Volkswagen

VW-Betriebsrat: E-Mail-Sperre nach Feierabend „durchweg bewährt“

Keine E-Mails nach Feierabend: Die Regelung kommt bei den VW-Mitarbeitern durchweg gut an.

Keine E-Mails nach Feierabend: Die Regelung kommt bei den VW-Mitarbeitern durchweg gut an.

Der Vorstoß im Volkswagen-Konzern für eine strikte E-Mail-Sperre nach Feierabend oder am Wochenende stößt laut Betriebsrat bei den Mitarbeitern praktisch nur auf Gegenliebe. „Es gibt nahezu ausnahmslos Zustimmung und positive Resonanz“, sagte ein Sprecher der Arbeitnehmervertretung am Freitag auf Anfrage. „Die Regelung hat sich durchweg in der Praxis bewährt.“ VW hatte Ende 2011 der totalen Erreichbarkeit den Kampf angesagt und Tarifbeschäftigten mit einem Dienst-Smartphone die E-Mails in Randzeiten, am Wochenende oder an Feiertagen abgeschaltet. 1154 Tarifmitarbeiter profitierten damals, inzwischen seien es 3500. Führungskräfte sind ausgenommen.

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Im Notfall sind die Mitarbeiter immer noch mit einem gewöhnlichen Anruf auf dem Handy zu erreichen. Nur die Dynamik von E-Mails bricht VW damit auf. Der Server für die Internet- und E-Mail-fähigen Geräte wird außerhalb der Kernarbeitszeiten ausgesetzt. Das ergibt Ruhe im Zeitkorridor von 18.15 Uhr abends bis 7.00 Uhr morgens. Niemand muss sich nun noch selbst disziplinieren, nicht mehr auf die späte E-Mail vom Vorgesetzten doch noch schnell zu antworten oder zumindest damit nachzuziehen, wenn es ein anderer Kollege im Verteiler schon tat.

VW liegt damit im Trend. Der neue IG-Metall-Chef Detlef Wetzel hält Mail-Verkehr außerhalb der Arbeitszeit für „unzumutbar“. Die neue Koalition solle das Thema gesetzlich regeln, forderte er nun.

Auch die VW-Managementseite hält den Vorstoß des Betriebsrates für richtig. Mitte 2012, rund ein halbes Jahr nach der E-Mail-Sperre, sagte VW-Personalvorstand Horst Neumann dem „Manager Magazin“: „Die Regelung wurde von Vorgesetzten wie Mitarbeitern als klares Zeichen verstanden, Erholungszeiten zu respektieren und den Feierabend nur im Notfall zu durchbrechen.“ Der VW-Betriebsratssprecher berichtete am Freitag, es seien keine Fälle bekannt, in denen die Sperre Projekte verzögerte oder irgendeinen wirtschaftlichen Schaden anrichtete.

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Kinderkrankheiten technischer Natur gab es aber. Der zuständige VW-Server arbeitete anfangs bei der Blockade nur mit deutscher Zeit. Das war für reisende Tarifmitarbeiter fern im Ausland problematisch.
Längst macht das VW-Beispiel Schule. Daimler etwa zog nach und bietet an, eingehende E-Mails im Urlaub automatisch löschen zu lassen - samt Hinweis an den Absender. Auch die Politik müht sich schon nach Kräften, so etwa das Bundesarbeitsministerium, das mit neuen Regeln zu E-Mails eine "Selbstausbeutung der Beschäftigten" erschweren will.

dpa

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