Amtsgericht

Wolfsburger verstößt gegen das Kriegswaffengesetz

Verstoß gegen das Kriegswaffengesetz: Eine nicht unerhebliche Menge scharfer, illegaler Munition hortete ein Wolfsburger samt Repetiergewehr in seiner Wohnung.

Verstoß gegen das Kriegswaffengesetz: Eine nicht unerhebliche Menge scharfer, illegaler Munition hortete ein Wolfsburger samt Repetiergewehr in seiner Wohnung.

Wolfsburg. Ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung: Zu dieser saftigen Strafe wurde gestern ein 52-jähriger Wolfsburger vor dem Amtsgericht verurteilt. Der Grund: Der Mann hatte jahrelang ein ohne entsprechende Zulassung ein Repetiergewehr und zahlreiche Schuss Munition in seinem Besitz. Besonders wurde ihm dabei die Munition zum Verhängnis. Denn die 5,56 Millimeter Vollmantelgeschosse unterliegen dem Kriegswaffenkontrollgesetz. Eine Mindeshaftstrafe von einem Jahr ist in diesem Fall vorprogrammiert, wie die Richterin und auch der Anwalt des Angeklagten mehrfach betonten.

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Waffe und Munition schon 1989 gekauft

Vor Gericht zeigte sich der Wolfsburger uneingeschränkt geständig. Er habe die Waffe eines chinesischen Herstellers und die in Israel für Armeezwecke gefertigte Munition 1989 in der Schweiz erworben – dort zum damaligen Zeitpunkt ein völlig legaler Vorgang. Gleichzeitig gab der Angeklagte aber zu, dass er wusste, dass der Besitz der Ware in Deutschland strafbar sei.

„Wir sollten uns vorbereiten“

Kurios fiel seine Antwort auf die Frage der Richterin nach dem Grund für den Waffen- und Munitionskauf aus. „Bei der Bundeswehr hat man uns gesagt, wir sollen uns vorbereiten“, so der 52-Jährige. Diese Aufforderung hatte er augenscheinlich zu Ernst genommen. Benutzt habe er das noch immer voll funktionsfähige Repetiergewehr nur am Anfang, wenn er mit Freunden in der ehemaligen DDR zum Angeln unterwegs war.

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Klempner findet Kriegsmunition

Auf die Schliche war dem Angeklagten ausgerechnet ein Klempner gekommen. Dieser hatte bei 52-Jährigen Renovierungsarbeiten im Bad durchgeführt und die höchst illegale Munition dabei hinter der Badewannenverkleidung gefunden und die Behörden alarmiert. Nur wenige Tage später entschied sich der Ertappte dafür, reinen Tisch zu machen und brachte sein Gewehr sowie die übrige Munition zur Polizeiwache –und zwar unaufgefordert, was ihm einen weiteren Gesetzesverstoß einbrockte: Das Führen einer illegalen Waffe.

Milde Strafe für unbeschriebenes Blatt

Da der Wolfsburger ansonsten aber ein absolut unbeschriebenes Blatt ist und in geregelten Verhältnissen lebt, setzte die Staatsanwaltschft die Strafe mit 18 Monaten auf Bewährung allerdings niedrig an. Auch sein Geständnis kam ihm dabei zugute. Die Richterin sah ebenfalls keinen Anlass den 52-Jährigen zu hart zu bestrafen. Die Bewährungszeit wurde deshalb auf drei Jahre aber ohne besondere Auflagen festgesetzt. „Wenn Sie in dieser Zeit weiterhin nicht strafrechtlich in Erscheinung treten, werden Sie davon gar nichts spüren“, so die Richterin.

Von Steffen Schmidt

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