. Forscher, die das Verhalten des Vogels untersuchten, stellten dabei fest, dass Bruce seine Behinderung überwunden hat, indem er Kieselsteine sucht, mit denen er sich selbst putzen kann. Das Reinigen des Federkleids ist für die Vögel wichtig, um Staubpartikel, Schmutz und Parasiten zu entfernen.

Schwer angeschlagene Vogelwelt in Neuseeland

Insgesamt leben in Neuseeland noch geschätzte 3000 bis 7000 Keas in der Wildnis. Vor allem bei Farmern haben die Papageien aber einen schlechten Ruf, da sie immer wieder Schafe attackieren und dabei mit ihren kräftigen Schnäbeln ordentliche Stücke Fleisch aus deren Rücken herausreißen. Zwischen 1860 und 1970 förderte die neuseeländische Regierung deswegen sogar, dass Bauern die Vögel jagten, und zahlte Kopfgeld für tote Keas. Rund 150.000 wurden dafür erlegt. Erst 1986 wurde der Vogel dann offiziell unter Schutz gestellt.

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Grundsätzlich ist die Vogelwelt Neuseelands schwer angeschlagen: Neben den intelligenten Keas gibt es beispielsweise noch die flugunfähigen Kiwis und Kakapos. Ihre Zahlen sind wie die des Keas stark dezimiert worden, seitdem der Mensch Neuseeland vor etwa 700 Jahren besiedelt hat. 70 Vogelarten sind über die Jahrhunderte ausgestorben, 30 Prozent der noch lebenden Arten sind inzwischen bedroht. Laut einer Studie, die Forscher im August 2019 im Fachmagazin „Current Biology“ veröffentlichten, würde es 50 Millionen Jahre dauern, bis sich die Vogelwelt Neuseelands wieder völlig regeneriert hätte.

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