Von der Xbox ins Fernsehen

Alle wollen ans Alien-Artefakt: die Sci-fi-Serie „Halo“ bei Sky

Einsatz auf dem Planeten Madrigal: Pablo Schreiber als Master Chief John-117 (2. von links) mit seinem Team Kai (Kate Kennedy, links), Vannak (Bentley Kalu, 2. von rechts) und Riz (Natasha Culzac) – Szene aus „Halo“.

Einsatz auf dem Planeten Madrigal: Pablo Schreiber als Master Chief John-117 (2. von links) mit seinem Team Kai (Kate Kennedy, links), Vannak (Bentley Kalu, 2. von rechts) und Riz (Natasha Culzac) – Szene aus „Halo“.

Das Raumschiff wird angeschossen und legt eine ruppige Landung auf einem der Decks des United Nations Space Command (UNSC) hin. Im Nu ist es von Hundertschaften von Soldaten umzingelt, mehr als die, die einst im Washington des Films „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ (1950) das Ufo des Außerirdischen Klaatu umstellten. An Bord ist Master Chief Petty Officer John-117 (Pablo Schreiber), ein Mitglied einer „Spartaner“ genannten Spezialtruppe, der den Gehorsam verweigert, seit er in einer Höhle auf dem Planeten Madrigal auf ein außerirdisches Artefakt stieß. Sein letzter Befehl war es, ein Kind zu töten – Kwan Ah (Yerin Ha), die Überlebende eines von Aliens verübten Massakers. Stattdessen beschützt er das Mädchen fortan vor seinen Feinden und flieht mit ihm. Ohne recht zu wissen, wie ihm geschieht.

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„Halo“ stieß anno 2001 den Erfolg der Xbox an

Nach fast 15 Jahren Entwicklungszeit, in die auch Steven Spielberg und Peter Jackson verstrickt waren, ist die Showtime-Serie „Halo“ bei Sky zu sehen – die Verfilmung des gleichnamigen Egoshooterspiels, das 2001 den Erfolg der Xbox anstieß. Für alle Konsolenkämpfer, die in den Nullerjahren in die „Halo“-Trilogie geflutscht sind, sind Namen und Begriffe wie Master Chief/John-117, Dr. Halsey, Cortana und The Rubble Kult. Der Rest der Zuschauerschaft erlebt den Auftakt einer weiteren Science-Fiction-Serie (nur zwei der neun Folgen wurden zur Ansicht gewährt), in der ein stoischer, gepanzerter Held sich um ein bedrohtes Kind kümmert.

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Was da von ferne grüßt: Die Serie „The Mandalorian“ aus der „Star Wars“-Galaxie, in der Kopfgeldjäger Din Djarin (Pedro Pascal) einen Baby-Yoda namens Grogu durchs All kutschiert. Und die Animationsserie „The Bad Batch“ (ebenfalls „Star Wars“), in der die nicht zu Diensten des Imperiums stehen wollende Kloneinheit 99 gemeinsam mit dem Klonmädchen Omega desertiert.

Trotz jugendlicher Co-Heldin ist „Halo“ nichts für Kinder

Ähnlich wie bei den „Star Wars“-Serien gilt auch hier und ganz besonders: Nur weil ein Kind mitspielt, ist das Zielpublikum noch lange nicht kindlich. Das zeigt vor allem die actiondurchwirkte Auftaktepisode, in der eine Wassergewinnungssiedlung auf Madrigal von Kriegern einer Alienallianz überfallen wird. Die monströsen Wesen mit den schildkrötenartigen Visagen töten wahllos Männer, Frauen, selbst Kinder – ohne Unterschied und blutig.

Äußerst gewalttätig: Ein Alien der Covenant in der ersten Staffel der Showtime-Serie „Halo“.

Äußerst gewalttätig: Ein Alien der Covenant in der ersten Staffel der Showtime-Serie „Halo“.

Als John-117 mit seinen Teamkollegen Kai-125 (Kate Kennedy), Riz-028 (Natasha Culzac) und Vannak-134 (Bentley Kalu) eintrifft, werden Strahlenwaffen und Lichtklingen, aber auch herumliegende Eisenstangen bemüht. Mit einem Maschinengewehr in der Hand erinnert John-117 am Höhepunkt des Gefechts an Franco Nero in Sergio Corbuccis „Django“ (1966). Diese Szenen haben‘s in sich.

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Das Aliendingsbums weckt Erinnerungen im „Spartaner“

Und dann findet John das eingangs erwähnte Dingsbums in der Höhle, das auf seine Berührung hin sofort anspringt und seltsame Lichtlinien und -kreise in die Dunkelheit zeichnet. Zudem weckt das Artefakt, das entfernt an ein Geodreieck erinnert, verschüttete Erinnerungen im Master Chief: Ein Hund, Erwachsene, lächelnde Gesichter ...

Es gab also einmal eine Familie, die John behütet hatte. In der Storyline der „Halo“-Spiele wurden besonders für das militärische „Spartaner“-Programm geeignete Kinder gegen kurzlebige Klone ausgetauscht. Die Wahrheit blitzt in ein falsches Leben. Was alles verändert. Ein Mann geht auf die Suche nach sich selbst.

Natascha McElhone spielt vorzüglich doppelbödige Figuren

Noch lässt sich nicht viel sagen über die Qualität des dem Spektakel innewohnenden Dramas. In „Halo“ kämpft der Unabhängigkeit entgegenstrebende Kolonien gegen eine übermächtige Art von Föderation. Und wie so oft bräuchte Homo sapiens sapiens gar keine fremdweltigen Feinde, weil er seiner eigenen Spezies ein extrem rachsüchtiger Wolf ist. Welches Spiel die „Spartaner“-Programmchefin Catherine Halsey spielt, die nach ultimativer Kontrolle der Supersoldaten strebt und darauf eine neue verbesserte K. I. namens Cortana erwachen lässt, ist noch unklar – Natascha McElhone jedenfalls spielt vorzugsweise und vorzüglich doppelbödige Charaktere.

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Der Alienbund residiert in einem Space-Champignon

Und der „Covenant“ genannte Alienbund, der sein Hauptquartier in einer Raumstation hat, die selbst zu leben scheint und einem gigantischen braunen Waldchampignon ähnelt, hat in seinen oberen Reihen eine Menschin (Charlie Murphy), die – so deuten die Narben auf ihrem Rücken an – Schlimmes erlebt hat und die von den Aliens als „Gesegnete“ verehrt wird. Alle diese noch undurchschaubaren Kräfte wollen an das Artefakt gelangen, dessen Potenzial bis zum Ende der zweiten Folge indes ebenfalls noch weitgehend im Verborgenen liegt.

Die Serie der Showrunner Kyle Killen und Steven Kane sieht zumindest gut aus, vor allem der Rubble, ein bevölkertes Asteroidenfeld, in dem des Master Chiefs desertierter Kamerad Soren-066 (Bookem Woodbine) das Sagen hat, ist ein Hingucker. Wie in der (von Beginn an deutlich vielschichtigeren) Apple TV+-Saga „Foundation“, der Sci-fi-Königsserie der letzten Jahre, sowie den ebenfalls formidablen „Star Wars“-Serien wird bei den Bildern Kinoniveau erreicht. Man ist gespannt, was aus alldem wird. Die Macher setzen auf Hit, eine zweite Staffel ist schon in Vorbereitung.

Pablo Schreiber darf seinen Helm in der Serie auch mal abnehmen

Das Schicksal von Pedro Pascal, dessen Gesicht in „The Mandalorian“ nur alle heilige Zeiten zu sehen ist, weil es für einen Angehörigen der Kaste von Din Djarin im Sakrilegsrang steht, den Helm abzunehmen, muss der ebenfalls stoische Pablo Schreiber nicht teilen. Zwar gibt es den Master Chief in den Spielen auch ausschließlich ganzkörperverpackt, in der Serie aber zeigt er Gesicht. Ist der Helm dann auf, bekommt der Spielefan mit den eingespielten Daten eine dezentes Gamegefühl. Und manchmal möchte er ihn durchaus steuern.

„Halo“, erste Staffel, neun Episoden, von Kyle Killen und Steven Kane, Regie: Otto Bathurst, mit Pablo Schreiber, Natascha McElhone, Yerin Ha, Bookem Woodbine (ab 24. März bei Sky)

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