Mehr als jeder zweite Betrieb in Existenznot: Gastgewerbe fordert neue Perspektiven

Mehr als jede zweite Gaststätte in Deutschland ist von der Existenznot bedroht.

Mehr als jede zweite Gaststätte in Deutschland ist von der Existenznot bedroht.

Berlin. Für das Gastgewerbe sind stabile Zukunftsperspektiven wichtiger denn je. Das zeigen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga Bundesverband). Daran beteiligten sich vom 31. Januar bis 4. Februar insgesamt 7039 gastgewerbliche Betriebe aus ganz Deutschland.

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Seit November ist die Branche erneut hart getroffen. So lag der Umsatzverlust im Januar wieder bei minus 50 Prozent im Vergleich zum Januar 2019. Besonders betroffen von den Umsatzeinbußen sind neben den seit vielen Wochen geschlossenen Clubs und Diskotheken (minus 93,8 Prozent), die Eventgastronomie (minus 79,4 Prozent) sowie die Stadt- und Tagungshotels (minus 59 Prozent).

Über die Hälfte aller Betriebe in Existenznot

Bei den Betreibern der Ferienhotels lag der Verlust bei minus 40,7 Prozent. Die Existenzängste nehmen in der gesamten Branche zu. Aktuell sehen 58,6 Prozent den Fortbestand ihres Unternehmens gefährdet. Das ist der schlechteste Wert seit März 2021.

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Kurzarbeit steigt wieder an

Nicht unerwartet steigt auch die Kurzarbeit wieder deutlich an. Umso wichtiger sind die aktuellen Pläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Demnach wird das erhöhte Kurzarbeitergeld bis zum 30. Juni fortgeführt. Zudem wird die maximale Bezugsdauer von 24 auf 28 Monate ausgeweitet. Auch die Bezuschussung der Ausbildungsvergütungen wird im Rahmen des Programms „Ausbildungsplätze sichern“ fortgesetzt.

„Ohne die Verlängerung der Corona-Sonderregelungen für das Kurzarbeitergeld wäre der Verlust von Arbeitsplätzen programmiert gewesen“, erklärt Dehoga-Präsident Guido Zöllick. „Deshalb sind wir sehr erleichtert, dass Bundesarbeitsminister Hubertus Heil jetzt die Verlängerung dieser Corona-Sonderregelungen angekündigt hat.“

Sozialversicherungsbeiträge sollen erstattet werden

Allerdings gibt es Nachbesserungsbedarf: „Nicht nachvollziehbar ist für uns, dass die Sozialversicherungsbeiträge ab dem 31. März gar nicht mehr erstattet werden“, sagt Zöllick. „Aus unserer Sicht ist es unerlässlich, rückwirkend zum 1. Januar die volle Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge wieder vorzunehmen. Seit dem 1. Januar werden diese nur zu 50 Prozent erstattet und belasten jetzt schon zusätzlich unsere hart getroffenen Betriebe.“

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Unternehmer wünschen sich Steuersenkungen

Die Unternehmer wurden auch gefragt, was sie aktuell als besonders relevant für die Zukunftssicherung ihrer Betriebe erachten. Bei den genannten Maßnahmen steht an vorderster Stelle die Entfristung der Mehrwertsteuersenkung auf Speisen (75,7 Prozent). Es folgen die Abschaffung der 2G-plus-Regelungen (73,3 Prozent) sowie die Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Getränke (67,6 Prozent).

„Die Entfristung der Mehrwertsteuersenkung wäre jetzt nicht nur ein Mut machendes Signal und ein Zeichen der Wertschätzung, sondern eine Maßnahme, die die Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stärkt“, bekräftigt Dehoga-Präsident Zöllick.

RND/rao

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