Wolfsburg

Experten sind sich einig: Aller erholt sich – Belüftung wird abgeschaltet

Rettungseinsatz: Feuerwehren aus Wolfsburg, Vorsfelde und Braunschweig pumpten frisches Wasser aus dem Mittellandkanal in den Aller-Düker in Vorsfelde.

Rettungseinsatz: Feuerwehren aus Wolfsburg, Vorsfelde und Braunschweig pumpten frisches Wasser aus dem Mittellandkanal in den Aller-Düker in Vorsfelde.

Vorsfelde. Mit dem Starkregen am vergangenen Freitag scheint sich der Sommer etwas verabschiedet zu haben – die Nächte sind kühler, die Tage auch. Das tut vor allem der Natur gut. Die Aller, so sind sich Experten einig, erholt sich gerade von der Trockenheit. Deshalb hat die Stadt Wolfsburg in Absprache mit der Arbeitsgruppe "Aller" die seit drei Wochen laufenden Belüftungsmaßnahmen am Vorsfelder Düker im Laufe des Mittwochs beendet.

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Entwässerungsbetriebe (WEB), das Umweltamt, der Aller-Ohre-Verband und der Angel- und Gewässerschutzverein haben in den vergangenen Wochen alles dafür getan, damit nicht noch mehr Fische und andere Fluss-Lebewesen sterben. Wegen der Trockenheit und des ausbleibenden Regens fehlte dem Gewässer Sauerstoff, viele Tiere starben. Besonders schlimm war die Situation am Düker in Vorsfelde, dort sammelten sich hunderte Fische. Feuerwehren halfen beim Belüften, das heißt, sie pumpten frisches Wasser in die Aller. Später wurden entsprechende Generatoren eingesetzt und ein Bagger grub Vertiefungen im Allerverlauf, damit sich Wasser sammeln konnten.

Stadträtin Monika Müller vor einigen Tagen am Allerdüker. Sie sagt: „Perspektivisch muss für die Aller ein regionsübergreifendes Wassermanagement installiert werden.“

Stadträtin Monika Müller vor einigen Tagen am Allerdüker. Sie sagt: „Perspektivisch muss für die Aller ein regionsübergreifendes Wassermanagement installiert werden.“

Die Aller ist in allen Abschnitten wieder wasserführend

All das trägt Früchte: Die Arbeitsgruppe Aller hat in dieser Woche die Lage am Allerdüker erneut begutachtet und ist zum Entschluss gekommen, dass die Belüftungsgeräte am Düker abgebaut werden können. Es seien vor Ort Fische gesichtet worden, der Fluss ist nach Kenntnis aller Beteiligten wieder in allen Abschnitten wasserführend und auch wieder fließend – die Aller scheint sich langsam zu erholen. Aus diesem Grund und mit Blick auf die Wetterprognose für die kommenden zwei Wochen mit insgesamt kühleren Temperaturen traf man die Entscheidung.

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Ein Bagger befreite am Düker die Aller von so genannten Wasserlinsen.

Ein Bagger befreite am Düker die Aller von so genannten Wasserlinsen.

Monika Müller: „Die Aller muss als wichtige Lebensader erhalten bleiben“

Die noch im Allerdüker-Bereich befindlichen Fische sollten nach der Einschätzung der Beteiligten jetzt ausreichend Lebensraum und Lebensbedingungen haben und nicht länger auf die künstliche Unterstützung angewiesen sein.„Perspektivisch muss für die Aller ein regionsübergreifendes Wassermanagement installiert werden, um den Fluss als wichtige Lebensader zu erhalten und bei einer akuten Gefährdung wie in diesem Sommer schnell und vor allem Hand und Hand reagieren zu können“, fasst Stadträtin Monika Müller die Forderung der Arbeitsgruppe Aller Wolfsburg zusammen und appelliert: „Es muss uns gelingen, die Bedeutung von Wasser jedem einzelnen Nutzer deutlich zu machen und unsere Gewässer zu sichern und zu gestalten, bevor wir nur noch den Wassermangel verwalten können.“

Hunderte tote Fische hat der Angel- und Gewässerverein Wolfsburg-Vorsfelde und Umgebung inzwischen aus dem Allerdüker bergen müssen.

Hunderte tote Fische hat der Angel- und Gewässerverein Wolfsburg-Vorsfelde und Umgebung inzwischen aus dem Allerdüker bergen müssen.

Durch ausbleibende Niederschläge und fehlenden Sauerstoff im Gewässer hatten sich Ende Juli in Höhe des Allerdükers Fische gesammelt, die allesamt zu verenden drohten. Daraufhin war an dieser Stelle Wasser aus dem Mittellandkanal hinzugeführt worden und der Sauerstoffgehalt mittels eines Generators erhöht worden. In dem Zusammenhang hatte sich die Arbeitsgruppe Aller Wolfsburg gegründet, der neben der Stadt auch der Gewässerschutz- und Angelverein Vorsfelde, der Aller-Ohre-Verband angehören. Hunderte Fische wurden so gerettet.

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