Bushidos Ehefrau über Clanchef: Permanent Geld gefordert

Anna-Maria Ferchichi und Bushido fühlen sich vom Abou-Chaker-Clan bedroht.

Anna-Maria Ferchichi und Bushido fühlen sich vom Abou-Chaker-Clan bedroht.

Berlin. Die Ehefrau von Rapper Bushido hat im Prozess gegen einen Clanchef erklärt, der damalige Geschäftspartner ihres Mannes habe permanent Geld gefordert. Einnahmen habe Arafat A.-Ch. dagegen ungern ausgezahlt - „wie ein Dagobert-Duck-Syndrom“, sagte Anna-Maria Ferchichi am Mittwoch am zweiten Tag ihrer Zeugenaussage vor dem Berliner Landgericht.

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„Sein Einfluss machte mir Angst“

Arafat A.-Ch. habe die Geschäfte und „alles bestimmt in unserem Leben“. Der langjährige Partner ihres Mannes habe kontrolliert, dirigiert, diktiert. „Der Einfluss, den Arafat A.-Ch. hatte, machte mir Angst“, so die mit Drillingen schwangere Frau des Musikers.

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Vor seiner Frau hatte der Rapper, bürgerlich Anis Ferchichi, in dem seit August 2020 laufenden Verfahren an 25 Tagen als Zeuge Rede und Antwort gestanden. Der 42-jährige Bushido hatte seine Beziehung zu Arafat A.-Ch. mit einer Zwangsheirat verglichen.

Der Musiker soll Straftaten ausgesetzt gewesen sein, nachdem er 2017 die Beziehungen zu seinem Geschäftspartner aufgelöst habe. Arafat A.-Ch. habe dies nicht akzeptieren wollen. Der Rapper sei laut Anklage bedroht, beschimpft, im Januar 2018 in einem Büro eingesperrt und mit Wasserflasche und Stuhl attackiert worden.

Langer Prozess: Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als Rapper Bushido, sitzt zu Beginn eines Prozesses im August 2020 gegen den Chef einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie in einem Gerichtssaal des Landgerichts.

Langer Prozess: Anis Mohamed Youssef Ferchichi, bekannt als Rapper Bushido, sitzt zu Beginn eines Prozesses im August 2020 gegen den Chef einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie in einem Gerichtssaal des Landgerichts.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 45-jährigen Hauptangeklagten Arafat A.-Ch. Beleidigung, Freiheitsberaubung, versuchte schwere räuberische Erpressung, Nötigung und gefährliche Körperverletzung vor. Mitangeklagt sind drei Brüder des Berliner Clanchefs. Die vier Männer haben bislang zu den Vorwürfen geschwiegen.

„Mein Mann musste springen“

Die 39-jährige Frau des Rappers sagte weiter, wenn Arafat A.-Ch. angerufen habe, „musste mein Mann springen, es war ein krasser Befehl“. Wenn sie ihren Mann gefragt habe, warum er Autos und Tankkarten auch für Brüder von Arafat A.-Ch. bezahle, habe er erklärt: „Was soll ich machen.“ Sie selbst habe bis 2016 keinen konkreten Einblick in die Geschäfte gehabt.

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Nachdem sie ihren Mann Ende 2014 für mehrere Monate verlassen hatte, habe er Arafat A.- Ch. aus ihrem Familienleben ferngehalten, so die Zeugin, die erneut von vermummten Personenschützern in den Gerichtssaal begleitet wurde. Die Aussage der Zeugin wird am 28. Juni fortgesetzt.

dpa/RND

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