Sie verfasste Schindlers "Liste"

Oskar Schindlers Sekretärin Mimi Reinhardt im Alter von 107 gestorben

Der Unternehmer Oscar Schindler.

Der Unternehmer Oscar Schindler.

Mimi Reinhardt, im Zweiten Weltkrieg eine Sekretärin im Büro des Unternehmers Oskar Schindler, ist in Israel im Alter von 107 Jahren gestorben. Reinhardt tippte die Liste mit den Namen von jüdischen Zwangsarbeitern, die Schindler im von Nazi-Deutschland besetzten Polen vor der Ermordung bewahrte. Reinhardt starb nach Angaben ihres Sohn Sascha Weitman in der Nacht zum Freitag und wurde am Sonntag in Herzlija bei Tel Aviv beigesetzt.

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Sie war selbst eine der rund 1200 bei ihm angestellten Juden, die Schindler bei den NS-Behörden als unabkömmlich für die Arbeit in seiner Rüstungsfabrik in Krakau darstellte und damit rettete. Die Geschichte wurde 1993 unter dem Titel „Schindlers Liste“ von Regisseur Steven Spielberg verfilmt und damit weltbekannt.

Reinhardt war im Konzentrationslager Plaszow

Reinhardt wurde 1915 als Carmen Koppel in Wien geboren und zog vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ins polnische Krakau. Nach dem Einmarsch der Deutschen 1939 musste sie im Krakauer Ghetto leben und kam 1942 ins deutsche Konzentrationslager Plaszow. Dank ihrer Steno-Kenntnisse konnte sie im Büro der Lagerverwaltung arbeiten. Zwei Jahre später bekam sie dort den Auftrag, die handgeschriebene Liste mit den Namen der für Schindlers Munitionsfabrik vorgesehenen Juden abzutippen.

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Einem Interviewer der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sagte sie 2008:

Ich wusste nicht, dass es so eine wichtige Sache war, diese Liste

Mimi Reinhardt

Erst habe sie eine Liste derer erhalten, die bereits bei Schindler in Krakau arbeiteten und deren Namen aufnehmen müssen. Später setzte sie ihren eigenen Namen und den von zwei Freunden ebenfalls auf die Liste.

Im Arbeitslager Brünnlitz, wo sich Schindlers Fabrik befand, arbeitete sie dann in dessen Büro. Mit ihm selbst habe sie wenig Kontakt gehabt, aber er sei ganz reizend gewesen. „Er hat uns nicht wie Abschaum behandelt“, sagte sie Jahrzehnte nach dem Krieg.

Nach dem Krieg ging Reinhard in die USA, bevor sie im Alter von 92 Jahren 2007 in Israel einwanderte. Durch den Film sei sie eine Art Berühmtheit geworden, sagte ihr Sohn. Das habe sie 15 Jahre länger leben lassen.

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RND/AP

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