Hinterm Zirkuszelt

Büffel, Zebras, Pferde: So hält der Zirkus Charles Knie seine Tiere

Begegnungen der dritten Art: WAZ-Volontärin Frederike Müller (l.) lernte Lama, Büffel und Co. im Zirkus Charles Knie kennen.

Begegnungen der dritten Art: WAZ-Volontärin Frederike Müller (l.) lernte Lama, Büffel und Co. im Zirkus Charles Knie kennen.

Allerpark. Natürlich kenne auch ich die Vorwürfe gegenüber Tierhaltung im Zirkus und gehe skeptisch in den Stall. Doch die Pferde haben Platz, saubere Boxen, sind kerngesund, gepflegt und zutraulich. Ruhig lassen sie sich von mir striegeln. „Tja, das sind die gestressten und gequälten Zirkustiere“, sagt von der Gathen achselzuckend, ihr Lachen klingt resigniert. Gegen die Vorurteile komme man nicht an. Wenn sie neue Menschen kennenlernt, verschweigt sie den Zirkus inzwischen sogar. Dabei folgt das Unternehmen strengen Auflagen: In jeder Stadt kontrolliert das zuständige Veterinäramt, wie es den Tieren geht.

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„Rück mal ein Stück“

„Rück mal ein Stück!“: Stallmeisterin Janine von der Gathen (links) gab der Volontärin Unterricht in praktischer Pferdepflege.

Auch ihr Chef Marek Jama kennt die Vorwürfe. Früher hätten die Zirkusse ihre Tiere auch schlechter behandelt, erklärt der Preisträger des „Silbernen Clowns“, während seine sechs schwarzen Friesen in der Manege um uns herum traben. „Heute ist den Zirkusleuten aber nicht mehr egal, ob die Tiere viel oder wenig Platz haben – auch wir haben uns verändert“, so der Trainer. Ich muss daran denken, wie normal es früher war, Hunde im Zwinger auf dem Hof zu halten, während sie heute zu richtigen Familienmitgliedern aufgestiegen sind. Jamas Umgang mit seinen Pferden erinnert an moderne Hundetrainer: ruhig, respektvoll und ohne Gewalt. Das ganze Verhalten der Tiere zeigt, dass sie es so von ihm gewohnt sind.

In der Manege

In der Manege: Marek Jama stellt seine sechs Friesen vor – er kennt sie in- und auswendig.

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So ist es auch bei den meisten der exotischeren Tiere: Die Kängurus sind noch scheu, doch die Zebras kommen, um sich streicheln zu lassen. Und als wir bei Rindern und Lamas vorbeischauen, rollt sich der Wasserbüffel auf die Seite, damit wir ihn auch am Bauch kraulen können.

Stall-Idylle

Stall-Idylle: Der Wasserbüffel genießt das Kraulen, die Lamas beäugen neugierig den Besuch.

Wilde Tiere fürchtet die Stallmeisterin nicht, wohl aber ihre Zukunft: „Man muss Angst um seine Existenz haben.“ Der Ruf der Branche leide, obwohl die Tiere in einem modernen Zirkus wie Knie ein sehr gutes Leben führen – „besser als sogenannte Wochenendpferde, die tagelang in der Box auf ihre Besitzer warten müssen – sie könnten sich ja in der Zwischenzeit verletzen.“ Jetzt entfährt der Stallmeisterin doch ein Schnauben über dieses Ungleichgewicht. „Hätte ich das früher alles absehen können, hätte ich als Kind wohl doch mehr Artistik geübt. Dann hätte ich jetzt eine Alternative.“

Noch immer Wildtiere

Noch immer Wildtiere: Aber auch Zebras können Leckerlis nicht lange widerstehen.

Wer sich selbst die Tierhaltung im Zirkus angucken will, kann am Erlebnissamstag, 16. Juni, von 10 bis 13 Uhr kostenfrei einen Blick hinter die Kulissen werfen, in der Manege Kunststücke lernen, der kommentierten Raubtierprobe von Alexander Lacey zusehen und Fragen stellen.

Von Frederike Müller

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