„Die letzte Instanz“ und #allesdichtmachen – die schlimmsten Medienmomente des Jahres 2021

Die WDR-Talkshow „Die letzte Instanz“ war einer der peinlichsten Medienmomente des Jahres.

Die WDR-Talkshow „Die letzte Instanz“ war einer der peinlichsten Medienmomente des Jahres.

Hannover. Angesichts Dauer-Lockdowns und einer nicht aufhören wollenden Pandemie war das Jahr 2021 ohnehin schon schwierig. Aber dann kamen auch noch die TV-Stars- und Sternchen mit ihren schwer aushaltbaren Wortmeldungen dazu.

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Die einen, etwa Marlene Lufen, jammerten sich auf Instagram das Lockdown-Leid von der Seele. Die anderen, etwa Volker Bruch, machten auf Youtube bei fragwürdigen Aktionen mit.

Und in klassischen Medien, etwa dem WDR, pöbelte Jürgen Milski über die korrekte Bezeichnung von Paprikasauce, während Sat.1 wie selbstverständlich eine homophobe Hasstirade von Prinz Marcus von Anhalt ausstrahlte.

Zeit, die schlimmsten Medienmomente des Jahres einmal Revue passieren zu lassen. Und so viel sei schon mal versprochen: Schön wird das nicht.

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Die peinliche Proll-Talkshow im WDR

Eine Ausgabe von „Die letzte Instanz" mit Steffen Hallaschka im WDR sorgte für viel Kritik.

Eine Ausgabe von „Die letzte Instanz" mit Steffen Hallaschka im WDR sorgte für viel Kritik.

Der Mythos der „Cancel Culture“ geistert schon seit ein paar Jahren durch die Medienlandschaft – und immer dann, wenn gerade mal nichts Spannenderes passiert, findet er auch den Weg in die TV-Talkshows. In der WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ echauffierten sich Anfang des Jahres ehemalige 9Live-Moderatoren und längst vergessene Comedy-Sternchen minutenlang darüber, dass man für die Paprikasauce fürs Schnitzel ja neuerdings keinen rassistischen Begriff mehr benutzen darf.

Das Problem an diesem unwürdigen Talk zwischen Moderator Steffen Hallaschka und seinen Gästen Jürgen Milski, Janine Kunze, Micky Beisenherz und Thomas Gottschalk war aber nicht nur das für einen öffentlich-rechtlichen Sender ziemlich unterirdische Niveau der Diskussion. Das Problem war auch, dass innerhalb der Runde kein einziger von Rassismus Betroffener saß, der sicherlich einen etwas anderen Klang in die Diskussion hätte einbringen können.

Dass man dieses Thema auch anders behandeln kann, zeigte wenige Tage später dann etwas überraschend die Komikerin Enissa Amani. Sie produzierte als Antwort auf die verunglückte Talkshow ein ganz eigenes Format: „Die beste Instanz“. Ganz ohne die Hilfe eines öffentlich-rechtlichen Senders und mithilfe verschiedener Talkgäste wurde die Rassismusproblematik hier noch mal von Grund auf aufgerollt – für jeden, der es, wie Jürgen Milski oder Janine Kunze, offenbar immer noch nicht verstanden hat.

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Amanis Talkshow wurde später mit einem Grimme-Online-Award ausgezeichnet – und der WDR selbst veranstaltete aufgrund der Ereignisse einen Schwerpunkttag zum Thema Rassismus. Bleibt zu hoffen, dass die ein oder andere Talkshowredaktion aus dem Fall gelernt hat.

Schweinsteigers Schleichwerbung

ARD-Experte Bastian Schweinsteiger.

ARD-Experte Bastian Schweinsteiger.

Gibt es eigentlich ein Produkt, für das Bastian Schweinsteiger noch keine Werbung gemacht hat? Ein paar Kartoffelchips hier, ein bisschen Baumarkt da. Und im Sommer zur Fußball-EM tauchte der ARD-Fußballexperte dann auch noch mit einer ziemlich schicken Uhr in einer Liveschalte auf. Eine Uhr, für die er kurz zuvor noch auf seinem Twitter-Profil geworben hatte.

Schleichwerbung oder Zufall? Bis heute ist das nicht ganz klar – und vielleicht weiß Schweinsteiger das nicht mal selbst so genau. Bei so vielen verschiedenen Werbedeals kann man auch schon mal durcheinanderkommen.

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Die ARD teilte später jedenfalls mit, beide Seiten seien sich einig „dass Bastian Schweinsteiger alles dafür tun wird, damit sich ein solcher Vorfall nicht mehr wiederholt“. Der Fußball-Weltmeister von 2014 soll auch weiter für die ARD als Experte tätig sein. Und die Uhr lässt er dann hoffentlich zu Hause.

Die zurückgezogene Reichelt-Recherche

Julian Reichelt ist nicht mehr "Bild"-Chef.

Julian Reichelt ist nicht mehr "Bild"-Chef.

Im Medienjournalismus war es wohl das Thema des Jahres: Der Abgang von Bild-Chef Julian Reichelt. Nach Recherchen des Teams von „Ippen-Investigativ“, insbesondere der Journalistin Juliane Löffler, trennte sich der Verlag Axel Springer von Reichelt. Er werde mit „sofortiger Wirkung“ von einen Aufgaben entbunden, hieß es im Oktober. Der offizielle Grund: Er habe Privates und Berufliches nicht klar getrennt.

Das Problem: Löfflers Recherche über den mutmaßlichen Machtmissbrauch im Hause Springer ist bis heute gar nicht erschienen. Stattdessen zeichnete ein Artikel der „New York Times“ die Ereignisse im Springer-Verlag nach und brachte Reichelts Rauswurf ins Rollen.

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Der Grund: Verleger Dirk Ippen höchstpersönlich hatte die Veröffentlichung der Recherche verhindert, wie aus einem Brief des Investigativteams an den Verleger hervorgeht. Der Verlag teilte später mit: „Als Mediengruppe, die im direkten Wettbewerb mit Bild steht, müssen wir sehr genau darauf achten, dass nicht der Eindruck entsteht, wir wollten einem Wettbewerber wirtschaftlich schaden.“ Löffler und das Ippen-Investigativteam veröffentlichten ihre Rechercheergebnisse schließlich im „Spiegel“.

Was für den Ippen-Verlag unrühmlich endete, brachte dem Investigativteam des Verlages und seiner Arbeit in den folgenden Wochen viel Aufmerksamkeit ein. Im Dezember schließlich wurden Daniel Drepper, Juliane Löffler, Katrin Langhans und Marcus Engert vom „Medium Magazin“ als „Journalisten des Jahres 2021″ ausgezeichnet.

„Promis unter Palmen“ und der tiefe Fall von Sat.1

Prinz Marcus von Anhalt in der Sat.1-Show "Promis unter Palmen".

Prinz Marcus von Anhalt in der Sat.1-Show "Promis unter Palmen".

Treue Leserinnen und Leser dieses Jahresrückblicks dürften an dieser Stelle ein leichtes Déjà-vu erleben – denn schon im vergangenen Jahr war das sogenannte „Trash-TV“ Teil davon. Seinerzeit sorgte „Bachelor“ Andrej Mangold für einen handfesten Mobbing-Exzess im RTL-„Sommerhaus der Stars“, - und „Lifecoach“ Bastian Yotta für einen ebensolchen im Sat.1-Format „Promis unter Palmen“.

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Und, wer hätte es gedacht, genau dieses Sat.1-Format hat es auch 2021 wieder in unsere Liste geschafft. In einer Villa in Thailand beleidigte TV-Prolet Marcus Prinz von Anhalt den schwulen Teilnehmer Burak Bildik alias Katy Bähm auf schlimmste Art und Weise homophob, dass wir das an dieser Stelle nicht noch einmal wiederholen möchten.

Sat.1 wischte jegliche Kritik an seinem Format zunächst mit einem lapidaren Tweet weg: „Wir möchten klarstellen, dass wir die homophoben Aussagen von Prinz Marcus von Anhalt nicht teilen. Für uns gilt: Alle Menschen sind gleich.“ Erst später äußerte sich der Sender ausführlicher und entfernte die fragwürdige Folge aus der Mediathek.

Immerhin: Im kommenden Jahr wird uns dieses unerträgliche TV-Format glücklicherweise erspart bleiben. Sat.1 hatte der Sendung noch während der laufenden Staffel den Stecker gezogen, ausgelöst durch den plötzlichen Tod von Teilnehmer Willi Herren. Doch auch künftig will Sat.1 nicht mehr auf das Format setzen, wie der neue Sat.1-Chef Daniel Rosemann nach Dienstantritt verkündete: „Sat.1. wird sich verändern.“ Man werde sich von der ein oder anderen Programmmarke verabschieden – darunter „Promis unter Palmen“.

Medien erklären Youtuber zum Attentäter von Norwegen

Kongsberg im Norwegen war im Oktober trauriger Schauplatz eines Amoklaufs.

Kongsberg im Norwegen war im Oktober trauriger Schauplatz eines Amoklaufs.

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Am 13. Oktober läuft ein 37-jähriger Mann im norwegischen Kongsberg in der Nähe von Oslo Amok. Fünf Menschen werden mit einem scharfen Gegenstand getötet, drei weitere Personen verletzt. 45 Minuten später wird der Täter gefasst.

Medien auf der ganzen Welt berichten über den Fall – und haben erstaunlich schnell bereits die Identität des Täters herausgefunden. Glauben sie zumindest. „Rainer Winklarson“ soll der Mann angeblich heißen, wie zunächst der gewöhnlich gut informierte Twitter-Account „Terror_Alarm“ berichtet. Kurz darauf springen zahlreiche englisch-, französisch-, italienisch- und spanischsprachige Medien auf die Information an. Auch eine Nachrichtenseite aus Österreich übernimmt den Namen.

Selbst in die Meldungen von Nachrichtenagenturen schafft es der Name Rainer Winklarson. Die italienische Agentur Ansa meldet, es seien Fotos und Videos des Täters aufgetaucht, die ihn beim Training mit Pfeil und Bogen zeigten. Allerdings sei der Name von der Polizei nicht bestätigt worden, heißt es da.

Das Problem: Der Täter heißt und hieß nie Rainer Winklarson. Internet-Trolle hatten sich einen makabren Scherz erlaubt, und die vermeintlichen Bilder des Täters stammen von einem deutschen Youtuber mit dem Pseudonym „Drachenlord“. Dieser wird bereits seit vielen Jahren im Netz und vor seiner Haustür gemobbt und ist immer wieder in derart fragwürdige Späße verwickelt. Für den Nachrichtenjournalismus in vielen Redaktionen war der 13. Oktober jedenfalls keine Sternstunde.

WDR versagt bei Flut-Berichterstattung

Während Sturzfluten zahlreiche NRW-Städte zerstören, sendet der WDR sein Standardprogramm weiter.

Während Sturzfluten zahlreiche NRW-Städte zerstören, sendet der WDR sein Standardprogramm weiter.

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Im Juli zerstören in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sturzflutartige Wassermassen ganze Orte. Wer allerdings die öffentlich-rechtlichen Sender einschaltet, bekommt davon in dieser Horrornacht wenig mit.

Der Medienjournalist Thomas Lückerath verfolgte die Berichterstattung in der Nacht und urteilt auf der Website „DWDL.de“: beinahe ein „Totalausfall“. Im TV lief demnach „unbeirrt“ die Doku „Vom Traum zum Terror – München 72″, im Radio – etwa bei WDR 2 – die Übernahme der ARD-Popnacht. Nicht einmal ein Laufband habe im Fernsehen über die Lage informiert oder zumindest auf die Website verwiesen. Fast drei Stunden lang habe sich die Lage zugespitzt, ohne dass der WDR in den Programmen darüber berichtet habe. Erst um 1.20 Uhr sei dann ein Laufband im Fernsehprogramm aufgetaucht, das auf die Website und die Nachrichten der WDR-Hörfunkprogramme verwiesen habe. Die Nachrichten der Radiosender hätten sich dann tatsächlich monothematisch mit der Hochwasserlage beschäftigt.

Der WDR räumte später Fehler ein. Zur Aufarbeitung der Berichterstattung im WDR würden mehr als 80 Stunden Live-Material gesichtet und sorgfältig jeder Schritt in der Meldekette geprüft, teilte der Sender in Köln mit. Selbstkritisch räumte man ein, dass in der Nacht eine Sondersendung des Radiosenders WDR 2 angemessen gewesen wäre. Auch der SWR stand zeitweise in der Kritik.

Dass es auch anders geht, zeigte in der besagten Nacht ein privater Radiosender. Radio Wuppertal, das Lokalradio der ebenfalls vom Hochwasser betroffenen Stadt Wuppertal, sendete die ganze Nacht durch – bis der Sender selbst vom Hochwasser getroffen wurde und mehrere Stunden vom Netz gehen musste.

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#bayern3racist

Radio-Moderator Matthias Matuschik (Bayern 3) hat einen Rassismus-Eklat losgetreten.

Radio-Moderator Matthias Matuschik (Bayern 3) hat einen Rassismus-Eklat losgetreten.

Im Winter 2021 zieht Bayern-3-Moderator Matthias Matuschik live on Air in vulgärer Sprache über die koreanische Boyband BTS her – und löst damit einen Entrüstungssturm aus, der seinesgleichen sucht. Er nennt die Band „kleine Pisser“ und vergleicht sie mit einem „Scheißvirus, wogegen es hoffentlich bald ebenfalls eine Impfung“ gebe. Und weiter: „Nichts gegen Südkorea, man kann mir jetzt nicht Fremdenfeindlichkeit unterstellen, nur weil diese Boyband aus Südkorea ist … Ich habe ein Auto aus Südkorea. Ich habe die geilste Karre überhaupt.“

Die Formulierungen sind unter aller Kanone, zumal sie im Kern rassistisch sind. Asiatisch aussehende Menschen sind seit der Corona-Pandemie häufig Rassismen ausgesetzt, nicht selten kam es in den vergangenen Monaten auch zu körperlichen Übergriffen. Menschen mit einem Virus gleichzusetzen ist grundsätzlich keine gute Idee, und während einer Pandemie vielleicht noch mal eine ganze Spur dämlicher.

Mindestens genauso dämlich ist allerdings, was aus diesem Fauxpas gemacht wurde. Fans der Boyband BTS, sie nennen sich auch „BTS Army“, nehmen Matuschik in den folgenden Tagen so auseinander, dass der Moderator undercover ins Ausland flüchten muss.

Der Ausschnitt aus der Sendung wird hunderttausendfach bei Twitter herumgereicht, Fans beleidigen den Moderator und sein Aussehen, fordern seine Entlassung, setzen Protestschreiben in unterschiedlichen Sprachen auf, versehen die Wutrede mit Untertiteln und zetteln damit schließlich einen bislang beispiellosen internationalen Entrüstungssturm an. Zunächst berichten Fanseiten und später auch Medien auf der ganzen Welt über den Mann Matthias Matuschik und seine rassistische Entgleisung.

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Der Moderator wird einmal quer durchs Netz gejagt, ganze Accounts förmlich auseinandergenommen, sein Instagram-Profil sogar gekapert. Zwei Drohbriefe gehen physisch bei ihm ein, sie beinhalten auch Drohungen gegen die Mutter des Moderators. Später beschreibt Matuschik diese Zeit als „unbegreiflich“, „unvorstellbar“, als einen „Albtraum“ und „die Hölle“.

Die Eskalation des Falls zeigt eindrücklich, dass bei derartigen Entrüstungsstürmen bisweilen jeder Bezug zur Verhältnismäßigkeit verloren geht. Matuschiks Sendung übrigens wurde wenige Monate nach dem Vorfall tatsächlich abgesetzt – mit dem Fall habe dies aber nichts zu tun, heißt es vom BR. Der Radiosender Bayern 3 hat seit dem Vorfall nie wieder etwas getwittert. Der letzte Post stammt vom 23. Februar – es geht um Bananenbrot. Allein unter dem Tweet stehen mehr als 12.000 aufgebrachte Nachrichten von BTS-Fans aus der ganzen Welt.

Das gut inszenierte Lovemobil

In der NDR-Doku "Lovemobil" war nicht alles so echt wie es schien.

In der NDR-Doku "Lovemobil" war nicht alles so echt wie es schien.

An zahlreichen Bundesstraßen in Niedersachsen stehen sie – und schon von Weitem sind sie zu erkennen: Die Lovemobile, alte Wohnwagen, häufig verziert mit bunten Lichterketten und Herzchen. In diesen Gefährten gehen Prostituierte ihrer Tätigkeit nach – und der NDR hat einen Dokumentarfilm über sie gemacht.

Das Problem: Der Film „Lovemobil“ von Elke Margarete Lehrenkrauss besteht in weiten Teilen aus inszenierten Szenen. Herausgekommen war das im Frühjahr dieses Jahres. Das NDR-eigene Rechercheformat „STRG_F“ hatte Hinweise bekommen und war diesen Ungereimtheiten nachgegangen.

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Macherin Lehrenkrauss bat später um Entschuldigung und erklärte, sie habe die mit wirklichen Prostituierten recherchierten Begebenheiten mit Darstellerinnen nacherzählt, um die Frauen zu schützen. „Im Film ist nichts ausgedacht, was es so nicht gibt. Wir haben es nur mit Darstellerinnen nacherzählt.“

Gekennzeichnet wurde das allerdings nicht. Die Folge: Der NDR distanzierte sich von dem Film, die Grimme-Nominierung wurde zurückgezogen. Der Schaden für das Genre Dokumentarfilm: enorm.

Lockdownjammern und #allesdichtmachen

Volker Bruch war einer der Teilnehmer der Aktion #allesdichtmachen.

Volker Bruch war einer der Teilnehmer der Aktion #allesdichtmachen.

Auch 2021 hat uns die Pandemie bedauerlicherweise nicht in Ruhe gelassen. Und für zahlreiche TV-Stars und -Sternchen war das einmal mehr eine gute Gelegenheit, auf allen möglichen Kanälen den größtmöglichen Quatsch in die Kameras zu posaunen.

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Der erste große Knall des Jahres war das Abdriften des Schlagersängers Michael Wendler. Hatte er gerade noch diverse große RTL-Deals eingetütet, darunter eine eigene Doku-Soap und Jury-Auftritte bei „DSDS“, musste RTL Anfang Januar sämtliche Folgen der Castingshow um- und den Wendler aus den Episoden herausschneiden. Auf Telegram hatte der Sänger zuvor die Corona-Maßnahmen mitunter als „KZ Deutschland“ bezeichnet.

Was folgte war das kollektive Lockdownjammern – und auch TV-Persönlichkeiten jammerten kräftig mit. Etwa Marlene Lufen, die ein Video auf Instagram veröffentlichte, in dem sich die Moderatorin über alle möglichen Begleiterscheinungen der Corona-Maßnahmen Sorgen machte, jedoch die Gefahren des Virus selbst dabei offenbar völlig vergaß. Sogar eine eigene Sat.1-Abendshow bekam Lufen nach ihrem Klick-Erfolg (inzwischen sind es elf Millionen Abrufe), die allerdings genauso wenig konstruktive Ansätze vermittelte.

Eine ganze Spur radikaler zeigte sich dann einige Monate später eine ganze Riege von bekannten Schauspielerinnen und Schauspielern, die unter dem Hashtag #allesdichtmachen in schlecht gedrehten Videos mit schlecht geschriebenen Texten ironisch die Corona-Maßnahmen verspotteten. Einige von ihnen sahen später ein, wie unglücklich diese Aktion war – und distanzierten sich wieder davon. Manche der Teilnehmer schwurbeln allerdings bis heute vor sich hin. Allen voran etwa Volker Bruch, der im Sommer auch auf einer „Querdenker“-Demo mitlief und einen Mitgliedsantrag für die Partei „Die Basis“ ausfüllte.

Und schließlich fand auch noch die Impfskepsis den Weg in den TV-Mainstream. Zuletzt in Form von Kabarettistin Lisa Fitz. In einer SWR-Kabarettshow schwadronierte die Ex-Dschungelcamp-Teilnehmerin von 5000 angeblichen Impftoten in der EU – eine Zahl, die schlichtweg falsch ist.

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Es sieht wohl so aus, dass wir auch im kommenden Jahr nicht von solchen „Expertenstimmen“ verschont bleiben.

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