Elfter Fall des Wiesbadener Ermittlers

Murot-„Tatort“: ein Filmriss mit Folgen

Felix Murot (Ulrich Tukur) in einer Szene aus dem „Tatort: Murot und das Gesetz des Karma“.

Felix Murot (Ulrich Tukur) in einer Szene aus dem „Tatort: Murot und das Gesetz des Karma“.

Bei Felix Murot (Ulrich Tukur) muss man ja mit allem rechnen. So war der Wiesbadener LKA-Ermittler in seinen ersten „Tatort“-Fällen im ständigen Zwiegespräch mit seinem Gehirntumor, der inzwischen kaum noch eine Rolle spielt. Dann gab es in den Filmen oft irritierende Zeitschleifen, bei denen er zuweilen seinem eigenen Ich begegnete. Oder er tauchte in alten Western- oder Edgar-Wallace-Kulissen auf. Das alles war bisweilen witzig, originell und manchmal jedoch arg spinnert. Und kam zwar bei der Kritik gut, beim Publikum allerdings immer schlechter an.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

In seinem elften Fall „Murot und das Gesetz des Karma“ (Regie: Matthias X. Oberg, Buch: Lars Hubrich) gibt es nun wieder eine Überraschung. Trotz des philosophisch angehauchten Titels ist der Film tatsächlich ein fast schon konventionell erzählter Krimi, der bis zum Schluss sehr unterhaltsam daherkommt und sogar ein privates Happy End für Murot andeutet.

Alles beginnt bei einem Glas Wein. Murot hat gerade einen gut dotierten, aber nicht bei seiner Behörde angemeldeten Vortrag vor Versicherungsvertretern gehalten. Und gönnt sich zum Abschluss an der Hotelbar ein Gläschen Bordeaux. Dabei lernt er eine junge Frau kennen. Sie kommen ins Gespräch, gehen zusammen essen und dann hat Murot einen Filmriss. Als er am nächsten Morgen in seinem Hotelzimmer aufwacht, kann er sich an nichts mehr erinnern – und seine Brieftasche ist verschwunden. Die ach so sympathische Frau hat ihm nämlich K.-o.-Tropfen in den Wein geträufelt, um ihn zu bestehlen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Murot hat vor allem mit sich selbst zu tun

Kurz darauf wird Murot zu einem Tatort gerufen. Und der ist ausgerechnet in seinem Hotel, wo ein IT-Experte ermordet aufgefunden worden ist. Er wollte dort einen Laptop mit wichtigen Daten illegal an einen gewissen Xavier (Thomas Schmauser) verkaufen, doch als es zum Deal auf seinem Zimmer kommt, ist der Computer verschwunden. Xavier fühlt sich reingelegt und tötet kurzerhand den vermeintlichen Verkäufer. Während der besagte Laptop inzwischen längst im Besitz der Frau ist, die auch Murot bestohlen hat. Und die mit ihrer Freundin darauf spezialisiert ist, in Hotels Männer auszunehmen.

Das Stream-Team

Die besten Serien- und Filmtipps für Netflix & Co. – jeden Monat neu.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Ein Fall für Murot – sollte man meinen. Aber er hat vor allem mit sich selbst zu tun, weil es ihm fürchterlich peinlich ist, dass er sich so einfach von einer jungen Frau ausrauben hat lassen. Die eigentlichen Ermittlungen übernimmt seine resolute Assistentin Magda Wächter (Barbara Philipp), die ihren geistig abwesenden Chef souverän vertritt. Wie Murot in dieser Szene wie ein begossener Pudel im Wege rumsteht, wie er pennälerhaft alles versucht, dass keiner ihm wegen der K.-o.-Tropfen auf die Schliche kommt, ist sehr amüsant.

Kommissar wird von Vergangenheit eingeholt

Solch witzige Szenen gibt es reichlich und dazu noch herrlich skurrile Figuren, wie den Killer, der von seinem fiesen Chef Schöller (Philipp Hochmair) bös getriezt wird. Oder den Bodybuilder und seine Frau, die den letztlich bemitleidenswerten Mörder in einen Boxsandsack stecken und mit Fäusten mal­trä­tie­ren. Ja, der gute mörderische Mann hat es in dem Film wirklich nicht leicht. Und Thomas Schmauser spielt ihn wunderbar devot. Ganz anders Anna Unterberger als Hoteldiebin, eine echt starke Frau, die es gleich mit mehreren Männern aufnimmt und stets gewinnt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Sie spielt auch im Film eine zen­tra­le Rolle, weil sie mit ihrer Freundin versucht, den Unternehmer Schöller mit dem Laptop zu erpressen. Und weil sie in der gestohlenen Brieftasche eine wichtige Entdeckung macht. Das Foto auf Murots altem Führerschein kennt sie nämlich von Urlaubsfotos ihrer Mutter. Der junge Mann ist vermutlich der ehemalige Lover ihrer Mutter und sie womöglich seine Tochter. Auch Murot hat den gleichen Verdacht, macht heimlich einen Vaterschaftstest. Und das Ergebnis? Das verrät der Film nicht. Aber offenbar ist Murot damit sehr zufrieden.

„Tatort: Murot und das Gesetz des Karma“, ARD, Sonntag, 20.15 Uhr, mit Ulrich Tukur

Mehr aus Medien

 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen