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Kabarettist mit neuem Programm

Dietmar Wischmeyer im Interview: Kann man von Tofu-Bratlingen satt werden?

Live auf der Bühne: Günther, der Treckerfahrer, geht auf Tournee.

Live auf der Bühne: Günther, der Treckerfahrer, geht auf Tournee.

Wolfenbüttel.Zwei Jahre lang hat Corona das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt und öffentliche Auftritte von Kulturschaffenden unmöglich gemacht. Dietmar Wischmeyer hat sich längst auf den Weg gemacht, die ausgefallenen Termine nachzuholen. Der ursprünglich für 2020 geplante Auftritt seiner Kunstfigur „Günther, der Treckerfahrer“ mit dem Programm „Jahreshauptversammlung“ in Wolfenbüttel wird am Sonnabend, 14. Mai, 20 Uhr, in der Lindenhalle in Wolfenbüttel nachgeholt.

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Im Interview mit unserer Zeitung erklärt Wischmeyer, was es mit dem Programm auf sich hat und was das Leben auf dem „platten Land“ in Niedersachsen heute noch so besonders macht.

Günther berichtet seit mehr als 30 Jahren im Radio. Warum gibt es erst jetzt eine Tournee mit einem kompletten Bühnenprogramm?

Im Radio befasst sich Günther mit tagesaktuellen Ereignissen und hat die in anderthalb Minuten an sich schon ausreichend begutachtet. Im Bühnenprogramm geht’s um das Leben an sich, insbesondere das aufm Land. Um das gründlich aufarbeiten zu können, bedarf es schon einer gewissen Reife – deshalb erst jetzt.

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Jahreshauptversammlungen sind dröge...

Jahreshauptversammlungen sind ja meist sehr dröge Veranstaltungen. Was erwartet die Gäste in Günthers Version?

Genau dasselbe: Bericht des Kassenprüfers, Ehrung der Verstorbenen, Ehrennadel-Verleihung an langjährige Mitglieder und der Rest ist „Sonstiges“ und „Verschiedenes“. Das hat eine ganz eigene Komik, besonders wenn es dazwischen auch Berichte über das letzte Schützenfest und die Hochzeit eines Vereinskameraden gibt.

Ein typischer Programmpunkt von Jahreshauptversammlungen ist der Rückblick auf das vergangene Jahr und die Projekte im neuen. Wie sieht das damit bei Günther aus?

Günthers „Verein“ ist natürlich ganz Deutschland und deshalb blickt er auf die gesellschaftlichen und politischen Großereignisse zurück. Für die Zukunft prophezeit er den Anwesenden, was alles auf sie zukommt – vom autonomen Geschlechtsverkehr bis zum digitalen Fahrradweg – und wie man sich davor noch drücken kann.

Was macht einen Niedersachsen aus?

Günther gilt als typischer Niedersachse, was macht diesen Menschenschlag aus?

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„Trinkfest und schon mit zwölf erwachsen“. Von der alten Sorte gibt’s ja nicht mehr so viele, und von der alten Kultur auf dem Lande ist auch wenig erhalten. Deshalb ist Günthers Jahreshauptversammlung zugleich eine Kulturveranstaltung, die einen Brückenschlag versucht zwischen Grünkohl und Fanta/Korn.

Günther lebt seit seiner Geburt in Plattengülle. Welche Vorzüge hat das Leben dort gegenüber dem in der Stadt?

Keine Ahnung, womöglich ist das Leben im Knast auch viel schöner als in Freiheit. Irgendwas muss an der Stadt ja dran sein, sonst würden da nicht so viele sogar freiwillig wohnen. Wahrscheinlich ist es aber auch nur dasselbe wie bei den 50.000 Fliegen auf dem Kuhfladen, die ja angeblich auch nicht irren können.

Tofu-Bratlinge machen nich satt...

Die Landwirtschaft steht aktuell massiv in der öffentlichen Kritik und auf der anderen Seite demonstrieren die Bauern landesweit gegen die Politik. Wo sieht Günther, als einer der letzten traditionellen Landwirte, die Zukunft seines Berufsstandes?

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Es sieht nicht gut aus, aber wie heißt es bei Günther so treffend: „Wenn die letzte Kuh vom Hof is und der letzte Trecker inner Wildblumenwiese verrostet, dann merken die Städter, dass man von importierten Inka-Körnern und Tofu-Bratlingen auch nich satt wird.“

Den musikalischen Rahmen von Günthers Jahreshauptversammlung gestaltet das „European Sound Machine Orchestra“ unter der Leitung von Heinz Vukovar. Ist diese weitestgehend unbekannte Formation eine Entdeckung von Günther?

Die Combo geisterte schon vor Urzeiten in den Sendungen des Frühstyxradios herum und nun dachten wir, wäre es an der Zeit, sie mal einem größeren Publikum zu präsentieren, zumal sie auch nur aus Heinz Vukovar allein besteht. In der Jahreshauptversammlung ist er für den „Geselligen Teil“ zuständig.

„Unser Omma“ muss zu Hause bleiben

Kommt Günthers Gegenspielerin aus dem Radio „Unser Omma“ auch zur Jahreshauptversammlung?

Nein, die muss die Schweine füttern und aufpassen, dass keine Fremden die Hofeinfahrt zuparken. Außerdem ist „Unser Omma“ nicht für so viele Menschen „aufn Klump“, „mit was man sich da alles anstecken kann, mag man sich gar nich vorstellen.“

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Ist Günthers Trecker, der Lanz Bulldog, eigentlich auch in Zukunft von Fahrverboten bedroht oder wird er auf E-Motor umgerüstet?

Der Lanz bläst ja keinen Feinstaub in die Luft, sondern die Plocken sind so groß, die kann man mit bloßem Auge sehen. Der einzige E-Motor, mit dem man den Lanz ausrüsten sollte, wäre ein E-Anlasser, damit man sich nicht dabei so leicht die Arme bricht.

Welche Bauernweisheit gibt Günther unseren Lesern und den Besuchern seiner Jahreshauptversammlung mit auf den Weg zurück ins wirkliche Leben?

Suup wat kloar is, segg wat woar is, frie wat dor is! (Trink was klar ist, sag´ was wahr ist, heirate was da ist!)

Auch Günther hat Zukunftsängste...

Viele Menschen plagen heute Zukunftsängste. Ist Günther als unerschrockener Ferkelkastrierer und Grundwassersaboteur vor nichts bange?

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Doch, dass die Zukunft tatsächlich kommt, ihm wär‘ es lieber, die Gegenwart ginge einfach so weiter.

Bleibt das Güllefass zu Hause?

Einer muss ja zu Hause für den richtigen Stallgeruch sorgen.

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