„The Walking Dead“, Staffel 11/2 – Heile Welten halten nicht

Wie wird er sich in der heilen Welt des Commonwealth zurechtfinden? Daryl Dixon (Norman Reedus) zeigte in den letzten Staffeln von „The Walking Dead“ Tendenzen zum Einzelgängertum.

Wie wird er sich in der heilen Welt des Commonwealth zurechtfinden? Daryl Dixon (Norman Reedus) zeigte in den letzten Staffeln von „The Walking Dead“ Tendenzen zum Einzelgängertum.

Zombies in Häppchen. In drei Teile ist auch die elfte und letzte Staffel von „The Walking Dead“ zerpflückt. Am Montag (21. Februar) startet nun das zweite Drittel und in der neunten Episode wird gelaufen, gekämpft und getötet. Vor allem sind es – wie schon in den zehn ein drittel Staffeln zuvor – die Wesen mit den mürben Köpfen und den hochinfektiösen Zähnen, die ihr nicht als Leben zu bezeichnendes Dasein beenden. Sie verstopfen röchelnd und nach Lebendfleisch gierend ein Treppenhaus in Alexandria oder dringen in den voll laufenden Keller ein, in den sich Judith (Cailey Fleming) und Gracie (Annabelle Holloway) geflüchtet haben. Werden die beiden Mädchen gerettet werden? Alles höchst dramatisch. Zumal die wandelnden Toten unter Wasser eindeutig im Vorteil sind. Wer sowieso nicht atmet, muss zwischendurch nicht auftauchen und Luft schnappen.

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Es gibt in dieser Serie schon seit einiger Zeit eigentlich nur noch die gute alte, ziemlich abgedroschene „Kavallerie“, die in letzter Sekunde alles richtet. Wenn die Lage aussichtslos ist für Maggie, Negan, Elijah und Daryl, liegt doch noch irgendwo ein Helfershelfer auf der Lauer, der die Situation zu ihren Gunsten dreht. So viel Glück kann man nicht haben – schon gar nicht in der Endzeit.

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Maggie (Lauren Cohan) ist eine coole Revolverfrau voller Zorn und ohne Rücksicht. Wo andere Gnade erwägen, erschießt sie Gegner sogar von hinten – der Rücken war ein No-Go für John Wayne und Gary Cooper. Alles Blut an ihren Händen ist dabei Ersatz für die nach wie vor ausstehende Rache an Negan (Jeffrey Dean Morgan), der in der schlimmsten Szene der kompletten Serie, die für viele Fans „too much“ war, ihren Liebsten Glenn erschlug.

Erschwert wird diese Vergeltung dadurch, dass Negan sich inzwischen als nützliches Mitglied der Gemeinschaft der Helden gezeigt hat, einen entscheidenden Befreiungsschlag gegen die gruseligen Whisperer mit ihren Zombiemasken landete und Maggie inzwischen mehr als einmal in höchster Not beigestanden hat. Momente, in denen der Showdown kommen könnte, verstreichen daher ungenutzt. Aber die Spannung ist greifbar.

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Umso ruhiger ist die zweite (um Längen bessere) Episode: Ein Zeitsprung wird gemacht, der Commonwealth, der letzte große Bogen der Comic-Vorlage, steht jetzt im Zentrum der Geschichte. Die Heldenschar ist in der zehnten Episode bereits Teil dieser scheinbar funktionierenden Gemeinschaft, deren Kämpfer aussehen wie die Stormtrooper aus „Star Wars“.

Man bringt sich nach Kräften ein in diese heile Welt, die bislang scheinbar gelungenste Wiederauferstehung der untergegangenen alten, deren Gouverneurin (Laila Robins) sogar Maskenbälle mit rotem Teppich und bannig Glamour veranstaltet. Bisherige Erfahrung des Zuschauers: Heile Welten waren immer fauler Zauber, immer war ein hoher Preis zu zahlen, nie hielten sie, was sie versprachen und nie hielten ihre Zäune und Mauern am Ende den wandelnden Tod fern. Auch hier trügt der Schein, und Daryl erhält einen neuen Gegenspieler.

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Das Soziale war stets die Stärke dieser Serie. Dass einige Zombies diesmal mit die Grenze zur Lächerlichkeit deutlich überschreitenden Methoden an ihr endgültiges Ende gebracht werden, wird wettgemacht, wenn Daryl (Norman Reedus) andächtig vor einem Vinylplattenspieler sitzt und lauscht, wie Lemmy Kilmisters Motörhead ihr „Eat The Rich“ rauswettern.

Denn genau das passiert im Commonwealth: Kapitalismus 2.0., die Reichen sind wieder auf dem Vormarsch. Wer wollte je wieder dorthin, wo die Menschheit vor der Zombiepandemie war? Mal sehen, wer bald die Reichen frisst.

Szenen wie diese unterscheiden „The Walking Dead“ immer noch wohltuend von reinen Splattergewittern wie David Blue Garcias neuester Adaption von Tobe Hoopers „Texas Chainsaw Massacre“-Stoff, die am vergangenen Freitag (18. Februar) bei Netflix online ging. Nach einem beeindruckenden Auftritt der britischen Schauspielerin Nell Hudson, die zeigt, was es heißt, Angst zu haben, gibt es keinerlei Charakterskizzen mehr. Nur den irren, möglicherweise ödipalen Leatherface, der nach Versuchen mit Messer und Beil zur Kettensäge greift.

„The Walking Dead“? Wir sind gespannt, wie es weiter- und zu Ende geht. Und: Wir vermissen Rick. Wir vermissen auch Michonne. Und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen!

„The Walking Dead“, Staffel 11/2, acht Episoden, mit Norman Reedus, Melissa McBride, Lauren Cohan, Jeffrey Dean Morgan (ab 21. Februar bei Disney+)

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