„Mund zu“-Geste im katarischen TV

Gary Lineker und Co.: So groß ist die internationale Häme über das WM-Aus des DFB-Teams

Deutschlands Nationalmannschaft geht nach dem letzten Gruppenspiel gegen Costa Rica im Al-Bait-Stadion vom Platz.

Deutschlands Nationalmannschaft geht nach dem letzten Gruppenspiel gegen Costa Rica im Al-Bait-Stadion vom Platz.

In Deutschland hat das Ausscheiden des DFB-Teams in der Gruppenphase bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar für Frust gesorgt. International jedoch ist die Häme groß. Besonders im arabischen Raum machte man sich über das Aus der deutschen Nationalmannschaft lustig.

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In der katarischen Sporttalksendung „Madschlis“ des Sender Al-Kass verhöhnten die Gäste am Donnerstagabend die „Mund zu“-Geste, die die deutschen Nationalspieler beim obligatorischen Teamfoto vor dem Auftaktspiel gegen Japan gezeigt hatten.

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Die Teilnehmer imitierten die Geste und winkten dazu schweigend in die Kameras. „Die gesamte arabische und islamische Nation hat heute gebetet, dass sich Japan qualifiziert“, sagt einer der Gäste. „Aber das Wichtigste heute ist das Ausscheiden Deutschlands.“ Auf Twitter schob der Sender dann noch diesen Kommentar nach: „Deutschland … machte sich außerhalb des Platzes Gedanken, stürzte daraufhin und verabschiedete sich.“

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Die Nationalspieler hatten mit der „Mund zu“-Geste beim Teamfoto ihren Protest gegen das Verbot der „One Love“-Kapitänsbinde durch den Weltverband FIFA ausgedrückt. Die Kapitänsbinde soll ein Symbol für Vielfalt und Meinungsfreiheit sein. Besonders in Katar selbst war diese Geste der Nationalspieler auch kritisiert worden.

Gary Lineker teilt gegen DFB-Team aus

Auch der ehemalige englische Fußballnationalspieler Gary Lineker schloss sich der Häme gegen das DFB-Team an. Berühmt ist diese Aussage von Lineker: „Fußball ist ein einfaches Spiel. 22 Männer jagen 90 Minuten einen Ball und am Ende gewinnen immer die Deutschen.“ Auf Twitter teilte Lineker dieses Zitat erneut – ergänzte es jedoch: „Wenn sie es durch die Gruppenphase schaffen.“

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Spott im Stadion nach dem Aus des DFB-Teams

Nicht zuletzt gab es während des letzten Spiels der Gruppenphase gegen Costa Rica erneut Spott für die Nationalmannschaft im Al Bayt Stadion. Bereits beim zweiten Spiel gegen Spanien hatten Zuschauende Bilder des deutschen Ex-Nationalspielers Mesut Özil gezeigt und dazu ebenfalls die „Mund zu“-Geste gemacht. Bei der Partie gegen Costa Rica war erneut das Konterfei Özils vielfach auf den Rängen zu sehen.

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Auf Videos, die in sozialen Netzwerken kursieren, wird zudem deutlich, dass die deutschen Fans nach dem Ausscheiden zum Ziel des Spotts anderer Stadiongäste wurden. Einige Anhänger des DFB-Teams zeigten sich davon sichtlich angegriffen und versuchten teils, den spottenden Zuschauern die Özil-Bilder zu entreißen. Ein Mann bezeichnete die gegnerischen Fans laut des Videos als „Taliban“ – ein rassistischer Affront gegen die Gäste im Stadion.

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Eine konzertierte Aktion im WM-Stadion?

Nach dem Spanien-Spiel hatte es wegen Zahl und Qualität der Özil-Poster den Verdacht gegeben, dass es sich um eine konzertierte Aktion handelte. Die „Bild“ zitierte einen Stadionbesucher, der berichtete, die Poster hätten bei seiner Ankunft bereits auf den Sitzen gelegen. Dann sei die Anweisung gekommen, was damit zu tun sei. Den Fotos aus dem Stadion ist zu entnehmen, dass es Menschen in verschiedenen Outfits waren, die nicht zwingend zu einer geschlossenen Gruppe gehörten.

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Mesut Özil war nach dem Vorrundenaus bei der WM 2018 geräuschvoll aus der Nationalmannschaft zurückgetreten und hatte dem DFB dabei unter anderem Rassismus vorgeworfen. Ausgangspunkt der für den Verband unrühmlichen Episode waren die Fotos von Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Eine Erklärung ist deshalb, dass die Zuschauer in Katar den DFB dafür kritisierten, damals beim Thema Meinungsfreiheit selbst Fehler gemacht zu haben.

Entsprechend sei die Aktion gegen „westliche Doppelmoral“ gerichtet, wie die katarische Sendergruppe Al-Kass meinte.

RND/sic/dpa

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