Oktoberfest 2022

Wiesnwirte sehr optimistisch – aber Bier könnte deutlich teurer werden

Wiesnbesucher feiern im Hacker Festzelt auf dem Oktoberfest (Archivbild).

Wiesnbesucher feiern im Hacker Festzelt auf dem Oktoberfest (Archivbild).

München. Am 29. April hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) die frohe Botschaft verkündet: Das Oktoberfest 2022 wird stattfinden. „Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, betonte er bei einer Pressekonferenz. Er hoffe, dass die Fachleute Recht behielten „und wir diese Entscheidung im Herbst nicht bereuen“, so Reiter weiter. Damit kehrt Europas größtes Volksfest nach zweijähriger Pause vom 17. September bis 3. Oktober zurück – nach jetziger Planung ohne jegliche Corona-Auflagen.

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Nach zwei Jahren Pause: Oktoberfest 2022 soll ohne Beschränkungen stattfinden

Jetzt ist es amtlich – das Oktoberfest 2022 findet statt. Am Freitag hat das der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter im Rathaus verkündet.

Das freut neben den Millionen Fans der Wiesn vor allem auch die Wirte. „Wir haben bei allen unseren Betrieben einen wahnsinnig starken Lauf auf unsere Reservierungsmöglichkeiten“, sagte Otto Lindinger, Sprecher der Arge der kleinen Wiesnzelte, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Unsere Gäste sind heiß, freuen sich genau so wie wir, dass es endlich wieder los geht. Auch die Firmenbuchungen fragen eher Tische für mehr Personen als noch bei der letzten Wiesn 2019 an“, führte er aus.

Die letzte Wiesn 2019 besuchten offiziellen Schätzungen zufolge rund 6,3 Millionen Menschen. Mit neuen Rekordzahlen, was die Besucherinnen und Besucher angeht, rechnet Lindinger nicht. Beim lokalen Publikum erwartet er nahezu die gleichen Besucherzahlen. Bezüglich des internationalen Publikums sei es schwieriger, eine genau Prognose abzugeben. Das Interesse, gerade aus den Nachbarländern, sei allerdings sehr groß. „Das können wir auch schon bei den Hotelbuchungen für die Wiesnzeit ganz deutlich sehen.

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Dehoga Bayern: „Wir haben gelernt mit dem Virus zu leben“

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga Bayern) begrüßt die Entscheidung, dieses Jahr wieder ein Oktoberfest durchzuführen. „Die Entscheidung war unter den gegebenen Umständen alles andere als einfach, sie verdient deshalb Respekt“, schloss sich Dehoga-Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer in einer Mitteilung den Worten von Oberbürgermeister Reiter an, „wir tragen sie jedoch nicht nur mit, sondern begrüßen sie ausdrücklich.“ Dehoga-Bayern-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert verwies in der Mitteilung darauf: „Zwei Jahre Pandemie mit vielen Einschränkungen liegen hinter uns, wir haben gelernt mit dem Virus zu leben und jeder kann sich entsprechend schützen.“

Der Gäste- und Hotelservice von München Tourismus meldete bereits vor der Entscheidung für eine Wiesn 2022 eine kontinuierliche Steigerung der Anfragen für den Zeitraum des Oktoberfestes, teilte die Stadt München auf RND-Anfrage mit. Auch sonst sei man optimistisch: Derzeit läuft das Frühlingsfest auf der Theresienwiese. „Die Veranstalter sind mit dem Besuch sehr zufrieden. Dies gibt Hoffnung, dass die Wiesn ebenfalls viele Besucher anziehen wird“, heißt es. Clemens Baumgärtner, der für die Organisation des Oktoberfests verantwortliche Referent für Arbeit und Wirtschaft, sagte: „Ich glaube, dass wir eine mega Wiesn 2022 erleben werden. Denn schon jetzt sehen wir auf dem Frühlingsfest wie groß die Lust der Menschen auf das Feiern ist.“

Die Pandemie spielt in den Planungen der Wiesnwirte kaum noch eine Rolle. „Wir planen im Grunde genau so wie 2019″, erklärte Arge-Sprecher Lindinger. Allerdings würden die Beschaffungsproblematik und die immensen Kostensteigerungen durch den Krieg gegen die Ukraine in die Planungen einfließen. „Bei Non-Food-Artikeln, wie Gläser oder Servietten, nehmen wir daher das Risiko von höheren Lagerbeständen und/oder deutlich höheren Vorlaufzeiten und Lieferzeiten bei Bestellungen in Kauf“, führte Lindinger aus.

Oktoberfest 2022: Bier könnte deutlich teurer werden

Besucherinnen und Besucher des Oktoberfestes werden es nicht gerne höhere, aber die gestiegenen Kosten werden sich auch auf die Preise auf der Wiesn auswirken. „Das Bier wird 2022 bestimmt in allen Zelten etwas teurer werden müssen. Wie viel, steht bis dato aber noch nicht fest. Das schwankt auch von Zelt zu Zelt und den unterschiedlichen Konzepten und verschiedenen Rahmenbedingungen“, sagte Lindinger.

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Eine Preiserhöhung beim Bier bestätigte auch Stephanie Spendler, Wirtin des Löwenbräu Festzeltes auf dem Oktoberfest (rund 5700 Sitzplätze innen und 2800 Sitzplätze außen), gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Wir warten noch auf den Bierpreis seitens unserer Brauerei. Wir rechnen aber mit etwa 10 bis 15 Prozent höheren Einkaufspreisen für Bier und Lebensmittel im Allgemeinen, wie leider in allen Bereichen im Moment“, erklärte sie. Freudig stimmt Spendler der Zulauf an Tischreservierungen. Dieser sei „sehr groß“. „Ich würde fast meinen, noch größer als in den Jahren vor der Pandemie“, betonte sie.

Münchens Oberbürgermeister hatte sich bereits am 29. April zum Bierpreis geäußert. „Ich werde an die Wirte appellieren, bei den Preisen den Volksfestcharakter im Blick zu haben und Signalgrößen nicht zu überschreiten“, sagte er. In welchem Rahmen sich eine „Signalgröße“ bewegen würde, sagte er nicht. Die Stadt München teilte dem RND aber mit: „Die Getränkepreise werden voraussichtlich Mitte Juni veröffentlicht. Die Stadt lässt sich von den Gastronomen auf der Wiesn die Preise vorab melden und prüft diese auf Angemessenheit.“

2019 lag der Preis für eine Maß Bier auf dem Oktoberfest zwischen 10,80 Euro und 11,80 Euro. Ein Jahr zuvor schwankte der Preis zwischen 10,70 Euro und 11,50 Euro. Der Bierpreis ist seit dem Jahr 1971 stetig gestiegen.

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