„Das Unverständnis enttäuscht mich“

Russischer Ladeninhaber stellt sich gegen den Krieg in der Ukraine – Kritik von Landsleuten

Zuspruch, aber auch Kritik bekommt der Kieler Russe Alexander Grinblat zu spüren, besonders von seinen russischen Landsleuten. Hier steht er mit seinem Neffen aus Kiew, Kyrylo (17), unter der ukrainischen Flagge in seinem Laden.

Zuspruch, aber auch Kritik bekommt der Kieler Russe Alexander Grinblat zu spüren, besonders von seinen russischen Landsleuten. Hier steht er mit seinem Neffen aus Kiew, Kyrylo (17), unter der ukrainischen Flagge in seinem Laden.

Kiel. Der Russe Alexander Grinblat betreibt einen kleinen Laden. Dort verkauft er seit dem Ausbruchs des Krieges gegen die Ukraine keine „russischen Lebensmittel“ mehr, sondern „osteuropäische Spezialitäten“. Als Zeichen seiner Einstellung gegenüber dem Krieg hat der 51-Jährige eine Ukraine-Flagge in seinen Laden gehängt, kleine Fähnchen mit den ukrainischen Farben stehen im Schaufenster. Doch für seine politischen Gesten wird der Kieler angefeindet – von seinen Landsleuten.

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Wie Grinblat den „Kieler Nachrichten“ (KN) erzählte, bekomme er viel Kritik. „Sie fragen mich, warum hängst du als Russe aus Sankt Petersburg die ukrainische Bandera, die Flagge von Nazis, in deinem Laden auf? Das Unverständnis dieser Kunden enttäuscht mich“, sagte Grinblat, der viele Verwandte in der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat. Zwölf von ihnen seien geflüchtet und in seinem Haus untergekommen – unter anderem sein 17-jähriger Neffe Kyrylo. Auch in Kiel würden viele russischstämmige Menschen der Propaganda Putins folgen.

Kritik bestärkt Grinblat

Auch im Internet sieht sich der Ladeninhaber mit Kritik konfrontiert. „Ich war gestern im Laden, ich war unangenehm überrascht vom politischen Engagement der Verkäufer zum Thema Ukraine-Krise“, schrieb ein Nutzer in der Google-Bewertung des kleinen Marktes.

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Die Kritik bestärkt Grinblat. Er möchte weiter politische Zeichen setzen: „Wir müssen unsere Position ganz stark zeigen, weil viele unserer Kunden Putins Politik unterstützen. Wir müssen zeigen, wir sind gegen Putins Regime, und wir sind gegen diese Aggressionen“, sagte er den „KN“.

RND/nis

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