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Internationale Schule

Vorsfelder Gymnasiast besucht College in China

Clip vom ersten eigenen Vortrag: Bastian Mielke aus Vorsfelde besucht seit 2017 das United World College (UWC) in China und ist restlos begeistert.

Clip vom ersten eigenen Vortrag: Bastian Mielke aus Vorsfelde besucht seit 2017 das United World College (UWC) in China und ist restlos begeistert.

Vorsfelde.Raus aus der Schule, rein in die Schule: Bastian Mielke (18) besuchte bis zum elften Jahrgang das Phönix-Gymnasium in Vorsfelde, war aber nicht sehr glücklich. Er hat eine Alternative zum Abi gefunden: In China! Seit 2017 gehört der jetzt 18-jährige Vorsfelder zu 562 Studenten des United World College (UWC) in Changshu. 95 Länder und Regionen sind dort vertreten.

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Frieden durch Verständigung

1962 wurde das UWC in Wales von dem Deutschen Dr. Kurt Hahn mit dem Ziel gegründet, junge Menschen zusammenzubringen, um durch bessere Verständigung den Frieden zu sichern. Heute gibt es 17 Schulen, das College in Changshu wurde 2015 eröffnet.

Bastian entdeckte das UWC-Prinzip auf Youtube und war begeistert. "Ich war oft frustriert – sowohl durch die Schule als auch durch meine eigene Motivation", erzählt er. Auf dem College fühle er sich jetzt ernstgenommen.

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Für Auserwählte gibt’s Stipendien

Er sei nie „der Akademischste“ gewesen und oft angeeckt, berichtet Bastian Mielke. Aber er war gut genug für die Aufnahmevoraussetzungen. Außer dem Zensurenschnitt gehört das Alter (16 bis 18) dazu, dann folgt ein Auswahl-Wochenende. Nach finanziellen Möglichkeiten wird anfangs nicht gefragt – zur Not gibt es Stipendien.

Als Wunsch-Schulort hatte Bastian Mielke ein College in Costa Rica angegeben, keinesfalls wollte er auf das deutsche im Breisgau. Als die Zusage aus China kam, begann erneut eine Diskussion. „Wir hatten Bedenken, weil er nicht so gern die Klappe hält“, sagt seine Mutter Gudrun Fehlow-Mielke, „aber wir wollten ihm nicht im Wege stehen.“

Die neue deutsche Tracht: VW-Outfit

Tatsächlich habe es bei seiner ersten eigenen Präsentation (Thema: Patriotismus und Nationalismus) ein ernstes Gespräch mit den Lehrenden gegeben, erzählt der College-Student. „Ich habe das aber nicht als Zensur empfunden, sondern als Hilfe“, betont er. Als typisch deutsche „Tracht“ wählte er bei der Einführungsfeier übrigens die frühere Arbeitskleidung der VW-Produktion: weiße Worker-Hose, blaues Shirt.

Philosophie, Geschichte und Englisch sind seine Schwerpunktfächer. Und was ihm besonders gut gefällt ist, dass außerschulisches Engagement eine enorme Wertschätzung erfährt. „Wenn man dafür sorgt, dass Menschen glücklicher werden, wird das hierzulande nicht so akzeptiert“, meint er, schwärmt von einer Gemeinschaft der Begeisterten – und meint damit Studierende wie Lehrende.

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Im Sommer wird Bastian Mielke das College mit dem „International Baccalaureate“ abschließen. Dann kann er sich überlegen, was und wo auf der Welt er wohl weiterstudieren will. Vielleicht in Bulgarien – von dort stammt seine Freundin, die er in China kennengelernt hat.

Gemeinschaft der Begeisterten: Bastian Mielke und Mitschüler in Changshu.

Gemeinschaft der Begeisterten: Bastian Mielke und Mitschüler in Changshu.

Von Andrea Müller-Kudelka

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