Säugling schwer misshandelt: Mutter muss mehr als fünf Jahre ins Gefängnis

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zum Landgerichts Bonn angebracht. (Archivfoto)

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zum Landgerichts Bonn angebracht. (Archivfoto)

Bonn. Für die schwere Misshandlung ihres Säuglings hat das Bonner Landgericht am Freitag eine Mutter zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Kammer befand die 27-Jährige auch der gefährlichen Körperverletzung für schuldig. Nach Überzeugung des Gerichts hatte die Angeklagte ihr Neugeborenes bis zur Bewusstlosigkeit geschüttelt und „mit stumpfen Werkzeugen“ traktiert.

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Die Angeklagte hatte unter anderem gestanden, dass sie ihrer kleinen Tochter ein Spielzeugauto aus Metall mit Wucht ins Gesicht geschlagen und ihren Kopf gegen die Kante eines Türrahmens geknallt hatte. Das Baby erlitt bei den Taten 2019 zwei Schädelbrüche, weitere Knochenbrüche und zahlreiche Hämatome. Als die Mutter es schließlich zur Kinderärztin brachte, war es in akuter Lebensgefahr und musste in der Uniklinik operiert werden.

Motiv: Überforderung

Als Motiv geht das Gericht davon aus, dass die alleinerziehende Mutter von drei Kindern überfordert war. Das älteste Kind lebte schon seit längerem in einer Pflegefamilie, die Frau habe Angst gehabt, dass ihr die beiden jüngeren Geschwister ebenfalls weggenommen würden. Sich um die beiden Kinder und ihre ständig bellenden Hunde zu kümmern, habe die Angeklagte jedoch immer mehr unter Druck gesetzt. Irgendwann habe sie das Schreien des Babys nicht mehr ausgehalten.

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Mit dem Urteil entsprach das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigerin hatte auf eine Freiheitsstrafe von höchstens viereinhalb Jahren plädiert.

RND/dpa

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