„Heels“ bei Starzplay – Zwei Wrestling-Brüder ringen um die Gunst der Serienfans

Und wieder eine Kämpferrolle: „Vikings“-Star Alexander Ludwig spielt eine der beiden Hauptrollen in der Wrestler-Serie „Heels“.

Und wieder eine Kämpferrolle: „Vikings“-Star Alexander Ludwig spielt eine der beiden Hauptrollen in der Wrestler-Serie „Heels“.

Das Publikum in der Arena tobt. Mit einer geschickten Drehung hat sich Jack aus dem Griff des Gegners befreit, hält ihn für einen kurzen theatralischen Moment im Schwitzkasten, bevor er ihn mit voller Wucht zu Boden wirft. Die Zuschauer pfeifen den Sieger aus. Halb volle Bierbecher fliegen durch die Luft. Jack schnappt sich die Trophäe, wirft den Schiedsrichter im hohen Bogen aus dem Ring, greift zum Mikrofon und fängt an die Menschen in den Rängen zu beschimpfen.

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Willkommen in der Welt des Wrestlings – dem Schaukampf, in dem es scheinbar keine Regeln gibt und allein die rohe Gewalt regiert. Stimmt natürlich nicht. Denn alles, was hier im Ring geschieht, ist Fake. Das weiß das Publikum und natürlich auch die grimmig dreinblickenden Kerle, die die Kampfchoreografie minutiös eingeübt haben.

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„Wenn du im Ring bist, hältst du dich an mein Skript“, sagt Jack (Stephen Amell) zu seinem Bruder Ace (Alexander Ludwig), der sich vom vereinbarten Dialog gelöst und das F-Wort benutzt hat. Jack hat die Arena in der Kleinstadt Duffy, Georgia, nach dem Selbstmord seines Vater übernommen und hält die Zügel fest in der Hand. Im Hauptberuf arbeitet er als Rasenmäherverkäufer. Wenn die Rechnungen für die Reparaturen und die neuen Nebelmaschinen bezahlt sind, bleibt am Monatsende kaum etwas übrig. Aber die Wrestling-Halle ist ein Familienunternehmen und nicht nur für die Männer im Ring, sondern auch für die zahlreichen Zuschauer ein Ort, an dem man Dampf ablassen kann.

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„Heels“ erzählt von Amateuren aus der Südstaaten­provinz

Mit der neuen Starzplay-Serie „Heels“ geht Drehbuchautor Michael Waldron („Loki“) an die Basis des Wrestling-Sports. Hier geht es nicht um die Profiliga mit TV-Rechten und potenten Sponsoren, sondern um die Amateure in der Südstaatenprovinz, wo die Kämpfer am Sonntag brav neben ihren Fans in der Kirche sitzen.

Fernsehen und Kino haben schon lange eine enge Beziehung zu dem Schaukampfsport. Von Sylvester Stallones Regiedebüt „Paradise Alley“ (1978) bis hin zu Mickey Rourkes berühren­dem Porträt eines gealterten Profis in „The Wrestler“ (2008) reicht das Spektrum. Zudem hat Hollywood sich zunehmend auch für Wrestling-Stars geöffnet. Dwayne Johnson („Jumanji“), Dave Bautista („Guardians of the Galaxy“) und John Cena („The Suicide Squad“) bekamen die Chance auf eine zweite, körperlich weniger aufreibende Karriere.

„Heels“ verbindet nun auf gelungene Weise Sport- und Familiendrama. Nach Feierabend schreibt Jack die Drehbücher für die Kämpfe, in denen immer ein Guter gegen einen Bösewicht antritt. Jack hat sich in der Rolle des fiesen Schurken eingerichtet, während sein Bruder Ace (Alexander Ludwig) als strahlender Publikumsliebling im Ring steht.

Als Tränen fließen, ist Aces Karriere ruiniert - vorerst

Aber auch privat geraten der kontrollsüchtige ältere und der psychisch instabile jüngere Bruder immer wieder aneinander. Als Ace von einem Talentscout der Profiliga angeworben wird, sorgt Jack dafür, dass der Bruder im Ring bloßgestellt wird. Tränen fließen vor dem buhenden Publikum über das Männergesicht, und Aces Karriere ist erst einmal ruiniert.

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In den ersten vier Folgen, die der Presse vorab zugänglich gemacht wurden, überzeugt „Heels“ vor allem durch die stimmige Milieuschilderung – von der Umkleidekabine, wo die Kämpfer ihre finstere Mine abwerfen und erfrischend uncool miteinander umgehen, bis hin zur provinziellen und familiären Enge, in der die Konflikte schnell hochkochen. Waldron macht das Wechselverhältnis zwischen den inszenierten Aggressionen im Ring und den echten Gefühlen am Abendbrottisch zur dramaturgischen Triebfeder.

Die Frauencharaktere stehen dabei zunächst im Schatten des klassischen Bruderkonfliktes, aber auch hier deutet sich in Folge vier allmählich ein Strategiewechsel an. Das alles macht aus „Heels“ noch kein serielles Suchtfutterevent, aber die Mischung aus Familiensoap und Sportdrama funktioniert und entführt in einen sozialen Mikrokosmos mit interessantem Entwicklungspotenzial.

„Heels“, acht Episoden, von Michael Waldron und Mike O’Malley, mit Stephen Amell, Alexander Ludwig und Kelli Berglund (ab 14. August bei Starzplay)

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