Täter auf der Flucht

Schüsse bei Parade zum US-Nationalfeiertag: sechs Tote und Dutzende Verletzte

Die Polizei durchsucht die Innenstadt des Chicagoer Vororts Highland Park.

Highland Park. Ein Schütze hat bei einer Parade anlässlich des Nationalfeiertags in den USA in einem Vorort von Chicago das Feuer eröffnet und mindestens sechs Menschen getötet. Die Polizei teilte am Montag mit, rund zwei Dutzend Menschen seien schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht worden. Der Sender CNN und die Zeitung „Chicago Sun-Times“ berichten unter Berufung auf lokale Krankenhäuser von 31 Verletzten, viele davon mit Schusswunden. Der Schütze war auch Stunden nach der Tat noch auf der Flucht. Er sei am Montagabend (Ortszeit) nach kurzer Verfolgungsjagd gestoppt und dann in Gewahrsam genommen worden, teilte Polizeichef Lou Jogmen mit.

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Am späten Nachmittag teilte die Polizei mit, ein Verdächtiger sei identifiziert worden. Es handele sich um einen 22-Jährigen, der noch auf der Flucht sei. Später korrigierte eine des FBI das Alter des Verdächtigen auf 21 Jahre. Er sei bewaffnet und sehr gefährlich, sagte der Sprecher Lake County Major Crime Task Force, Christopher Covelli, bei einer Pressekonferenz.

Covelli sagte, der Schütze habe offenbar von einem Dach in die Menge gefeuert. Das dabei verwendete Gewehr sei am Tatort gefunden worden. Bei der Schusswaffe handele es sich um ein „leistungsstarkes Gewehr“. Meist kommen bei solchen Bluttaten in den USA Sturmgewehre zum Einsatz.

Zu dem Vorfall kam es rund zehn Minuten nach dem Start der Parade um 10 Uhr (Ortszeit). In in sozialen Medien verbreiteten Videos sind Dutzende Schüsse zu hören, Menschen laufen weg, um sich in Sicherheit zu bringen.

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Blick auf eine verlassene Bäckerei, nachdem verängstigte Paradebesucher vor Schüssen geflohen sind und ihre Habseligkeiten zurückgelassen haben.

Blick auf eine verlassene Bäckerei, nachdem verängstigte Paradebesucher vor Schüssen geflohen sind und ihre Habseligkeiten zurückgelassen haben.

Das Lake County Sheriffs Office rief die Bevölkerung auf, die Gegend zu meiden. Die Verwaltung der Kleinstadt mit rund 30.000 Einwohnern teilte mit: „Zahlreiche Polizeibeamte sind im Einsatz und haben die Innenstadt von Highland Park abgeriegelt.“

„Unsere Gemeinde wurde von einem Gewaltakt terrorisiert“

US-Präsident Joe Biden zeigte sich „schockiert über die sinnlose Waffengewalt, die an diesem Unabhängigkeitstag wieder einmal Trauer über eine amerikanische Gemeinde gebracht hat“. In seiner Mitteilung hieß es: „Ich werde den Kampf gegen die Epidemie der Waffengewalt nicht aufgeben.“

Die Bürgermeisterin von Highland Park, Nancy Rotering, sagte: „An diesem Morgen um 10.14 (Ortszeit) wurde unsere Gemeinde von einem Gewaltakt terrorisiert, der uns bis ins Mark erschüttert hat. Unsere Herzen sind bei den Familien der Opfer in dieser niederschmetternden Zeit. An einem Tag, an dem wir zusammenkamen, um Gemeinschaft und Freiheit zu feiern, trauern wir stattdessen um den tragischen Verlust von Menschenleben und ringen mit dem Terror, der über uns gebracht wurde.“

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Ein Zeuge sagte der Zeitung „Chicago Sun-Times“, er habe 20 bis 25 Schüsse in kurzer Abfolge gehört. Miles Zaremski sagte weiter, er habe mehrere Verletzte und leblose Menschen gesehen, die auf dem Boden lagen. „Es war herzzerreißend.“ Menschen seien von der Parade geflohen.

Der Kongressabgeordnete Brad Schneider, der an der Parade am Montag teilnehmen wollte, schrieb auf Twitter: „Mein Beileid an die Familie und die Angehörigen“. Er verpflichte sich, alles zu tun, „um unsere Kinder, unsere Städte und unser Land sicherer zu machen. Genug ist genug!“

Highland Park liegt rund 40 Kilometer nördlich von Chicago.

Mehrere Tote und Verletzte nach Schüssen bei US-Feiertagsparade

Der Zeitung „Chicago Sun-Times“ zufolge fielen die Schüsse etwa zehn Minuten nach dem Beginn der Parade.

Waffengewalt ist großes Problem in den USA

Die USA haben seit langem mit einem riesigen Ausmaß an Waffengewalt zu kämpfen. Erst Ende Mai hatte ein 18 Jahre alter Schütze an einer Grundschule in Texas ein Massaker angerichtet. Er hatte Ende Mai in der Kleinstadt Uvalde 19 Kinder und 2 Lehrerinnen getötet, bevor er von der Polizei erschossen wurde. Die Bluttat hatte die Diskussion über schärfere Waffengesetze in den USA neu entfacht. Schusswaffen sind in den Vereinigten Staaten relativ leicht erhältlich.

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RND/seb/dpa/AP

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